Zweiter regionaler „Flüchtlingsgipfel“ in Mayen-Koblenz
Landkreis richtet Koordinierungsstelle im Kreishaus ein
Kreis MYK. Beim zweiten Flüchtlingsgipfel im Kreishaus stand die kreisweite Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebote und Integrationsstrukturen im Vordergrund. Jetzt wird definiert, an welchen Standorten sinnvolle Ergänzungen angebracht sind. Ab sofort werden die Maßnahmen durch eine neu geschaffte Koordinierungsstelle im Kreishaus gesteuert. „Wir müssen schnelle Lösungen für akute Probleme finden und unsere Kommunen unkompliziert bei der Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern unterstützen“, forderte Landrat Dr. Alexander Saftig Ende Januar beim ersten regionalen runden Tisch zum Thema Flüchtlinge. Das erste Treffen stand unter dem Zeichen des allgemeinen Austauschs. Vier Wochen später begrüßte der Kreischef nun die Vertreter der kreisangehörigen Städte und Verbandsgemeinden, der Kreistagsfraktionen sowie von Behörden und Migrationsdiensten zur zweiten Arbeitssitzung. „Ich bin unglaublich froh darüber, dass es uns so schnell gelungen ist, eine Stelle zu schaffen, die die Flüchtlingsintegration auf Kreisebene koordiniert. Alle im Kreistag vertretenden Fraktionen waren sich einig, dass es keine Zeit zu verlieren gilt“, sagt der Landrat. Michael Kock wird ab sofort die Aufgabe wahrnehmen und als Lotse für Flüchtlinge und Schaltstelle für die verschiedenen Akteure, die sich der Flüchtlinge vor Ort annehmen, fungieren. Der 37-jährige Diplom-Sozialarbeiter wohnt in Koblenz und war bislang Sachgebietsleiter „Markt und Integration“ im Jobcenter-Standort Mayen. Neben der neuen Koordinierungsstelle hat die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz in den vergangenen Wochen eine Reihe von Maßnahmen, Aktivitäten und Entscheidungen initiiert, auf den Weg gebracht und vollzogen. Sie sollen zu einer verbesserten Situation der Flüchtlinge führen. Dazu zählt die Zusage des Landrates, dass der Landkreis zukünftig Dol-metscherkosten übernehmen wird, falls Migranten diesen in der Kreisverwaltung benötigen. Auch beteiligt sich der Landkreis an an-fallenden Fahrtkosten der Flüchtlinge und Asylbewerber zum Besuch von Sprachkursen. Ebenfalls werden weitere Sprachkursangebote gefördert, falls der Bedarf dafür besteht. Nicht zuletzt wurde zusätzliches Personal für die Aufgaben „Zuweisung und Unterbringung der Asylbewerber“ und „Krankenhilfe“ eingestellt. Dem Landkreis Mayen-Koblenz wurden im Jahr 2014 636 Flüchtlinge als Erstantragsteller auf Asyl zugewiesen. Für 2015 erwartet man rund 800 Flüchtlinge. Zum Vergleich: 2011 waren dies 119 Personen, 2012 190 und 2013 250 Personen.
