Forschung: Nachbau ist am Römerbergwerk Meurin in Kretz zu sehen
Richtfest für eine historische Steinsäge
Kretz. Am und im Römerbergwerk Meurin bei Kretz ist derzeit eine ganze Menge los. Archäotechniker Kuno Menchen vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) gestaltet und erweitert das Außengelände des Römerbergwerks Meurin neu. Neben der römischen Krananlage, der historischen Schmiede und der Steinmetzhütte ergänzt bereits eine römische Feldküche das Areal hinter dem Tuffbergwerk. Eine besondere Attraktion wird ab der Saison 2014 die Rekonstruktion einer wasserradangetriebenen historischen Steinsäge nach byzantinischem Vorbild sein.
Bei der Steinsäge handelt es sich um ein experimental-archäologisches Modell, das auf einem Fund aus Ephesos in der heutigen Türkei beruht. Im sogenannten „Hanghaus 2“ fanden Wissenschaftler des RGZM eine antike Maschine, die mit Hilfe von Menchen rekonstruiert werden konnte. Mit der Steinsäge, die durch ein Wasserrad angetrieben wurde, konnten Steinblöcke, wie Marmor oder Tuff, zu Platten zersägt werden. Mit diesen wurden dann Böden und Wände in den Häusern wohlhabender Römer ausgekleidet.
Um Steinsäge und insbesondere ihren Antrieb, ein Wasserrad aus Eichenholz mit einem Durchmesser von 2,80 Metern vor Wind und Wetter zu schützen, errichtete Kuno Menchen einen Schutzbau. Während der verbleibenden Saison wird Menchen fast täglich auf der Baustelle sein. Interessierte Besucher können ihm gerne über die Schulter schauen.
Wie kam es zur Erweiterung des Römerbergwerks um eine Steinsäge? „Es war das erklärte Ziel des RGZM, das weltweit einmalige Römerbergwerk um eine Attraktion zu erweitern, die aus der eigenen Forschungsarbeit resultiert. Die Wissenschaftler des RGZM waren neben der Entdeckung der Steinsäge ja auch an der Entdeckung und Erschließung des Römerbergwerks maßgeblich beteiligt. Dadurch entstand die Idee, den Außenbereich des Tuffbergwerks mit einer funktionstüchtigen römischen Steinsäge sinnvoll zu ergänzen.“
Stemmt Menchen die Arbeiten allein? „Teile einer historischen Steinsäge gibt es nicht im Baumarkt. Da muss ich größtenteils selber ran. Ich habe jedoch auch tatkräftige Unterstützung von der Handwerkskammer, den Trasswerken Meurin oder den Wissenschaftlern der Forschungsstelle VAT des RGZM. Ohne die finanzielle Unterstützung der Vulkanpark GmbH und der Stiftung Zukunft der Sparkasse Koblenz wäre dieses Vorhaben jedoch nicht durchführbar.“
Wie wurde er Archäotechniker? „Eher aus Zufall. Die Römer und das römische Handwerk waren lange Jahre mein Hobby. Dank meiner handwerklichen Kenntnisse und Fähigkeiten war ich den Wissenschaftlern in der Vergangenheit schon oft eine Hilfe. Aus einer gelegentlichen Zusammenarbeit wurde dann vor zwei Jahren mein Beruf. Hier am Römerbergwerk Meurin bin ich Archäotechniker und gleichzeitig Römer.“
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
