Beweidungsprojekt auf der Concordia-Halde in Bendorf
NABU sucht Mithelfer für die Tierbetreuung
Bendorf. Das Beweidungsprojekt des Naturschutzbund (NABU) auf der Concordia-Halde in Bendorf-Mülhofen hat sich dank der Beweidung durch zwei Zwergesel und fünf Burenziegen zu einem Kleinod des Naturschutzes entwickelt. Die Tiere halten die Grasflächen kurz und verbeißen das Buschwerk, sodass zahlreiche, auch seltene Pflanzenarten und Moose Fuß fassen können und Schmetterlinge und andere Insekten anlocken. So haben sich in den letzten Jahren mehrere Ameisenarten angesiedelt, die bevorzugte Nahrung des Grünspechtes, Vogel des Jahres 2014. Er läuft auf den Wiesenflächen umher, stochert mit seinem langen Schnabel im Ameisenhaufen und angelt die Insekten mit seiner Zunge heraus. Dank dieses guten Nahrungsangebotes brütete er auch in diesem Jahr erfolgreich auf dem Gelände. Zwei flügge Jungvögel wurden kürzlich beobachtet.
Durch die Insektenvielfalt, aber auch durch die Käfer und Larven, die sich in den Hinterlassenschaften der Esel und Ziegen entwickeln, werden auch zahlreiche andere Vogelarten angelockt. Sie finden hier, nicht zuletzt dank der vielen aufgehängten Nistkästen, ideale Bedingungen vor, um ihren Nachwuchs groß zu ziehen. So kann man jetzt Buntspechte und Kleiber, Eichelhäher, Meisen, Amseln, Buchfinken und Grasmücken beobachten und ihren Rufen und Gesängen lauschen. Hoch über dem Gelände rüttelt der Turmfalke, der im letzten Jahr, als es nur wenige Mäuse gab, dennoch im Falkenkasten auf der Halde vier Junge großgezogen hat. Im Winter stellen sich als Gäste aus dem Norden Erlenzeisige und Bergfinken ein, für die auch in der kalten Jahreszeit noch genügend Nahrung zu finden ist. Im Stall hat der Zaunkönig sein Nest und an der Außenwand finden die Fledermäuse ein Tagesquartier im Fledermauskasten. Auch sie profitieren vom reich gedeckten Tisch auf der Halde.
Die Esel und Ziegen führen ein freies und ungebundenes Leben auf dem weitläufigen Gelände und ernähren sich im Sommer von den Gräsern und Kräutern, die sie überall reichlich finden. Für frisches Wasser sorgen die ehrenamtlichen Tierbetreuer, die täglich nach der kleinen Herde schauen und kontrollieren, ob alle Tiere gesund sind und der Zaun um das Gelände intakt ist, denn Ziegen sind wahre Meister im Ausbrechen. Erst im Winter bedürfen sie dann der Fürsorge des Menschen durch Zufütterung mit Heu und das Bereitstellen eines trockenen und sauberen Stalles zum Schutz vor der Witterung. Für diese Aufgaben sucht die NABU-Gruppe Neuwied und Umgebung Verstärkung. Tierliebende Menschen mit etwas Tagesfreizeit, die mit anpacken können bei der Tierbetreuung, beim winterlichen Ausmisten des Stalles oder auch mal beim Einsetzen eines Zaunpfahles - gerne auch rüstige Rentner - können sich melden bei Ursel Wischnat, NABU Neuwied, Tel. (0 26 31) 4 74 17, oder bei der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald in Holler, Tel. (0 26 02) 97 01 33. Eine nette Gemeinschaft freut sich auf Mitstreiter.