Allgemeine Berichte | 03.12.2013

Theateraufführungen im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum

Mit Schärpe ins Mitmachtheater

Bei der Aufführung von „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“ fehlte nur noch die weiße Schneepracht

Eine alte Küche und ein Wohnzimmer sind die Kulissen für das Weihnachtstheaterstück.

Bendorf. Zuerst bekommen die Theaterbesucher eine Schärpe in den Landesfarben angelegt und dann einen kaschierten Zettel mit einem Satz in ausländischer Sprache. Den müssen sie aufsagen, sobald die Schauspieler die Gruppe der Engländer, Spanier, Italiener oder Franzosen ansprechen. Doch bevor man in der fünften Folge der Theateraufführungen im Rheinischen Eisenkunstguss-Museum in Bendorf Sayn Schauspiel und Ambiente genießen kann, gibt es einen leckeren Punsch, zusammengebraut vom Museums-Förderkreis. Dann klingelt es und die etwa 50 Besucher dürfen in einem zum Theater umfunktionierten Museumsraum Platz nehmen, wo auf den Tischen schon die Plätzchen zum Zugreifen einladen. Schließlich heißt das beliebte Weihnachtsstück „Plätzchen, Punsch und Pulverschnee“, in diesem Jahr unter dem Titel „Fröhliche Weihnacht überall“. Punsch und Plätzchen waren da, aber mit Pulverschnee ist bei plus 6 Grad Außentemperatur wirklich nicht zu rechnen. Mitten im Hochsommer recherchieren alle Jahre wieder Stephanie Geifes und Heike Kamp (beide aus Bendorf) im Landeshauptarchiv Koblenz, Außenstelle Abtei Rommersdorf, um das Buch für das Weihnachtstheaterstück des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums zu schreiben. Und wenn dann die Premiere kurz vor dem ersten Advent naht, sind alle haupt- und ehrenamtlichen Museumsleute, darunter auch Mitglieder des Förderkreises, emsig damit beschäftigt, nicht nur Teile der Dauerausstellung, sondern das ganze Museum in vorweihnachtlichen Glanz zu hüllen.

Weihnachtstraditionen aus verschiedenen Ländern

So war es auch in diesem Jahr, und immer, wenn die Gäste erscheinen, duftet es in den Museumsräumen nach Punsch und Plätzchen. Mit den Vorbereitungen, natürlich zu Weihnachten, hat auch das Theaterstück zu tun. Die „gnädige Frau“ (Stephanie Geifes), Gattin eines hiesigen Eisenhüttendirektors, ist mit ihrem Hausmädchen Mariechen (Heike Kamp) von einer großen Reise quer durch Europa zurückgekehrt. Der Weihnachtsbaum im Salon ist bunt geschmückt, die Krippe steht bereit und auf der Leine hängen Weihnachtskarten aus aller Herren Länder. In der gemütlichen Küche mit dem Eisenofen stehen zwischen Plätzchen und Plumpudding die unausgepackten Reisekoffer und Hutschachteln. Schließlich musste Mariechen in diesem Jahr mit der gnädigen Frau von „Pontius zu Spekulatius“ reisen.

Zuschauer werden eingebunden

Mitgebracht haben die Beiden neben den Geschenken auch viele oft unbekannte Weihnachtstraditionen aus Italien, Spanien, Frankreich und England.

Doch dann besucht kurz vor dem Fest der singende Cousin (Frank Adorf) die gnädige Frau. Und man spricht gemeinsam über die ausländischen Weihnachtstraditionen, wobei die Publikumsgruppen mit ihren Sätzen eingebunden werden. Aufgelockert wird dies alles durch weihnachtliche Lieder, die der Sänger und Moderator Frank Adorf aus Koblenz wunderschön zu Gehör bringt - und zwischendrin das Hausmädchen Mariechen mit ihrem Sayner Dialekt. Den wendet sie mitsamt der Fremdsprache an, wenn der Fernsprechapparat Nummer 24 der gnädigen Frau läutet und die neuen Freunde aus dem Ausland am Telefon sind.

Und zum Abschluss machen sich alle drei Schauspieler gegenseitig Geschenke, denn es ist „Fröhliche Weihnacht überall“. Obwohl es im Eisenkunstguss-Museum insgesamt 31 Aufführungen des Theaterstücks gibt, haben jetzt schon etwa 1.500 Interessenten Eintrittskarten erworben und damit ist das Stück ausverkauft.

Dabei gab es in dieser Woche schon zwei Zusatzaufführungen - vielleicht planen die Organisatoren von Eisenkunstguss-Museum und Förderkreis ja noch weitere.

Eine alte Küche und ein Wohnzimmer sind die Kulissen für das Weihnachtstheaterstück.

Eine alte Küche und ein Wohnzimmer sind die Kulissen für das Weihnachtstheaterstück.

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