Allgemeine Berichte | 16.09.2014

Klavierrecital mit dem Pianisten Joseph Moog in der Sayner Hütte

Werke um Feuer und Krieg

Joseph Moog, Pianist. privat

Bendorf-Sayn. Der Beginn des Ersten Weltkriegs stürzte ihn in eine schwere Depression. Monatelang konnte Claude Debussy nicht komponieren, wollte nicht einmal, dass seine Werke aufgeführt würden.

Im November schrieb er auf Anregung eines Redakteurs des Londoners „Daily Telegraph“ seine „Berceuse héroïque“ für den belgischen König Albert I., der nach dem deutschen Ultimatum trotz hoffnungsloser militärischer Unterlegenheit tapfer die Neutralität seines Landes verteidigte und mit seinen Soldaten aufseiten der Alliierten kämpfte.

Es sollte das einzige Werk bleiben, das Debussy in den zwölf Monaten nach Kriegsausbruch vollendete. Die in Konzertprogrammen selten zu findende Berceuse gehört zu den Höhepunkten eines Klavierrecitals am Sonntag, 21. September, 17 Uhr mit dem jungen, aus der Pfalz stammenden Pianisten Joseph Moog im Rahmen des von der Stiftung Sayner Hütte und der Stadt Bendorf veranstalteten Kultursommer-Projekts „Welt in Schwarz und Weiß - Expressionismus als Gesamtkunstwerk“ in der Sayner Hütte. In der einzigartigen Atmosphäre der 1830 vollendeten, kurz vor dem Abschluss ihrer Restaurierung stehenden Gießhalle wird Joseph Moog, vielfach preisgekrönt, von Kritikern als einer der „interessantesten Pianisten seiner Generation“ und als eine der „auffälligsten Erscheinungen des gegenwärtigen Musiklebens“ und von Radio Bremen als „Schatzgräber mit überirdischer Klaviertechnik“ gerühmt, ein anspruchsvolles, auf Werke der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts konzentriertes Programm interpretieren.

Moog, der international mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammenarbeitet und als Solist auf den großen Bühnen und bei den wichtigsten Festivals zu Hause ist, spielt u.a. die Barcarolle Nr. 1 op. 26 von Gabriel Fauré, 1882 von Camille Saint-Saëns erstmals aufgeführt, einige der Études tableaux Sergej Rachmaninows, ebenso virtuose wie effektvolle, zum Tonmalerischen tendierende Konzertetüden und die Deux danses op. 73 von Alexander Skriabin. Wie die Berceuse héroïque entstanden sie 1914 und sind damit eines der letzten Werke des Komponisten, eines auch derjenigen, in denen Skriabin, wie so häufig, das Feuer thematisiert.

Informationen zum Kartenverkauf

Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro. Karten für die Veranstaltung gibt es unter www.ticket-regional.de, bei der Tourist-Information Bendorf unter Tel. (02622) 90 29 132 oder touristinfo.sayn@bendorf.deund an der Abendkasse, mehr Informationen unter www.freundeskreis-saynerhuette.de

Joseph Moog, Pianist. Foto: privat

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