Infoabend im Rathaus stößt auf Interesse
Klimaanpassung und Hitzeschutz im Fokus
aus Bendorf
Bendorf. Wie wirkt sich der Klimawandel auf Bendorf aus und was kann die Stadt tun, um sich auf die Folgen vorzubereiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Infoabend „Heiße Zeiten erfordern kühle Lösungen“ am 16. September im Rathaus. Interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über die Klimaanpassung in Bendorf zu informieren und mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen.
Bürgermeister Christoph Mohr begrüßte die Anwesenden und unterstrich die Bedeutung des Themas für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Dabei würdigte er auch die Arbeit der Klimaanpassungsmanagerin Alexandra Mil, die das Thema in Bendorf mit großem Engagement und einem proaktiven Ansatz vorantreibt.
Zu Beginn gab Alexandra Mil einen Rückblick auf die Schlagzeilen des Sommers: Extreme Hitze, Gewitter, Trockenheit und Niedrigwasser prägten die vergangenen Monate, zuletzt sorgten sogar Tornados für Aufmerksamkeit. Anhand statistischer Daten und lokaler Auswertungen zeigte sie anschließend, wie sich die globalen und regionalen Oberflächentemperaturen entwickeln und wie sich der Klimawandel beim Niederschlag bemerkbar macht.
Besonders anschaulich war der Blick auf die Hitze-Hotspots und kühleren Bereiche im Bendorfer Stadtgebiet. Grundlage hierfür ist eine satellitengestützte Analyse der Oberflächentemperaturen an einem Hitzetag.
Die Auswertung zeigt, dass sich versiegelte und dicht bebaute Bereiche mit wenig Grün extrem aufheizen. Die höchsten Werte wurden im Bereich des Einkaufszentrums gemessen, gefolgt vom umliegenden Innenstadtbereich.
Auch die Starkregengefährdung war Thema im großen Sitzungssaal. Die Analysen zeigen, dass insbesondere dicht bebaute Bereiche der Innenstadt bei Starkregen einem erhöhten Überflutungsrisiko ausgesetzt sind. Weniger dicht bebaute Bereiche mit Grünflächen können Niederschlagswasser dagegen besser aufnehmen.
Im weiteren Verlauf stellte Alexandra Mil die sechs Handlungsfelder des 2024 verabschiedeten Nachhaltigen Klimaanpassungskonzepts vor. Das Konzept bündelt Maßnahmen aus den Bereichen Stadtentwicklung und kommunale Planung, menschliche Gesundheit und Katastrophenschutz, Wasserwirtschaft, Biodiversität und Naturschutz, Waldmanagement und Landwirtschaft sowie Tourismus.
Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, was aus dem Konzept bereits konkret umgesetzt wird oder sich in Planung befindet. So wurde unter anderem bereits eine Kartierung von Kaltluftschneisen vorgenommen. Außerdem fand eine Auftaktveranstaltung zur Erstellung eines Hitzeaktionsplans statt. Die darin vorgesehenen Maßnahmen sollen bereits nächsten Sommer zum Einsatz kommen.
Weitere Vorhaben sind die zeitnahe Installation von Trinkwasserbrunnen in allen Stadtteilen sowie die Aktualisierung des Hochwasserschutzkonzepts. Die Öffentlichkeitsarbeit und die Sensibilisierung der Bevölkerung bleiben wichtige Daueraufgaben.
Dass Klimaanpassung eng mit der Stadtentwicklung verbunden ist, zeigt sich beispielsweise beim klimaangepassten Umbau der Hauptstraße. Auch die Entdeckerlounge, der mobile Garten am Kirchplatz setzt ein sichtbares Zeichen für die „Grüne Entdeckerstadt“. Einen umfassenderen Einblick in die Entwicklungsziele und Projekte der Stadt bietet die Website www.entdeckerstadt.de.
Im zweiten Teil des Abends sprach Energieberater Mark Specht von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz über das Thema „Kühler Wohnen – Was tun gegen die Hitze?“. Dabei ging es zunächst um Maßnahmen wie richtiges Lüften und Verschattung. Darüber hinaus stellte er bauliche Möglichkeiten vor, darunter die nachträgliche Wärmedämmung, eine verbesserte Luftdichtheit der Gebäudehülle, konstruktive Verschattung sowie inneren und äußeren Sonnenschutz.
Auch Dach- und Fassadenbegrünungen bieten Möglichkeiten, Gebäude und ihr Umfeld vor übermäßiger Erwärmung zu schützen. Ergänzend erläuterte der Energieberater technische Lösungen, etwa mechanische Kühlung durch Klimageräte oder Wärmepumpenheizungen, und informierte über passende Förderprogramme.
Zum Abschluss verwies Mark Specht auf die kostenlose Energieberatung der Verbraucherzentrale, die Bürgerinnen und Bürger bei Fragen rund um energetische Sanierung, Hitzeschutz und effiziente Gebäudetechnik unterstützt.
Der Infoabend im Rahmen bundesweiten der Woche der Klimaanpassung machte deutlich: Klimaanpassung ist eine gemeinsame Aufgabe. Die Stadt Bendorf arbeitet an konkreten Maßnahmen, um die Folgen des Klimawandels abzumildern und die Stadt langfristig lebenswert zu gestalten. Gleichzeitig gibt es auch für Privatpersonen Möglichkeiten, sich auf zunehmende Hitze und andere Klimafolgen vorzubereiten.
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Klimaanpassungsmanagerin Alexandra Mil berichtete, welche Maßnahmen aus dem Klimaanpassungskonzept in Bendorf bereits in Planung und in Umsetzung sind. Foto: Stadt Bendorf