Bewegungskitas in Rheinland-Pfalz
Kinder brauchen Bewegung
Zahlreiche Erzieher besuchten das Jahrestreffen in Andernach
Rheinland-Pfalz. Rund 80 Erzieher aus dem ganzen Bundesland kamen auf Einladung des Vereins Bewegungskindertagesstätte, dem die Unfallkasse Rheinland-Pfalz als Vorstandsmitglied angehört, zum jährlichen Treffen nach Andernach. Auf dem Veranstaltungsprogramm stand unter anderem das Thema „Bewegte Elternarbeit“, um auch die Eltern in die vielfältigen Angebote der Kitas einzubeziehen. „Wir freuen uns, dass wir immer mehr Einrichtungen mit dem Zertifikat „Bewegungs-Kita Rheinland-Pfalz“ auszeichnen können und gleichzeitig feststellen dürfen, dass zahlreiche Einrichtungen großes Gewicht auf einen „bewegten“ Alltag legen“, begrüßte Jördis Gluch, Mitarbeiterin im Referat Sport und Bewegungsförderung der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, die Gäste. Bewegungskitas messen der ganzheitlichen Entwicklungsförderung durch Bewegung und Spiel eine hohe Bedeutung bei, um dadurch die körperlich-motorische, geistige, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder nachhaltig zu unterstützen. „Bei der Konzeptumsetzung in den Einrichtungen helfen wir Ihnen gern“, bot Janka Heller als Referentin des Vereins Bewegungskindertagesstätte kompetente Hilfe an.
Eltern einbeziehen
Referentin Sonja Schöneberg vom Rheinhessischen Turnerbund gab in ihrem Impulsvortrag eine Sichtweise vom heutigen Rollenbild der Eltern. Susanne Ullrich, Referentin von der Techniker Krankenkasse, ergänzte das Seminar mit Praxisangeboten. „Bieten Sie den Kindern Bewegungsspiele an und fordern sie alle zum Mitmachen auf. Zögern Kinder anfangs, ist das völlig in Ordnung. Viele schauen sich erst einmal alles an und kommen dann von selbst“, berichtete Susanne Ullrich. Das Kita-Konzept nach mehr Bewegung richtet sich jedoch nicht nur an Kinder, sondern auch an die Erzieher selbst. „Idealerweise möchten wir aber auch die Eltern mit ins Boot nehmen“, sagte Susanne Ullrich und informierte über das Angebot, „Bewegte Familie.“ Denn es nützte wenig, wenn gute Ansätze daheim keine Fortsetzung finden.
Bewegung - gut für den Rücken
„Häufig klagen Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen über Rückenbeschwerden“, berichtete Jördis Gluch aus der Praxis. „Kletterhilfen zum Wickeln, ergonomische Sitzgelegenheiten oder organisatorische Veränderungen der Arbeitsabläufe können diesen Beschwerden oftmals entgegensteuern“, so die Präventionsmitarbeiterin. Häufigste Ursache für Rückenschmerzen seien Muskelverspannungen, oftmals hervorgerufen durch zu wenig Bewegung, aber auch durch psychische Belastungen. Zu diesen Themen vermittelte Jördis Gluch nützliches Hintergrundwissen aus der bundesweiten Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“, die dazu animieren möchte, mehr Aufmerksamkeit der Rückengesundheit zu schenken. Mehr zum Themen unter www.ukrlp.de oder www.deinruecken.de.
Zertifizierte Bewegungskitas
Bewegung ist im frühen Kindesalter der Motor zur Entwicklung. Kinder „begreifen“ mit ihren Händen, Füßen und ihrem Körper die Welt. Im bewegten Spiel nehmen sie Kontakt zu anderen auf, erleben und entwickeln in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt ihre eigenen körperlichen Fähigkeiten und Grenzen, umschreibt der Aktionskreis Psychomotorik e.V. den Ruf nach einer „Bewegten Kindheit“. Fast 80 Kindertageseinrichtungen haben in Rheinland-Pfalz bereits das Zertifikat „Bewegungskita Rheinland-Pfalz“ erlangt. Detaillierte Anforderungen sind im Internet unter www.bewegungskita-rlp.de im Servicebereich aufgeführt.
Bewegungsspaß mit Bällen.
