Werner Dietz holte zum 50. Mal den Sayner Kirmesbaum
Traditionen zu bewahren, ist nicht immer leicht
Bendorf-Sayn. Für viele ist „Säner Kermes“ einfach „nur“ eine Tradition. Doch viele Aktive hängen mit Herzblut am Volksfest. In der heutigen hektischen Zeit wird es immer schwieriger, solche „Traditionen“ auch ins „Jetzt“ zu „retten“. Nur mit viel Mühe und Einsatz ist es möglich, Feste wie die „Sääner Kermes“ ins „Heute“ zu transportieren.
Werner Dietz und Rolf Barthel waren es 1999, die die Initiative zur neuen „Interessengemeinschaft Sääner Kermes“ nach vorne brachten. In diesem Jahr hat Werner Dietz seinen 50. Kirmesbaum an seinen Platz transportiert. „Ich selbst habe mit Beste Alois früher den Baum als ‚Panz‘ mit dem Pferdefuhrwerk geholt. Später, als es um den ersten Transport mit einem Traktor ging, durfte ich das Gespann fahren. Heute ist es mein 50. Baum, den ich hole und aufstelle“, freut er sich und denkt dabei an viele Geschichten zurück. Schnell werden Erinnerungen wach an Prachtexemplare, aber auch an manche „Andere“. Gemeinsam mit vielen Mitstreitern und jungen Nachwuchskräften hat er seine Vision geschafft: Die „Sääner Kermes“ gibt es noch.
In diesem Jahr stellt der „Frauenchor Sayn“ den Kirmes-Jahrgang. Elvi Kirstein und Gisel Spangenberger stellen das „Präsidentinnen-Paar“ und waren beim Baumstellen dabei. Keine leichte Aufgabe, Traditionen zu bewahren. Die Mitwirkung des Musikvereins Sayn, des Männergesangvereins Sayn und des Weckkommandos der „Tradtion“ sind dabei ein gutes Zeichen in die richtige Richtung.
Werner Geisbüsch sagte 1954 unter dem Baum „Schun widder es e Johr vergange - seid mir versammelt häi gestanne, domet dä Brauch nett onnergieht. Dä Säner Kermesboom, dä stieht, die Eierkron en ihrem Glanz hägt iwwer Eich - noch es se ganz!“ Fritz Pohlmann fasste es so in Worte: „Wenn die Natur sich langsam erneuert, dann wird hei in Sän schon Kermes gefeiert.
Doch in unserer Kermes verbirgt sich auch en gern gepflegte, uralte Brauch.
An de Fenster die Leit, die duhn sich freue, paar renne noch no, um de Anschluss zu greie, un schließlich dut die ganze Bande in irjend äner Wertschaft lande. Ob beim Klärche, beim Karl, beim Rickes oder Pitter, iwwerall trifft mer Bekannte widder.“ Glückauf, „Sääner Kermes“!
-PS-
Werner Dietz (rechts neben dem Stamm) holt sein 50 Jahren den Kirmesbaum.
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