Bürgerversammlung in der Dieter-Trennheuser-Halle
Projekt nimmt Gestalt an
Ausbau der L 306 steht unmittelbar bevor
Sayn/Stromberg. Der desolate Zustand der Verbindungsstraße zwischen den Stadtteilen Sayn und Stromberg ist in der Region hinlänglich bekannt. Bedingt durch die enge Straßenführung auf der kurvenreichen Bergstrecke bildet die Straße einen permanenten Unfallschwerpunkt. Da nach einem Verkehrsgutachten die Verkehrszahlen bis zum Jahre 2025 drastisch steigen werden war hier schon lange Handlungsbedarf gegeben. Den langen Planungen zum Ausbau der L 306 folgen nun bald die ersten Bauarbeiten, die für die Einwohner von Stromberg und den Anliegerverkehr einschneidende Einschränkungen im täglichen Verkehrsablauf mit sich bringen werden. Zur Vorstellung des Projektes hatte Bürgermeister Michael Kessler kürzlich zu einer Bürgerversammlung in die Dieter-Trennheuser-Halle in Stromberg eingeladen. Aufgrund der Brisanz des Themas waren dieser Einladung so viele Bürger aus allen Stadtteilen und den Nachbargemeinden gefolgt, dass die Halle die Menschen kaum fassen konnte. Der Stadtchef zeigte sich bei seiner Begrüßungsrede erfreut über das große Interesse und wünschte sich dies auch für Bürgerversammlungen zu anderen wichtigen Themen in der Stadt. Flankiert wurde Bürgermeister Kessler von dem Abgeordneten der CDU Josef Dötsch (MdL) sowie den Sachgebietsleitern der Stadt Karl-Rudolf Goergen und Stephan Kaufmann. Der für die Planung und Ausführung der Bauarbeiten zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) wurde repräsentiert von deren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Bernd Hölzgen sowie Bauingenieur Heiko Lichtenhagen und dem Leiter der Fachgruppe Projektmanagement Axel Erikson. Bernd Hölzgen erläuterte dann im Detail den in zwei Abschnitten geplanten Bauablauf.
Vollsperrung notwendig
In diesen Zeiträumen ist eine Vollsperrung der L 306 notwendig, weil keine ausreichende Breite für eine Verkehrsführung mit Ampelregelung vorhanden ist. Positiv wirke sich dies aber auf die Bauzeit aus, die sich durch die Vollsperrung insgesamt um circa einen Monat verkürzt. Auch werde die Qualität bei durchgehendem Einbau der Fahrbahndecke erfahrungsgemäß besser, als wenn halbseitig mit Fugen gearbeitet werden muss. Der erste Bauabschnitt wird bergseitig aus Richtung Stromberg bis zur Zufahrt zur Burg Sayn im Oktober 2015 beginnen und soll circa zwei Monate dauern. Die Zuwegung zum Burgberg ist während dieses Bauabschnitts fast durchgehend aus Richtung Sayn gewährleistet. Für die Bauarbeiten an der unmittelbaren Zufahrt zum Parkplatz der Burg Sayn wird eine dreiwöchige Schließung der Burg Anfang Oktober genutzt. Bei planmäßigem Ablauf könnte die Vollsperrung dann vor dem Jahreswechsel 2015/2016 wieder aufgehoben werden. Ab dem Frühjahr 2016 werden die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt beginnen. Auch diese Arbeiten sollen unter Vollsperrung der L 306 zur Ausführung kommen, die Bauzeit beträgt voraussichtlich acht Monate. Während dieses Bauabschnitts ist die Zuwegung zum Burgberg sowohl über den dann bereits fertiggestellten Abschnitt aus Richtung Stromberg als auch aus Richtung Sayn über die talseitige Versorgungszufahrt möglich. Eine Vollsperrung der talseitigen Zufahrt ist lediglich für die Zeit der Deckensanierung in diesem Bereich (circa zwei Wochen vor Fertigstellung) erforderlich. Während der Vollsperrungszeiträume, circa Anfang Oktober bis Ende November 2015 sowie circa März bis Oktober 2016, kann der Anliegerverkehr für Fahrzeuge bis 7,5 t von und nach Stromberg die parallel zur L 306 verlaufende B 413 bis nach Isenburg und von dort die K 115 beziehungsweise K 90 nutzen. Der Lkw- und Busverkehr wird großräumig über Höhr-Grenzhausen umgeleitet, entsprechende Vollsperrungshinweise bereits auf der BAB A 48 sind noch mit den Verkehrsbehörden abzustimmen. Die Baukosten der gesamten Maßnahme sind auf 2,5 Millionen Euro veranschlagt, davon werden für Decke, Mauersanierung und Geröllschutz circa 300.000,00 Euro eingesetzt und 2,2 Millionen Euro für Straßenbaumaßnahmen, Mauersanierung und Böschungssicherung.
Um Verständnis der Bevölkerung gebeten
In der anschließenden Fragestunde baten die Vertreter der LBM nochmals um Verständnis bei der Bevölkerung. Es sei leider nicht vermeidbar, dass vor allem die Schüler und Buspendler durch die erforderliche großräumige Umleitung einen erheblich höheren Zeitaufwand einrechnen müssen, an den Fahrpreisen würde sich durch die längere Fahrtstrecke aber nichts ändern. In der Bevölkerung überwog die Sorge, dass die eingeplante Bauzeit von insgesamt zehn Monaten nicht eingehalten werden könnte. Hierzu wurde versichert, dass zur Einhaltung der geplanten Zeiträume die Arbeiten an sechs Tagen in der Woche durchgängig unter Ausnutzung des gegebenen Tageslichts vorgenommen werden. Allerdings könne man Verzögerungen durch Witterungseinflüsse nicht ausschließen, versuche diese dann aber nach Möglichkeit zu kompensieren. Insgesamt wurden die geplanten Baumaßnahmen von der Bevölkerung aber begrüßt, sorgen sie doch durch eine nachhaltige Entschärfung der Verkehrssituation für mehr Sicherheit auf dieser Strecke.