Festspiele am Rheinblick Bendorf
Weinseliger Wortwitz vom Feinsten
Kabarettistischer Rausch mit Dessert und einem Rebenflüsterer
Bendorf. Die Festspiele am Rheinblick hatten zu einem kabarettistischen Rausch eingeladen und es wurde ein lecker, lustiger Abend daraus. Wie umfangreich das Thema Wein sein kann, bewies Thomas C. Breuer, der mit seinem neuen Programm „Kabarett Sauvignon“ einen Wortwitz vom Feinsten präsentierte. Er unternahm dabei eine Fahrt ins Blaue zwischen Vollernter und Leergut, zwischen Schöngeist und Flaschengeist, über das Internet, die Weinherrlichkeit, Weinehrlichkeit und Weinerlichkeit. Dabei streifte der satirische Weinexperte auch durch die nachbarschaftlichen Weinregionen unseres Landes. Fast zum Dauerfeuer auf die Lachmuskeln ließ er auch sein Publikum mit in das Geschehen einfließen. Einige Facetten aus der Vergangenheit wurden aufgedeckt und konnten von den Gästen nur allzu gut verstanden werden, hat man doch das Eine oder Andere so schon selbst erleben können. Kabarettist Breuer ist ein Gewächs aus Bad Ems, sein Jahrgang ist der 1952er, er war vor drei Jahren schon einmal bei den Festspielen zu Gast und freute sich jetzt wieder in dem so weinseligen Bendorf, in seinem burgunderroten Anzug auftreten zu können. Hier wusste er zu erzählen, das die Kalifornier den Wein nach Bendorf brachten und wie eigenartig man den Wein am Mittelrhein nun erntet. Da war auch die Rede von „Fliegenden Winzern“ einem außergewöhnlichen „Weinbrand“ und auch vom Aufstieg eines „Rebenflüsterers zum Rebenumarmer“. Zahlen, Fakten und aktuelle Hintergrundinformationen rund um den Wein hatte Breuer natürlich auch im Gepäck. Die Schädlinge des Weines ging er, wie seine ganze Show im Schnelltempo durch und ausgelassen hat er dabei keinen einzigen. Für Breuer passen Wein und Kabarett sehr gut zusammen, das konnte man zum Abschluss seines Auftrittes auch gut erkennen. Der schwierige Anbau des Weines wurde ebenfalls ausgiebig erklärt, und zu welchen allgemeinen Lebenssituationen man einen guten Tropfen genießen kann wurde ebenso erkannt. So gab es an diesem Abend auch beste Empfehlungen direkt vom „Winzer“ auf der Bühne. Auch Trinksprüche, wie „Hop, hop, hop der Schoppe in de Kopp“ kamen zum Einsatz. Zum Ende des ersten Auftritts bekam dann das Publikum noch einen Blues geblasen, live gesungen und gespielt auf dem „Goschehobel“ vom Meister selbst. Zur Begrüßung der Veranstaltung und im Eintrittspreis enthalten ein Gläschen Wein, vom Kooperationspartner „Bendorf Wein“ zur Einstimmung und in der Zwischenpause ein leckeres Dessert, ebenfalls im Preis inbegriffen. Hier hatte Meisterpâtissière Sabine Pauly einen Griesmus mit Sauvignon-Pflaumen an Rotweinschaum vorbereitet. Es war also eine ausgesprochen leckere Veranstaltung, kein Auge und keine Kehle blieb dabei trocken. Amüsant, interessant und ausgesprochen unterhaltsam. Ja wenn das Kulturforum etwas zu bieten hat, dann bestimmt keine einfache Kost. Kabarett, Genuss, Kultur und Wein, das musste auf der Freilichtbühne einmal sein. Gelungen kann man nur sagen: „Es war köstlich, es hat sehr gemundet - bitte mehr davon.“
Ein kleines leckeres Dessert für die Gäste in der Zwischenpause.