Senioren-Union Bendorf
Rechtzeitig Vorsorge treffen
Bendorf. Schon mit seinen ersten Worten, einem Zitat von Perikles („Es ist zu spät, Brunnen zu graben, wenn der Durst brennt“), forderte der Leiter der Stabsstelle „Ethik und Werte“ der Marienhaus GmbH, Georg Beule, die zahlreichen Zuhörer auf, rechtzeitig sowohl eine Patientenverfügung als auch eine Vorsorgevollmacht zu erstellen, um im Voraus bei eigener Entscheidungsfähigkeit zu bestimmen, welche Handlungen in bestimmten gesundheitlichen Situationen vom Arzt ausgeführt oder unterlassen werden sollen.
In Anwesenheit des Vorsitzenden des CDU-Stadtverbands, Bernhard Wiemer, zeigte er die charakteristischen Merkmale der einzelnen Verfügungen auf und betonte, dass es darauf ankomme, auf die Zukunft vorbereitet zu sein, um das eigene Selbstbestimmungsrecht zu wahren, auch dann, wenn jemand beim Zeitpunkt einer Behandlung nicht mehr ansprechbar oder einwilligungsfähig sei. Seit Jahren ringen Politiker und Ärzte um Antworten auf die Frage, welche Hilfen todkranken Menschen beim Sterben gegeben werden dürfen, eine Diskussion über Moral und Ethik, über die Verantwortung und die Grenzen moderner Medizin. Ob Betroffene Sterbenden alles medizinisch Mögliche zukommen lassen sollen, das kann nicht die Politik regeln, das müssen Arzt und Patient immer gemeinsam miteinander entscheiden.
Nur eine auf eigenen ethischen Normen erstellte Patientenverfügung, gepaart mit einer auf Vertrauen basierenden Vorsorgevollmacht, kann den Moment meistern, wo es darum geht, das Leben eines Menschen zu erhalten oder ihn in Würde sterben zu lassen. Im Mittelpunkt des anschließenden Gesprächs stand die Frage der Palliativversorgung. Es gipfelte in der Feststellung: „Das Geld, das für unnötige Therapien am Lebensende verwendet wird, wäre sinnvoller in der Palliativversorgung eingesetzt.“
In seinem Schlusswort dankte der Vorsitzende der CDU-Senioren, Hajo Stuhlträger, Georg Beule mit einer Erinnerung aus Sayn für seinen phasenweise aufrüttelnden Vortrag und forderte die Anwesenden auf, jetzt den Worten Taten folgen zu lassen.
Gut war es, dass die Zuhörer als Abschluss der Veranstaltung im Rahmen eines gemütlichen Beisammenseins, das von Werner Dietz vorbildlich vorbereitet worden war, die Möglichkeit hatten, die schwierige Thematik in Gesprächen mit dem Referenten und untereinander zu vertiefen.
Pressemitteilung der
Senioren-Union Bendorf
Mit großem Interesse verfolgen die Zuhörer die Ausführungen des Referenten Georg Beule.Foto: privat