Turnerschaft Bendorf Jugendhandball
Rheinlandmeister, Rheinlandmeister, hoi, hoi, hoi
Handballkrimi in der TSB-Arena
Bendorf. Mega-Wochenende für die C1 der Turnerschaft Bendorf. Nachdem das Halbfinale zur Rheinlandmeisterschaft wegen „Unpässlichkeit“ des Gegners ausfiel, hieß es am vergangenen Wochenende: Es geht um die Wurst! Fiiinaaale ohoooooo….. Alle waren heiß auf den Pokal, sollte doch jetzt der Lohn für die harte Arbeit des ganzen Jahres eingefordert werden. Samstag war es soweit: Autos waschen, Trikots bügeln, Fahrt auf den Hundsbuckel. Hausaufgaben waren alle gemacht: Spielanalyse nach dem Freitagstraining und jeder Spieler war mit Sicherheit nochmals in sich gegangen. Aufgrund der Vorrundenspiele der Saison zur Meisterschaft wusste die Mannschaft, dass die HSG Kastellaun/Simmern nicht zu unterschätzen war. Anstoß HSG Kastellaun/Simmern, und prompt ging der Gegner in Führung. Dem Handballgott sei Dank: Das Unentschieden folgte durch einen Siebenmeter. Doch die Kastellauner hakten direkt nach und machten der TSB das Leben recht schwer. In der Abwehr standen die Mannen jedoch wie eine Mauer, aber vorne wollte die Pille einfach nicht über die Linie (was unter anderem an der guten Leistung des Kastellauner Torwartes lag). Völlig verdient ging Kastellaun mit einer 12:9 Führung in die Pause. Auch nach der Pause sollte der Damm nicht richtig brechen, bauten die Kastellauner ihre Führung weiter aus und so stand es plötzlich 14:10 für den Gegner. Vier Tore sind in so einem Spiel verdammt viel, die wollen erst mal aufgeholt werden. Das Endergebnis vorweggenommen: es sollte nicht gelingen. Kurzzeitiges Aufbäumen führte zumindest zu einem 15:15-Ausgleich, doch keiner hatte die Rechnung mit den Schiedsrichtern gemacht. Dank der ein oder anderen diskutablen Entscheidung kam die Mannschaft einfach nicht richtig in Fahrt und steckte somit die 1. Niederlage dieser Saison ein. Mit einem 18:21 fuhren die Jungen völlig in sich gekehrt wieder heim in die rheinische Tiefebene. Völlig am Boden zerstört gingen die Meinungen der Spieler auseinander: „… das gewinnen wir nie…, drei Tore, was ist das denn…., wenn wir jetzt mit 21:17 gewinnen…., und was ist bei 21:18????“ Aber wie heißt es so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben (in dieser Saison sogar öfters…). Die TSB-Arena war noch nicht richtig von dem Erfolg der 1. Mannschaft gereinigt, gingen die Granaten der C1-Jugend zum letzten Gefecht des HV-Rheinlands in dieser Saison. Aber es ging los, wie am Tag zuvor. 0:1, 0:2, Abwehr zwar wie immer genial und flink agierend, aber die HSG hatte den absoluten Siegeswillen. Erst in der 9. Minute gelang der erste Gegentreffer zum 1:2 für die TSB! Ein erleichternder Jubel ging durch die gut gefüllten Reihen der TSB-Arena. Zwei Mannschaften auf Augenhöhe, das war Handball der Extraklasse. Auch was danach folgte, ließ den Zuschauern immer wieder das Blut in den Adern gefrieren: Zogen Hunsrücker auf ein 3:6 davon, folgte der souveräne Konter und ratzfatz stand es plötzlich 8:6-Halbzeitstand für die TSB. Da war sie wieder, die alte Kampfmaschine C-Jugend TSB. Mitte der 2. Halbzeit kam jedoch zum Schrecken aller wieder der Einbruch und die HSG kam auf ein 11:11 heran. Auch bis zum 13:13 nahm das Zittern kein Ende. Immer das Hinspiel-Ergebnis im Kopf rechneten die meisten Zuschauer mit jedem Treffer nach: Jetzt noch zwei Tore, nur noch eins und plötzlich war sie da, die heiß ersehnte 4-Tore-Differenz. Jetzt nur die Nerve behalten, den Gegner nicht auf drei Tore herankommen lassen und nicht über das 21:18 hinaus, da Auswärtstore mehr gewichtet werden. Ein Wechselbad der Gefühle. Eine Minute noch zu spielen und die TSB führte mit 20:16. Die Emotionen kochten bei Spielern und Zuschauern hoch, sodass die Schiedsrichter auch mal die Kampfhähne trennen mussten. Letzter Angriff der Kastellauner, offene Manndeckung, es gab keinen mehr, den es auf dem Sitz hielt, die Halle kochte, ein Spiel, welches an Spannung nicht mehr zu toppen war. Doch alles Aufbäumen des Gegners war vergebens und nach 50 Minuten kam die alles erlösende Schlusssirene. Die Halle stand Kopf, jetzt wurde gejubelt und sich umarmt, den Siegesgesang abgehalten: „Rheinlandmeister, Rheinlandmeister hoi, hoi, hoi.“ Was für eine herrliche Stimmung. Handball der Extraklasse, getreu dem Motto der TSB: Handball pur. Und so wurde noch bis in die Abendstunden das ein oder andere Meistersteak, Meisterbierchen, Meistercola, etc. vertilgt. In zwei Wochen in Zweibrücken geht es weiter, wo es dann heißt: die Besten aus dem Südwesten, Rheinland-Pfalz-Saar-Meisterschaft. Die ganze Stadt drückt dann die Daumen.
Den Rheinlandmeistertitel erkämpften in zwei Finalspielen:
Benjamin Oster ( 5), Jacob Schleier (11/2), Fabian Schmitt (5), Janik Ockenfeld (1), Torben Waldgenbach (10), Fabian Flöck (1), Dennis Herdt, Mike Müller (1), Tido Stritzke, Jann Aschkowski, Jannis Hofmann (4) sowie im Tor Marcel Schenk und Dominik Knoll.
An großer Dank galt dem Publikum für seine fantastische Unterstützung.