Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen unterstützt Friedensdorf International
Mädchen aus Afghanistan wird wieder laufen können
Kemperhof behandelt Kind aus dem Friedensdorf unentgeltlich
Koblenz. Jetzt läuft Bibi auf Gehstützen wieder. Das operierte Bein darf sie aber erst dosiert belasten. Vor einigen Monaten schien das Mädchen das Schicksal vieler Kinder in Gebieten wie Afghanistan zu teilen, wo eine komplexe medizinische Behandlung oft schon alleine organisatorisch an Grenzen stößt.
Zu verdanken hat sie den rettenden Eingriff der Kinderhilfsorganisation Friedensdorf International, die in den Herkunftsländern Kinder für eine Behandlung auswählt und seit vielen Jahren in Kooperation mit dem Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen, Kemperhof Koblenz, das die Behandlung kostenfrei übernimmt, versorgt.
Dazu der Leitende Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand-, Wiederherstellungschirurgie Dr. Bernhard Rosenkranz: „Unser Ziel ist, das Bein zu erhalten und seine Funktion wiederherzustellen. Bis zum Sommer hoffen wir, dass Bibi mit ihrem neu gewachsenen Knochen laufen kann.“ Weitere Eingriffe bleiben dem Kind nicht erspart, das mit einem offenen Bruch und massiven Infektionen zum Kemperhof kam. Ein abgestorbenes Stück des Unterschenkelknochens musste entfernt werden, und ein sogenannter Ring-Fixateur stabilisiert nun vorübergehend das Bein.
Der Körper soll selbst neuen Knochen in einer Länge von etwa zwölf Zentimetern bilden. Sobald der Kontakt gefunden ist, wird der Knochen mit dem Sprunggelenk durch Platten und Schrauben verbunden. „Ein solcher Eingriff ist medizinisch eine Herausforderung“, berichtet auch Dr. Hüseyin Senyurt, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand-, Wiederherstellungschirurgie. Auf der Kinderstation K 3 hat sich das zehnjährige Mädchen nach anfänglicher Scheu gut eingelebt. Damit sie aber wieder mit afghanischen Kindern spielen und reden kann, und das Heimweh ein bisschen überwunden wird, ist sie für kurze Zeit ins Friedensdorf zurückgekehrt. „Im Dezember möchten wir uns die Fortschritte ansehen“, berichtet Oberarzt Dr. Wolfgang Müller und ergänzt: „Wir sind auf einem guten Weg und froh, dem Kind helfen zu können.“ Bibi hat schon erste Kontakte mit Koblenz geschlossen und spricht bereits ein paar Worte deutsch. Sankt Martin von Moselweiß hat ihr bei seinem Besuch einen Weckmann übergeben, und als sie ein Feuerwehrmann ganz oben auf die Feuerleiter gehoben hat, waren für einen Moment alle Strapazen vergessen.
Pressemitteilung
Gemeinschaftsklinikum
Koblenz-Mayen
