Politik | 30.10.2015

Wichtiger Baustein für koordinierte Hilfe

Jugendamt sucht Gastfamilien für minderjährige Flüchtlinge

Kreis MYK. Unter den Flüchtlingen, die aus Kriegsgebieten nach Deutschland kommen, sind auch viele Minderjährige, die ohne Eltern oder andere Angehörige einreisen. Das Kreisjugendamt Mayen-Koblenz richtet sich auf eine sprunghaft zunehmende Zahl Jugendlicher ein und sucht dringend Gastfamilien. Die Flüchtlinge stammen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, sind vorwiegend männlich und meistens zwischen 14 und 18 Jahre alt. In Einzelfällen können sie jünger sein. „Die allen bekannte Flüchtlingssituation verlangt auch von den Jugendämtern schnelles Handeln“, erklärt Burkhard Nauroth. Der Erste Kreisbeigeordnete rechnet als Folge der aktuellen Gesetzbeschlüsse des Bundestags für die nächsten Monate mit voraussichtlich mehr als 100 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die dann durch das Jugendamt des Landkreises zu betreuen sind: „Das sind sehr vorsichtige Schätzungen, weil die Datenlage sehr ungenau ist.“

Das Kreisjugendamt bereitet sich schon seit geraumer Zeit auf mehreren Ebenen auf den sich abzeichnenden, jetzt jedoch schneller als erwartet eintretenden Zustrom vor, wie Guido Bayer, Leiter des Kreisjugendamts, erläutert: „Wir stehen bereits seit Monaten in intensivem Kontakt mit den freien Trägern der Jugendhilfe. Neben der Möglichkeit der Unterbringung in deren Einrichtungen sehen wir in Gastfamilien einen weiteren wichtigen Baustein für die Betreuung der jugendlichen Flüchtlinge.“

„Ein freies Zimmer alleine reicht nicht aus“

Bayer macht den Aufwand und die Motivation deutlich, die Gastfamilien mit sich bringen müssen: „Gastfamilien, die sich die Aufnahme vorstellen können, sollen den jungen Menschen die Chance bieten, in einem geschützten Umfeld anzukommen, die deutsche Sprache zu lernen, Freunde zu finden und Hilfe zu erfahren. Minderjährige Flüchtlinge brauchen Familien, die sich engagieren, Freude im Umgang mit jungen Menschen haben. Ein freies Zimmer alleine reicht nicht aus. Man muss auch offen sein für andere Kulturen und Menschen mit einer besonderen Geschichte.“ Der Pflegekinderdienst des Kreisjugendamtes bietet bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe umfassende Begleitung und Unterstützung an.

Nähere Informationen

Wer Interesse hat, kann sich beim Kreisjugendamt Mayen-Koblenz melden: Pflegekinderdienst, Tel. (02 61) 1 08-1 63 oder per Mail an jutta.mollenhauer@kvmyk.de.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

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