BÜNDNIS 90/ Die Grünen Ortsverband Bendorf
Sozial angemessener und ökologisch nachhaltiger Ausbau des Hellenpfades gefordert
Bendorf. Die Anlieger des Hellenpfades und des oberen Heinzenweges erhielten in den letzten Tagen Post vom Bauamt: Es ging um die Anhörung der nunmehr anstehenden Baumaßnahmen am Hellenpfad.
Der soll in nächster Zeit von jetzt drei Metern auf eine zweispurige Straße von sechs Metern erweitert werden. Dagegen wehren sich die Anwohner. Der besonders von Fußgängern gerne genutzte Hellenpfad besteht in der jetzigen Form bereits mehr als 100 Jahre und hat den geringen Autoverkehr immer bestens verkraftet.
Soweit man zurückdenken kann, hat es weder Verkehrsstaus noch Unfälle am Hellenpfad gegeben. Ein konkreter Bedarf, die Straßenbreite von jetzt 3m auf generell 6m zu verdoppeln und dafür wertvolle Grünflächen zu Teerflächen umzuwandeln, ist nicht erkennbar.
Die nun mehr als ein Jahr im Bendorfer Stadtrat tätige Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sieht spätestens jetzt den Zeitpunkt gekommen, die total überzogene Planung kritisch zu hinterfragen.
Die Anwohner haben gute Gründe: Wegen steiler Hanglagen würde die geplante Verdoppelung der Straßenbreite zu immensen Stützmauern mit mehr als 300.000 Euro Kosten führen. Diese unnötigen Kosten müssten durch die Anlieger, die keinen zusätzlichen Nutzen durch eine breitere Straße hätten, auch noch selbst getragen werden.
Nach der jetzt vorliegenden Planung würden zudem bei vielen Häusern komplette Einfahrten zu Wohnungseingängen und Garagen wegfallen. Neue Einfahrten und Zugänge werden dann extrem steil. An ältere Mieter und Bewohner denkt bei der Stadtverwaltung offenbar niemand.
Mit einer modernen und an den Bedürfnissen der Bürger ausgerichteten Planung ließen sich diese irrsinnigen Folgen vermeiden, wenn der Ausbau der Straßen mit Sachverstand auf ein vernünftiges Maß, beschränkt wird. Ein gutes Beispiel für einen gelungen und nachhaltigen Ausbau ist die benachbarte Straße „Am Silbecher“ mit wechselnden Breiten ab 4,40 m. Die Häuserstruktur und die Frequentierung des „Silbechers“ entspricht der der jetzt betroffenen Straßen Heinzenweg und Hellenpfad.
Der Bendorfer Stadtrat stimmte 1988 einstimmig für einen Ausbau des „Silbechers“ unter Berücksichtigung der Interessen auch der Anwohner. Den Anliegern wurde dabei einen Kostenanteil von 60 Prozent beigemessen.
Die Fraktion der Grünen fordert daher die Verwaltung auf, Gleiches auch gleich zu behandeln, zumal es ich sich hier um Straßen handelt, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander liegen. Warum sollt es also nicht möglich sein, bei dem Ausbau des Hellenpfades und des Heinzenweges die gleichen Maßstäbe zugrunde zu legen, die nur einige Jahre zuvor auch dem Ausbau des Silbechers angewandt wurden?
Herrscht hier etwa Behördenwillkür? Auf diese Frage konnte die Verwaltung den betroffenen Anwohnern von Heinzenweg und Hellenpfad bisher keine schlüssige Antwort geben. Die Fraktion der Grünen im Bendorfer Stadtrat hat sich des Themas nun erneut angenommen und bleibt im Interesse aller Bendorfer dran. Denn: Alle Bendorfer Bürger sollen darauf vertrauen können, von der Stadt gleich und gerecht behandelt zu werden.
Pressemitteilung BÜNDNIS 90/
Die Grünen Ortsverband Bendorf