Politik | 13.07.2015

Kreistag beschäftigte sich mit Renaturierungsmaßnahmen an Fließgewässern. II. Ordnung im Landkreis Mayen-Koblenz

Nette und Krufter Bach: 25 Jahre Gewässerpflegeplan

Naturnah und ursprünglich präsentiert sich die Nette in Höhe des Vulkanpark-Infozentrums Rauschermühle.privat

Kreis Mayen-Koblenz. Vor 25 Jahren, im Jahr 1990, hat der Kreistag den Gewässerpflegeplan „Nette und Krufter Bach“ beschlossen. Im Jahre 1994 kam der Gewässerpflegeplan „Elzbach“ hinzu. CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Moesta, der dem Gremium damals schon angehörte, hatte daher für die jüngste Kreistagssitzung einen Sachstandsbericht zur Umsetzung von Gewässerpflegeplänen und der EU-Wasserrahmenrichtlinie beantragt. Die Verwaltung kam diesem Anliegen nach und informierte das 50-köpfige Gremium entsprechend. In den einführenden Worten betonte der erste Kreisbeigeordnete Burkhard Nauroth, dass die untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung für rund 140 Kilometer Gewässerläufe zuständig ist. Hierzu gehören die Nette, der Krufter Bach, der Elzbach, der Brohlbach, der Saynbach und der Brexbach. Mit seinen Gewässerpflegeplänen sei der Landkreis schon lange vor dem Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 tätig geworden. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Durchgängigkeit der Bäche, die früher begradigt beziehungsweise kanalisiert wurden und auch durch Wehre ihr ursprüngliches natürliches Aussehen verloren hatten. Anhand einer Präsentation erläuterten Dagmar Menges (zuständige Abteilungsleiterin Umwelt und Bauen im Hause der Kreisverwaltung) sowie Josef Groß (Referent der Regionalstelle Wasserwirtschaft der SGD Nord) die im Laufe der letzten 25 Jahre eingeleiteten Aktivitäten. Insgesamt 16 Wehrrückbauten und -umbauten wurden bisher erfolgreich abgeschlossen. Die Maßnahmen führten nicht nur zu einer optischen Verbesserung: Flora und Fauna profitierten von den Maßnahmen in besonderer Art und Weise. In der Nette und im Saynbach wurden wieder Lachse gesichtet. Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass der Landkreis die entsprechenden Ausgaben (3,5 Millionen Euro in den vergangenen 25 Jahren) nicht alleine stemmen musste: Im Rahmen der „Aktion Blau“ wurden die Maßnahmen mit zunächst 60 Prozent und später sogar mit 90 Prozent bezuschusst („Aktion Blau Plus“).

Nutzen der Maßnahmen

„Wir schlagen mit den Maßnahmen zwei Fliegen mit einer Klappe: Neben der ökologischen Aufwertung und der Schaffung von Naturerlebnisräumen für unsere Bürgerinnen und Bürgern leisten wir damit einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz; wir schaffen sogenannte Retentionsräume“, so Burkhard Nauroth. Wie den Gewässerpflegeplänen zu entnehmen ist, stehen noch 21 Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur an. In diesem Jahr wird ein Wehr in Ochtendung, in Höhe der Korbsmühle, zurückgebaut. Der Kreisausschuss hat hier die Verwaltung im Juni mit der Durchführung eines Vergabeverfahrens ermächtigt; die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Mitte Oktober abgeschlossen sein. Außerdem sollen am Brexbach im Bereich des Pfadfinderlagers Strukturverbesserungsmaßnahmen durchgeführt werden (Beseitigung der Uferbefestigung, die derzeit aus Mauern besteht).

Ökologische Aufwertung in den letzten 25 Jahren

CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Moesta betonte: „Für uns war wichtig, dass man in einer Zusammenschau deutlich macht, was bisher alles erreicht wurde. Damals, im Jahre 1990, konnte man sich kaum vorstellen, welche positiven Effekte dieses Projekt mit sich bringt“, so Moesta, der von einer „deutlichen ökologischen Aufwertung“ sprach. Als positives Beispiel nannte er den Krufter Bach, dessen heutiger Zustand mit dem vor 25 Jahren in keinster Weise zu vergleichen ist. „Man ist damals häppchenweise ein Konzept angegangen, was in der Gesamtschau auf einmal nicht zu schultern gewesen wäre.“ Georg Moesta weiter: „Mittlerweile sind drei Punkte erreicht: Erstens eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Flora und Fauna. Zweitens eine deutlich bessere ökologische Vielfalt, wie der Fischbesatz. Und dass Bachläufe ein wichtiger Faktor für Freizeit und Erholung geworden sind, hätte man vor 25 Jahren in dieser Form wohl nicht für möglich gehalten.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende betonte, dass die 500.000 Euro Kreisanteil gut angelegtes Geld seien, wobei betont werden müsse, dass es sich um freiwillige Leistungen handele. „Es sind aber wichtige freiwillige Ausgaben, weil ein Mehrfaches an Investitionen sowie eine ökologische Aufwertung erreicht wird. Wir sind daher der Meinung, dass auch in Zukunft kontinuierlich jedes Jahr ein bis zwei Maßnahmen in den Haushalt eingestellt werden sollen.“, so Georg Moesta.

Pressemitteilung der CDU-Kreistagsfraktion Mayen-Koblenz

Naturnah und ursprünglich präsentiert sich die Nette in Höhe des Vulkanpark-Infozentrums Rauschermühle.Foto: privat

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