Martinsfest in Bendorf-Stromberg
„Jeder Mensch kann ein Lichtbringer sein“
Stromberg. Der Martinsabend am 9. November in Bendorf- Stromberg begann mit einem Martinspiel der Schülerinnen und Schüler aus dem katholischen Religionsunterricht der Klassen 3 und 4 der Grundschule in Stromberg. In der Vorführung der Kinder wurde in diesem Jahr besonders deutlich, warum es Laternen und Gänse gibt, die typischerweise das Martinsfest begleiten. Die Laternen verbreiten ein wunderbares Lichtermeer in den dunklen Straßen. Sie stehen aber für die Menschen selbst, die Licht verbreiten können, so wie der Heilige Martin dies getan hat. „Jeder Mensch kann ein Lichtbringer sein“ erläuterte Pastoralreferent Tobias Schirmer, der die Martinsfeier in der St. Anna Kirche Stromberg leitete; „dazu sendet Gott die Menschen aus“. „Indem wir helfen und trösten können wir Licht in die Herzen von Menschen bringen, die traurig sind und denen es nicht gut geht.“ Anschließend an diesen Gedanken wurde Kinder und Erwachsenen, die dies wünschten, ein Einzelsegen gespendet und ihnen die Kraft zugesprochen, Lichtbringer für andere zu sein.
Auch Gänse -neben den Laternen ein weiteres bekanntes Beiwerk des Heiligenfestes- kamen in dem diesjährigen Martinsspiel vor. Das weiße Geflügel hat etwas mit der Lebensgeschichte von Sankt Martin zu tun: Nachdem Martin dem Militärdienst entsagt hatte und ein Mönch geworden war, wollten die Menschen ihn zu ihrem Bischof ernennen. Er versteckte sich jedoch schüchtern in einem Gänsestall. Das Federvieh -von den Grundschülern lebhaft dargestellt- schnatterte jedoch so laut, dass sie den Heiligen verrieten und Martin doch zum Bischof von Tours ernannt wurde.
Anschließend an den Wortgottesdienst beteiligten sich um die 300 Kinder und Erwachsene an dem Umzug unter der Regie der Katholischen Pfarrgemeinde, musikalisch unterstützt durch den Musikverein Stromberg und gesichert durch die Freiwillige Feuerwehr. Natürlich durften auch in diesem Jahr das Martinspferd samt Reiterin, und das große Feuer zum Abschluss des Zuges nicht fehlen.
Einige Messdiener des Kirchortes Stromberg waren im Vorfeld des Martinszuges in den Straßen von Stromberg unterwegs um Martinslose zu verkaufen. Die Gewinnlose wurden am Martinsfeuer gezogen. Der Erlös der Martinslosaktion kommt dem Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. -also vorallem Leprakranken- zugute. Diese leben -wie der Bettler in der Martinslegende damals- heute noch oft am Rande der Gesellschaft. Es kann ihnen aber durch immer besser werdende Behandlungsmethoden durchaus medizinisch geholfen werden. Die seelische Unterstützung während der Betreuung der Kranken ist dem Hilfswerk genauso wichtig, denn sonst -so eine Schülerin während des Martinsspiels- fühlt sich ein Leprakranker wie der Bettler damals ausgestoßen und alleingelassen, als „Nichts“.