Karl-Fries-Realschule plus Bendorf
Tierische Verstärkung an der Karl-Fries Realschule plus
Bendorf. Pünktlich am ersten Tag nach den Ferien hat auch Ylvi, ein 13 Wochen alter Golden Retriever Welpe, seinen Dienst als Schulhund aufgenommen. Gemeinsam mit Schulhündin Caya, die nun schon seit zwei Jahren ihr Frauchen Yvonne Becker, die Schulsozialarbeiterin der Karl Fries Schule, mit in die Schule begleitet, arbeitet nun auch Ylvi aktiv im Schuldienst mit. Die Schüler sind begeistert, dass sie nun nach zwei Jahren einen weiteren Hund an ihrer Schule begrüßen dürfen und freuen sich gemeinsam mit Frau Becker über die bald beginnende Hunde-AG, wo den Kindern und Jugendlichen viele Infos über Hunde gegeben werden. Themen in der AG sind beispielsweise Wesen und Körpersprache von Hunden, Hundeerziehung, Verhütung von Beißunfällen und vieles mehr.
Frau Becker ist ebenfalls begeistert von ihren beiden tierischen Begleitern, die die Arbeit sehr erleichtern. Durch den Hund fassen die Schüler sehr schnell Vertrauen und es fällt ihnen leichter, sich auf ein Gespräch einzulassen. Ebenfalls ist die sensible Australian Shepherd Hündin Caya eine sehr gute Trösterin und die Tränen von vielen Schülern, die wegen Stress zu Hause, schlechten Noten oder Ärger mit Freunden zu Frau Becker kommen, sind so schneller getrocknet, als dies noch ohne Hund der Fall war. Besonders auffallend ist, dass insbesondere sehr unruhige oder ADHS-Kinder in Anwesenheit der Hunde viel ruhiger werden und so konzentrierter weiterarbeiten können. Wichtig ist allerdings bei der pädagogischen Arbeit mit Tieren auch, dass immer das Wohlbefinden der Tiere im Vordergrund steht und bei den Tieren kein Stress entstehen darf. So brauchen auch die Hunde ihren Rückzugsort und ausreichend Ruhezeiten. Den Grund für die hohe Akzeptanz der Hunde sieht Frau Becker darin, dass die Hunde den Kindern und Jugendlichen völlig wertneutral gegenübertreten. Sie stellen keine schulischen Anforderungen, es wird nicht nach Aussehen, Intelligenz, Religionszugehörigkeit oder Ähnlichem gefragt und der Hund ist zu jedem freundlich, der auch zu ihm freundlich ist.
Tiergeschützte Pädagogik
Hier ist Einfühlungsvermögen notwendig und so wird ganz nebenbei auch die Empathiefähigkeit geschult, die dann auch auf die Mitmenschen übertragbar ist. Zudem wird auch der wachsenden Bewegungsarmut der Kinder und Jugendlichen entgegengewirkt, da in der Hunde AG auch gemeinsame Spaziergänge auf dem Plan stehen und so die körperliche Aktivität in der Natur und an der frischen Luft gefördert wird. Frau Becker besucht regelmäßig die Treffen des „AK Schulhund Rheinland-Pfalz“, wo LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen, die von ihren Hunden in die Schule begleitet werden, sich unter fachkundiger Anleitung weiterbilden und austauschen können.
Für interessierte Lehrer und Schulsozialarbeiter gibt die Seite Schulhundweb.de einen guten Überblick über tiergestützte Pädagogik und die Arbeit mit Schulhunden.