Jugendtreff Stromberg
Kessler: „Nur vorübergehende, andersweitige Nutzung“
Jugendtreff steht im Bedarfsfall weiter zur Verfügung - „Kommunikationsstörung“ sorgte für Ärger
Bendorf. Ein Leserbrief brachte es an den Tag: Der seit 2002 bestehende Jugendtreff in einem Raum der städtischen Dieter-Trennheuser-Halle in Bendorf-Stromberg wurde geschlossen, angeblich von heute auf morgen, ohne Ankündigung und ohne Benennung einer Alternative für die Zukunft. Die dort ehrenamtlich beschäftigte Mitarbeiterin beschwerte sich öffentlich über den Umgang mit ihr, ihr soll kurzfristig eröffnet worden sein „Jugendtreff wird geschlossen. Schlüssel her, hat sich erledigt!“
Der Raum sei dann kurzerhand völlig leergeräumt worden.
Und schon wurde in den sozialen Medien kontrovers diskutiert und spekuliert nach dem Motto: „Nichts genaues weiß man nicht“. Auch ein Mitglied des Stadtrats wurde überrascht , konnte also zur Aufklärung der Sachlage nichts beitragen. Ebenso war ein klärendes Statement von Seiten der Stadtverwaltung nicht in Sicht, die Gerüchteküche brodelte so weiter vor sich hin und wilde Vermutungen schossen ins Kraut.
Auf Nachfrage bei der seit 2001 für den Stromberger Jugendtreff zuständigen ehrenamtlichen Mitarbeiterin - und Verfasserin des Leserbriefs - erklärte diese, der Treff sei zwar seit einiger Zeit von den Jugendlichen schwach bis gar nicht mehr frequentiert worden, eine Schließung habe aber nie zur Debatte gestanden, davon sei sie völlig überrascht gewesen. Sie habe Sorge, dass bei einer künftigen Veränderung der Sachlage eine kurzfristige Neuverwendung des genutzten Raumes für einen Jugendtreff nicht mehr möglich sei und dann wieder langfristig nach einem geeigneten Raum gesucht werden müsse, wie bereits vor dem Jahre 2002 geschehen.
„Keine regelmäßigen Aktivitäten“
Auf Anfrage bei der Stadt Bendorf bot Bürgermeister Michael Kessler BLICK aktuell ein klärendes Gespräch zu diesem Komplex an.
Kessler gab an, dass es nach seiner Information seit etwa drei Jahren in dem Jugendtreff keine regelmäßigen Aktivitäten mehr gab, nur sporadisch hin und wieder eine Veranstaltung stattfand. Um den Raum nicht ungenutzt zu lassen habe er diesen dem Vereinsring Stromberg in Eigenverwaltung angeboten mit der Auflage, bei künftigem Bedarf für einen Jugendtreff diesen wieder zu räumen. Daraufhin habe der Karnevalsverein Stromberg Bereitschaft für eine Nutzung als Proberaum signalisiert. Dem habe er zugestimmt und es sei dann in Abstimmung mit der Verwaltung eine kurzfristige Räumung erfolgt weil der Raum schnell benötigt wurde. Bürgermeister Kessler räumte eine Kommunikationsstörung ein, der zuständige Mitarbeiter habe zwar telefonisch versucht die langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin entsprechend und umfassend zu informieren, ein persönlicher Kontakt kam dabei allerdings nicht zustande.
Abschließend erklärte der Bürgermeister, ihm liege ein Schreiben des Vorsitzenden des Ortsvereinsrings Stromberg vor in dem sich die GSK verpflichtet, den Raum einem anderen Verein zur Verfügung zu stellen, wenn er für Veranstaltungen benötigt wird. Dies gilt auch für den Jugendbereich falls dieser sich wieder neu aufstellen sollte.
Fazit:
Der strittige Raum in der Dieter-Trennheuser-Halle ist auf lange Sicht für einen Stromberger Jugendtreff optiert und wird nur vorübergehend anderweitig genutzt. Einer schnellen Reaktivierung im Bedarfsfalle steht also nichts entgegen.
