Lokalsport | 19.05.2015

Turnerschaft Bendorf, Handball-Rheinlandliga

Mit dem inoffiziellen Titel des „Rückrundenmeisters“ endet der Weg

Jonas Strüder steuerte sechs Treffer zum Bendorfer Erfolg bei.privat

Rheinlandliga: HSG Wittlich - Turnerschaft Bendorf 25:32 (11:15). Zum letzten Saisonspiel reiste die erste Mannschaft samt treuem Fan-Anhang nach Wittlich. Dort wartete eine junge Mannschaft, die vor Saisonbeginn wegen der Abgänge wichtiger Spieler als ein klarer Abstiegskandidat gehandelt wurde. Auf Bendorfer Seite gab es nur ein Ziel: mit einem Sieg die „Rückrundenmeisterschaft“ zu besiegeln. So begann die TSB mit einer auf den Torschützenkönig der Liga, Anton Domaschenko, ausgerichteten offensiven Abwehr. Nicolas Barreteau übernahm die Aufgabe und machte dies hervorragend. Leider konnte der restliche Abwehrverbund diese Vorgabe nicht nutzen und bot den verbliebenen Eifelern zu viel Platz. Da im Angriff noch einige technische Fehler dazu kamen, blieb das Spiel bis zum 7:8 offen. Ein kleiner Zwischenspurt zum 7:10 und danach zum 8:13 rückte die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. Leider sahen die Zuschauer bis zur Pause wieder, wie sehr es bei guten Leistungen an Konstanz fehlte. Schöne Tore und schwache Abwehrleistungen wechselten sich in schöner Regelmäßigkeit ab, so dass der Halbzeitstand „nur“ 11:15 betrug.

Aus der Pause kamen die Falken dann besser als die Gastgeber und konnten mit dem 11:18 schnell einen klaren Vorsprung herausspielen. Danach ließen sie jedoch die Zügel wieder schleifen und gestatteten Wittlich, auf 19:23 zu verkürzen. Mit einem weiteren Zwischenspurt zum 21:29 war dann wieder alles klar, das Spiel plätscherte bis zum Endstand von 25:32 dahin. Die beiden A-Jugendlichen Jonas Strüder und der bereits erwähnte Nicolas Barreteau waren mit ihren Toren neben den bekannten Leistungsträgern wichtige Stützen bei diesem Sieg. Ebenso erwähnenswert war die starke Spielleitung vom allein pfeifenden Daniel Stein, der mächtig die Werbetrommel dafür rührte, dass es mehr Schiedsrichter-Nachwuchs im Rheinland gibt. Mit dem zehnten Sieg aus elf Rückrunden-Spielen endet eine Saison, die bei besserem Start dicke zur Vizemeisterschaft gereicht hätte. Mit dem inoffiziellen Titel des „Rückrundenmeisters“ wiederum endet nun der Weg dieser Mannschaft.

Das Trainerteam übergibt die Verantwortung an Christoph Barthel. Beide Torhüter und Andreas Dahmen verlassen den Verein. Alle drei gehören auf Ihren Positionen zu den Top-Spielern der Rheinlandliga. Trotzdem verbleiben einige vereinsinterne oder gar ligaweite „Rekorde“: Tabellenletzter am ersten Spieltag (28:39-Niederlage in Schweich), schlechtester Saisonstart seit dem Neuaufbau 2007 (4:8 Punkte), beste Rückrunde seit dem Wiederaufstieg in die Rheinlandliga (20:2 Punkte), 26 verschiedene Spieler waren laut Spielberichten im Einsatz, der jüngste (17 Jahre und fünf Tage) und der erfahrenste Spieler der Liga kamen aus der TSB-Familie.

Für Bendorf spielten: Klapthor, Winkel, Brinkmann(7), Becher (2), Dahmen (3), Flaming (1), Strüder (6), Barreteau (5), Dreidoppel, Kersten, Engler (7), Keip (1).

Verbandsliga: TV Arzheim - Turnerschaft Bendorf II 28:25 (12:11). Mit stark dezimiertem Kader, der dankeswerterweise von den Vereinskameraden aus der dritten Mannschaft aufgestockt wurde, ging es für die TSB II im letzten Saisonspiel zum TV Arzheim. Zwar wurde im ersten Angriff der Hausherren erfolgreich das Gegentor verhindert, doch im Gegenangriff wurde das Spielgerät recht schnell verloren. So ließ man die Schängel kommen und mit 2:0 und 5:3 in Führung gehen. Unaufmerksamkeiten in der Abwehr verhinderten eine Schmälerung des Zwischenstandes, so dass die Gastgeber bis auf 9:6 davon zogen. Ein stark parierender Nico Hemmerle gab jedoch in der Folgezeit den nötigen Rückhalt, um die Turnerschaft wieder herankommen zu lassen. So markierte Dominik Pretz in der 25. Minuten den erstmaligen Ausgleich für Bendorf II (10:10). Bis zur Halbzeit blieb es allerdings nicht dabei. Viel mehr nutzte der TVA große Freiräume auf den Außenpositionen. So ging es mit 12:11 für die Koblenzer Vorstädter in die Pause.

Vielleicht lag es einfach an der überraschend starken Arzheimer Leistung, die die Bendorfer immer weiter ins Hintertreffen brachte. Aber zusätzlich vergab man auf Bendorfer Seite auch leichtfertig Torchancen, wonach die Führung der Gastgeber bis auf 21:14 anwuchs. Erst in den letzten zehn Minuten der Begegnung erwachte das Team aus dem Dornröschenschlaf. So kämpften sich die Jungs, angeführt vom quirligen Pascal Brink, über 24:18 bis auf 26:24 heran. In dieser Phase entschärfte Niko Jansen zahlreiche Würfe der Hausherren. Als dann jedoch beim Stand von 27:25 Christian Balthasar mit einer strittigen Roten Karte des Feldes verwiesen wurde, war die Niederlage besiegelt.

Eine Saison ging damit zu Ende, die zwar besser hätte verlaufen können, aber immerhin wurde als Aufsteiger das Mindestziel Klassenverbleib frühzeitig klar gemacht. Tabellenposition neun zeugt zwar nicht davon, aber punktemäßig war aufgrund der mangelnden Sammelaktion der Handballfreunde aus Sinzig/Remagen und Arzheim die Turnerschaft Bendorf II nie wirklich in Abstiegsgefahr. Besonders markant für das Bendorfer Juniorteam war schlussendlich die starke Fluktuation, die verletzungs-, krankheits- und urlaubsbedingt auftrat und ein besseres Abschneiden des Teams um Trainer Oliver Joost verhinderte. Dennoch gilt an der Stelle allen Unterstützern aus der A-Jugend, dem Handballruhestand und der dritten Mannschaft, die die Mannschaft zum Teil erst spielfähig gemacht haben, ein riesiges Dankeschön.

Es spielten für Bendorf II: Dominik Pretz (3/2), Niklas Peltner (3), Pascal Brink (7), Christian Balthasar (1), Tobias Möllney (2), Yarek Byczek (2), Thomas Gutfrucht (4), Ingo Flöck (1), Lukas Schlicht (2). Im Tor: Niko Jansen, Nico Hemmerle, Patrick Schneider.

Jonas Strüder steuerte sechs Treffer zum Bendorfer Erfolg bei.Foto: privat

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