Aufstiegskrimi im Bendorfer Rheinstadion
SpVgg Bendorf siegt im Stadtderby
Team vom Florian Reinhardts gelang mit einem 3:1 über Blau-Weiß Sayn frühzeitig der Staffelsieg
Bendorf. Kreisliga-Fußball begeistert unabhängig der Spielklasse die breite Masse. So auch an diesem Sonntag in Bendorf, wo weit über 200 Zuschauer den Weg ins Rheinstadion fanden und so für einen unvergesslichen Vormittag für beide Mannschaften sorgten. „Normalerweise sind wir froh, wenn sonntagmorgens außer dem Schiedsrichter überhaupt ein Dritter den Weg ins Stadion findet. Eine solche Kulisse in der D-Klasse habe ich noch nie erlebt“, strahlte Bendorfs Trainer Florian Reinartz bereits vor der Begegnung.
Die Vorzeichen für dieses Spiel hätten nicht besser sein können: Bendorfer Stadtderby, Tabellenerster gegen Tabellenzweiter am vorletzten Spieltag und das bei strahlendem Sonnenschein. Bendorf brauchte nur einen Sieg, um sich den Titel zu sichern. Die Gäste vom SV Blau-Weiß Sayn hätten ihrerseits bei einem Erfolg die Tabellenspitze übernommen und dadurch die Titelentscheidung um eine Woche nach hinten verlegt.
So war klar, dass bei dieser Begegnung kein großartiges Taktieren anstand. Beide Mannschaften wollten gewinnen und boten für das Saisonfinale alles auf, was möglich war: 18 Akteure jeweils im Kader und bis über beide Ohren motiviert.
Mit Unentschieden in die Halbzeitpause
Den besseren Start ins Spiel hatten die Hausherren. So hatte Pascal Brannaschke nach einer knappen Viertelstunde Pech, dass sein Kopfball kurz vor der Linie noch geklärt werden konnte. Die Gäste agierten bis zu diesem Zeitpunkt meist mit hohen Bällen, konnten aber die sicher stehende Abwehrreihe um Stefan Birk nie in Gefahr bringen. Dazu kam, dass es Lars Zöller gelang, den Sayner Top-Stürmer Kevin Keller kaltzustellen. So ließen die Kicker der SpVgg in den ersten 45 Minuten außer ein paar harmlosen Schüssen aus der zweiten Reihe nichts zu. Auf der anderen Seite sorgte dann Brannaschke (35.) mit seinem Führungstreffer für Feierstimmung. In der Folgezeit wirkten die Gäste geschockt, und Bendorf kam zu weiteren klaren Möglichkeiten. Aber kurz vor der Halbzeit fiel dann doch der Ausgleich. Vincent Masendorf nutzte eine Unaufmerksamkeit der Hausherren. „Natürlich war dieser Gegentreffer allein vom Zeitpunkt her unglücklich, aber ich habe zur Pause in der Kabine den Jungs gesagt, dass sie an sich glauben müssen und dass wir dann unser Ziel auch erreichen werden“, so Coach Reinartz über die Halbzeit.
Strafelfmeter bedeutete den Siegtreffer
Zunächst jedoch gehörten die Anfangsminuten nach dem Wechsel den Gästen aus Sayn. Schöne Kombinationen und technisch sehenswerter Fußball sorgten für klares Oberwasser der Blau-Weißen, die in dieser Phase auch ihre Möglichkeiten hatten, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. So rettete Hendric von Heesen nach gut einer Stunde die knappe Führung in letzter Sekunde, als er den Ball, für den bereits geschlagenen Jens Johannes, von der Linie schlagen konnte. Kurz darauf hatten dann auch die Gastgeber das Glück auf ihrer Seite, als der ansonsten souverän leitende Schiedsrichter Manfred Mies ein klares Handspiel im Bendorfer Strafraum übersehen hatte. Fast im Gegenzug fiel dann der Führungstreffer. Mit einer sehenswerten Kombination über die linke Seite traf Jens Fischer, dreizehn Minuten vor dem Spielende zur Bendorfer Führung. Sayn packte nun die Brechstange aus und versuchte mit allen Mitteln, der drohenden Niederlage entgegenzuwirken. Daraus ergaben sich zwangsläufig Räume für Konter. Sechs Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit dann die Entscheidung: Aleksander Miller war bei einem dieser Konter nur noch durch ein Foul im Strafraum zu bremsen. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Dennis Klimowski sicher zum 3:1-Endstand. Um 12.52 Uhr Bendorfer Ortszeit war es dann endlich amtlich: Die Reserve der SpVgg Bendorf spielt wieder in der Kreisliga C. Zuletzt war dies der Fall in der Saison 2004/05. Der letzte Aufstieg liegt sogar noch weiter zurück. Dieser ist in der Spielzeit 2001/2002 in der Vereinschronik zu finden.
„Wahnsinn - ich bin unendlich stolz auf diese Mannschaft. Was die Jungs in der ganzen Saison geleistet haben, ist beeindruckend. Wer in dreiundzwanzig Spielen nur eine Niederlage kassiert, hat es verdient, am Ende ganz oben zu stehen. Mein Respekt gilt jedoch auch dem SV Sayn, der uns in dieser Partie alles abverlangt hat und immer sportlich fair agierte“, gab Reinartz nach dem Spiel zu Protokoll.
Die obligatorische Bierdusche durfte natürlich nicht fehlen. Spielertrainer Florian Reinhardts „litt“ freudestrahlend darunter.