Bezirksverein Mittelrhein verleiht VDI-Förderpreis auf Burg Sayn
Vier Absolventen erhalten den VDI-Förderpreis
Auszeichnung hervorragender ingenieurwissenschaftlicher Arbeiten während des VDI-Sommertreffens
Koblenz/Bendorf. Der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI), Bezirk Mittelrhein, verleiht jedes Jahr für hervorragende Studienabschlussarbeiten den VDI-Förderpreis mit dem Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken. Während des „Sommerlichen Treffens“, das mit über 100 Gästen auf der Burg Sayn in Bendorf stattfand, wurden vier Preisträger vom Ersten Vorsitzenden des VDI Mittelrhein, Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Jürgen R. Dietrich (MBM) ausgezeichnet. „Während in der Vergangenheit die Absolventen von ihren Professoren für die Preisverleihung vorgeschlagen wurden, gibt es ab diesem Jahr eine neue Regelung: So konnte sich jeder aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz bewerben, der im letzten Jahr mit seiner Abschlussarbeit im Fachbereich Ingenieurwesen, Informatik oder Naturwissenschaft eine besondere Leistung erbracht hat.“, so Prof. Dr.-Ing. Peter Wiegner, 2. Vorsitzender des VDI Mittelrhein. Folgende Preisträger wurden mit einer Urkunde und einer finanziellen Anerkennung für ihre Arbeit gewürdigt: Valerie Müller hat in ihrer Bachelor-Thesis im Fachbereich Bauwesen am Beispiel der Stadt Koblenz untersucht, wie man vorhandene Bushaltestellen im Hinblick auf Barrierefreiheit um- und ausbauen kann. Dazu hat sie eine neue Form der Busbucht entwickelt, die sich an der Fahrkurve des Busses orientiert und eine Barrierefreiheit auch in engen Straßenverhältnissen ermöglicht. Michael Klostermann hat in seiner Masterarbeit an der Uni Koblenz ein Verfahren weiterentwickelt, das es einem mobilen Roboter erlaubt, Fußgänger in unterschiedlicher Umgebung wahrzunehmen. Das geschieht mit Hilfe eingebauter Kameras. Klostermann konnte dabei die Rechenzeit des Verfahrens reduzieren, wodurch ein schnelleres Erkennen möglich ist. Ein solches Verfahren könnte auch bei Fahrerassistenzsystemen in der Automobilbranche zur Anwendung kommen. Rabea Cegla hat ihre Studienarbeit am Westerwald-Campus der Hochschule Koblenz in Kooperation mit dem Imperial College in London geschrieben. Dabei hat sie im Fach Werkstofftechnik neue Strukturen von keramischen Stoffen erforscht, die porös, aber dennoch stabil sind und daher in der Zukunft für bestimmte Anwendungen, beispielsweise Herstellung künstlicher Knochen, geeignet sein könnten. Florian Holleyn hat in seiner Diplomarbeit Pulverpartikel als Ausgangsbasis für Keramik-Metall-Verbundwerkstoffe untersucht, mit denen keramische Kugellager beschichtet werden. Diese Kugellager werden beispielsweise in Großmotoren eingesetzt. Holleyn hat Unterschiede der Pulverpartikel durch Variation des Mahlprozesses herausgefunden, was sich auf die Verschleißbeständigkeit der keramischen Beschichtung auswirkt.
Ritter und Knappe
Nach der Preisverleihung gestalteten Ritter Hermann von Sayn alias Joachim Bradenbrink und sein Knappe Jakobus von Eisenthal alias Matthias Eudenbach das Programm. Sie nahmen die Gäste mit auf eine Zeitreise ins Mittelalter und erzählten Kurzweiliges über die Geschichte der Burg und die Lebensweise der damaligen Bewohner und gewährten interessante Einblicke in die Waffenkammer. Nach dem gemeinsamen Menü konnten sich große und kleine Gäste von Knappe Jakobus in die Künste des Bogenschießens einweisen lassen und schon nach einigen Versuchen traf so mancher Pfeil ins Schwarze.
Während des VDI-Sommertreffens auf Burg Sayn erhielten die Absolventen den VDI-Förderpreis für Forschungsergebnisse auf höchstem Niveau. (v.li.): Rabea Cegla, Florian Holleyn (beide Hochschule Koblenz, Westerwald-Campus), Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Jürgen R. Dietrich (Erster Vorsitzende des VDI Mittelrhein), Michael Klostermann (Uni Koblenz-Landau), Valerie Müller mit dem betreuenden Prof. Dipl.-Ing. Dirk Fischer (Hochschule Koblenz, Bereich Bauwesen). Foto: privat