Rheinisches Eisenkunstguss-Museum
Krupp und Sayn in Fotografien
Bendorf-Sayn. Die in Ausstellung und Begleitband Krupp und Sayn präsentierten Fotografien stammen überwiegend aus dem Historischen Archiv Krupp in Essen, das in seinem Fotoarchiv rund zwei Millionen Aufnahmen aufbewahrt. Manuela Fellner-Feldhaus, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Krupp-Archivs, wird am Donnerstag, 16. Juli, um 19 Uhr, im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum im Schloss Sayn Einblicke in den Schatz Krupp´scher Firmen- und Familienfotografie gewähren: „Sie bilden die Geschichte der Firma und Familie Krupp ab. Bereits Alfred Krupp hatte die mediale Wirksamkeit der Fotografie für die Industrie erkannt und 1861 als erster Unternehmer überhaupt eine eigene Werksfotografie gegründet. Fotografien dienten von Anfang an der Dokumentation und der Forschung, besonders aber der Öffentlichkeitsarbeit. Dass Fotografien so zahlreich und vielfältig überliefert sind, ist der frühen Gründung des Archivs 1905 und der breiten Unterstützung durch die Eigentümerfamilie zu verdanken.“ Nicht nur Alfred Krupp bewarb sein Unternehmen mit Fotografien, sondern auch sein Nachfolger ließ Aufnahmen der Standorte des Unternehmens außerhalb Essens anfertigen. Nur wenige der frühen Fotografien tragen die Signatur des ersten Werksfotografen, der seine Aufnahmen mit dem Vermerk „Phot. H. v. Werden“ signierte. In der Regel wurden die Fotografien aber anonym als Schöpfungen der „Photographischen Anstalt der Gussstahlfabrik bei Essen F. Krupp“ oder des „Etablissements Fried. Krupp“ gekennzeichnet. Damit garantierte der Eigentümer Exklusivität und vor allem Authentizität. Die Überlieferung im Historischen Archiv Krupp zur Region Sayn deckt einen Zeitraum von rund 100 Jahren ab. Die fotografische Dokumentation des Unternehmens reicht von den späten 1860er-Jahren bis zum Verkauf der Sayner Hütte 1927, die privaten Aufnahmen der Familie bis zur Aufgabe der Jagd Sayneck nach dem Tod Alfred Krupp von Bohlen und Halbachs 1967. Einige der Aufnahmen zählen nicht nur zu den ältesten Fotografien der Firma Krupp, sondern auch zu den ältesten bekannten Fotografien der Region Sayn. Allein 15 Fotografien sind vom ersten Werksfotografen Hugo van Werden signiert und bilden eine einzigartige Quelle für die Schaffensbreite und Entwicklung eines der ersten professionellen Industriefotografen. Die Themen sind breit gefächert: Neben Hochofenanlagen, der Expansion und Veränderung der Industriestandorte durch die Firma Krupp in der Region, finden sich frühe Landschaftsfotografien, Aufnahmen von Bediensteten und Angestellten und den Bewohnern von Sayn. Sie zeigen die Familie Krupp während ihrer Aufenthalte im Jagdhaus Sayneck. Ein Großteil der Fotografien entstand im Auftrag der Firma Krupp und wurde von den Werksfotografen ausgeführt. Darüber hinaus gibt es aber auch Aufnahmen von renommierten, lokal tätigen Fotografen. Aber auch Familienmitglieder betätigten sich als Fotografen. Nutzte die Firma Krupp die in Sayn entstandenen Fotografien für ihre Öffentlichkeitsarbeit, wurde der private Teil der Aufnahmen nicht publiziert, sondern diente allein der Erinnerung und der Dokumentation der Familiengeschichte. Weitere Informationen und Anmeldung unter Tel.: (0 26 22) 90 29 13 oder per Mail touristinfo.sayn@bendorf.de, www.bendorf.de.