Vortrag über Fürstin Margarete von Thurn und Taxis in Sayn
Leben und Werk einer ganz besonderen Frau
Vortrag im Garten der Schmetterlinge am 18. Juni
Bendorf. Am Donnerstag, 18. Juni um 19 Uhr wird Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Baumann in der Reihe „KulturSayn!“ und im Begleitprogramm zur Ausstellung „Fürstin Margarete von Thurn und Taxis – Kaiserliche Hoheit, Krankenschwester, Künstlerin“ im Pavillon des Garten der Schmetterlinge in Sayn einen Vortrag über das Leben der Fürstin halten.
Sein Großvater Ludwig hatte 1909 in Regensburg den Handel mit „Altertümern“ begonnen. Wie viele
Regensburger Kaufleute schmückte er immer dann, wenn Geburts- oder Namenstage des Fürsten Albert von Thurn und Taxis oder seiner Ehefrau, der Fürstin Margarete, Erzherzogin von Österreich anstanden, sein Schaufenster passend zu den Festtagen. Dafür ließ er eigens vier Putti aus Lindenholz schnitzen, mit dem fürstlichen und dem kaiserlich-österreichischen Wappen, die dann um eine Fotografie des Jubilars oder der Jubilarin garniert wurden. Das Interesse an der Fürstenfamilie hat Ludwig Baumann in jedem Fall an seinen Enkel Wolfgang vererbt. Der schrieb als Kunsthistoriker seine Doktorarbeit über die aus dem ungarischen Zweig der Habsburger stammende, 1870 in Alcsút als drittes Kind des Erzherzogs Joseph und seiner um dreizehn Jahre jüngeren Gemahlin Klothilde geborene Margarete.
Neben ihren repräsentativen Verpflichtungen engagierte sich Margarete, Schwiegertochter der Sisi-
Schwester Helene in Bayern und Urgroßmutter Fürstin Gabrielas zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, im sozialen Bereich, arbeitete in dem von ihrem Mann für die Verwundeten des Ersten Weltkriegs eingerichteten Lazarett und bis ins hohe Alter hinein in Regensburger Krankenhäusern als Kranken- und OP-Schwester. Außerdem betätigte sie sich künstlerisch, schuf, als Schülerin der bekannten Wiener Impressionistin Olga Wiesinger-Florian, zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen und Plastiken, mit denen sie unter anderem etliche Jugendstil-Salons in den Schlössern St. Emmeram und Garatshausen gestaltete. Vom Jugendstil beeinflusst sind teilweise auch die Illustrationen, die sie zu dem von ihrem Vater 1903 herausgegebenen „Atlas der Heilpflanzen“ schuf.
Der Vortrag findet in der Ausstellung statt, die anhand von Originaldokumenten und –bildern, darunter zahlreiche Blumenbilder und Bilder der von Margarete heiß geliebten Pferde, von Informationstafeln das Leben und Schaffen der Fürstin dokumentiert. Die von einer Broschüre begleitete Ausstellung ist bis 15. September zu sehen.
Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. (0 26 22) 15 478 oder E-Mail schmetterlinge@sayn.de.