Allgemeine Berichte | 07.07.2015

„Mittelrhein Musikfestival“ machte Halt in der Sayner Abtei

Spannende Reise in Schuberts „Träume vom verlorenen Paradies“

Die Veranstaltung in der Sayner Abtei zog trotz heißer Temperaturen viele Besucher an. AND

Bendorf-Sayn. Seit 15 Jahren finden im Sommer an besonders schönen historischen Orten im gesamten Mittelrheintal hochkarätige kulturelle Veranstaltungen statt. Unter dem Namen „Mittelrhein Musikfestival“ sind diese weit über die Region hinaus bekannt geworden und erfreuen sich großer Beliebtheit - in diesem Sommer mehr als 30 Veranstaltungen. Die Festivalleitung und Intendanz hat Ulrike Piel.

Am letzten Samstag trafen sich, vor so gut wie ausverkauftem Haus, Wort und Musik im Kreuzgang der Sayner Abtei - die Schauspielerin Katja Riemann und der Pianist Sebastian Knauer.

Nach einer Idee von Sebastian Knauer (die Texte stellte Wolfgang Knauer zusammen) konnten die Besucher private Einblicke in Franz Schuberts Tagebücher, seine bewegenden eigenen Gedichte und seine Briefwechsel erleben, dazu seine Impromptus op. 90 & op. 142 am Flügel - Katja Riemann rezitierte, Sebastian Knauer spielte den Flügel.

Ohne Übertreibung kann man sagen, dass dieses Musik- und Worterlebnis im Sayner Kreuzgang eine sehr außergewöhnliche Veranstaltung war. Die Schauspielerin und der Pianist gaben durch ihre Kunst einen wahren Einblick in Franz Schubert „Träume vom verlorenen Paradies“ - so der Untertitel der Veranstaltung.Der Besucher konnte den Eindruck gewinnen, bei Schuberts förmlich durch das Fenster, manchmal sogar durch das Schlüsselloch in seine Stube zu blicken, teilzunehmen an seinem Leben, was ihn berührt und das, was seine Freundin für ihn empfindet.

Durch ihre große Schauspielkunst konnte Katja Riemann diese Intimität entstehen lassen - so dicht, dass man selbst bei hochsommerlichen Temperaturen meinte, Gänsehaut zu bekommen. Riemanns Mimik ist fantastisch wandelbar, sie nimmt keinen Blickkontakt mit dem Zuschauer auf, schaut nach den rezitierten Texten mal träumerisch, mal verliebt, mal nachdenklich oder traurig in die Ferne. Dabei sitzt sie mehr als 80 Minuten ohne Pause auf einem Stuhl, sich kaum bewegend - beachtliche Leistung. Den Texten antwortet Sebastian Knauer mit Schuberts Musik und das in einer perfekten Interpretation - wirklich klasse. Und wenn dann im Garten der Abtei die Nachtigall zu singen beginnt, die Turmuhr schlägt und zufällig parallel mit dem letzten Klavierton verstummt, ist das schon ein Zauber, dem sich der Zuhörer kaum entziehen kann - er wird zurückgeführt in eine Zeit, in der man noch Briefe statt SMS oder Emails schrieb und mit der Postkutsche reiste und nicht mit dem Flieger.

Franz Schubert wurde 1797 als 13. Kind von 16 Kindern geboren und starb mit nur 31 Jahren, vermutlich an einer Infektion.

Katja Riemann gab gerne Autogramme.

Katja Riemann gab gerne Autogramme.

Die Künstlerin entführte die Besucher zu einer musikalischen Traumreise.

Die Künstlerin entführte die Besucher zu einer musikalischen Traumreise.

Die Veranstaltung in der Sayner Abtei zog trotz heißer Temperaturen viele Besucher an. Fotos: AND

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Rund ums Haus Daueranzeige
Anzeigenauftrag #PR111825-2026-0007#
Anzeige LebensKunstMarkt Remagen 2026
Angebotsanzeige (Juni)
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 10
177

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Schönste Rosen blühen in Löhndorf. Foto: ROB
220

Wer nach Löhndorf, einem Ortsteil von Sinzig, kommt, merkt schnell: Dieses Dorf hat nicht nur Zukunft, sondern auch eine beeindruckende Vergangenheit. Gleich dreimal wurde der rund 1.300 Einwohner zählende Ortsteil mit der Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Doch Auszeichnungen allein machen noch kein liebenswertes Dorf aus. Es sind vor allem die Menschen, die Löhndorf seinen besonderen Charme verleihen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Daniel Ferber ist zwischenzeitlich überregional bekannt. Mit seiner Hymne „Kowelenz“ landete er bereits vor Jahren einen Überraschungs-Erfolg. Mit der Neuauflage von „Dau bes Kowelenz“ gibt er erneut eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt ab.
659

Mundart-Sänger Daniel Ferber mit neuem Projekt:

Die Neuauflage von „Dau bes Kowelenz“

Koblenz. Das Jahr 2006 ist vielen Koblenzern in guter Erinnerung: nicht nur durch das deutsche „Sommermärchen“, sondern auch durch ein ganz besonderes Projekt. Unter dem Motto „Dau bes Kowelenz“ produzierten Dirk Zimmer und das Café Hahn ein Kultvideo. Der bekannte Koblenzer Mundart-Sänger hat sich dieses Video vor einigen Wochen durch Zufall noch einmal angeschaut. Spontan entstand bei ihm die Idee, das Projekt in moderner Form neu aufzulegen und weiterzudenken.

Von Horst Hohn aus Mülheim-Kärlich

Weiterlesen

Das Foto zeigt das Ensemble „kleine Bühne“.(v.l.n.r. 1. Reihe: Oscar Neuman, Ole Neumann, Stephanie Neumann2. Reihe: Karim Kirner, Stefanie Käufler, Cecylia Darda, Martina Bouhs, Bettina Kurscheid, Elfi Rüd, Jutta Flink, Walther Heling, Hannelore Busch, Olga Steinke)
646

Bad Breisig. Die Theatergruppe „kleine Bühne“ bringt den beliebten Klassiker „Der Zauberer von Oz“ von L. Frank Baum als Familienstück open air am letzten Juni-Wochenende im Kurpark der ThermalQuellenstadt auf die Bühne. Die Inszenierung wird im Biergarten Barth im Kurpark aufgeführt und verspricht ein fantasievolles Theatererlebnis für die ganze Familie.

Von Rolf HENZGEN aus Bad Breisig

Weiterlesen