Landfrauenverband Mayen-Koblenz auf Bildungsreise in den schottischen Highlands
Zauberhafte Landschaften
Region. Theodor Fontane sagte einmal: „Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat haben.“ Diesem Grundsatz folgend, begaben sich 45 heimatverbundene Landfrauen und Partner aus dem Landfrauen Kreisverband Mayen-Koblenz Ende Mai auf eine achttägige Bildungsreise nach Schottland. „Die Exkursion haben wir vor einem Jahr in Zusammenarbeit mit einem Reiseanbieter individuell geplant. Dabei war uns wichtig, Schottland mit seiner zauberhaften Landschaft und den beeindruckenden Sehenswürdigkeiten stets im Zusammenspiel mit der dortigen landwirtschaftlichen Struktur zu erkunden“, so die Vorsitzende des Kreisverbands, Christel Zimmermann.
Reisebericht
Nach Ankunft auf dem Flughafen Edinburgh führte ein deutschsprachiger Reiseleiter zu einer Peelham-Farm in Berwickshire. Der Farmer erklärte die Bewirtschaftung der Farm und die Auswirkung der Freilandhaltung auf den Geschmack des Fleischs seiner Nutztiere. Dort erfolgt sogar die Schweinehaltung noch in Hütten und auf Nutzwiesen. Nach der Weiterfahrt nach Edinburgh ging es nach einem schottischen Frühstück mit Cerealien zu den Sehenswürdigkeiten der schottischen Hauptstadt. Theodor Fontane nannte es einst „Athen des Nordens“. Edinburgh-Castle und der Uhrturm des mittelalterlichen Palasts „Balmoral“ prägen das Stadtbild. Die Royal Mile, eine Verbindung zwischen Edinburgh Castle und Parlamentsgebäude, lud zum Bewundern der Gebäudearchitektur und zum Shoppen ein, ebenso die mit etwas Abstand parallel verlaufende Prinzess-Street. Die St. Giles Cathedral beeindruckte mit ihrer gotischen Bauweise. Hier hätte man noch einige Tage verbringen können und immer wieder Neues entdeckt. Am nächsten Tag erkundeten die Teilnehmerinnen auf dem Weg nach Glasgow „Stirling Castle“, das erhaben und für frühere Zeiten strategisch günstig auf einem Hügel mit steil abfallenden Wänden über der Altstadt der Ortschaft Stirling thront. Im National Museum of Rural Life, einem Museum für Landwirtschaft und Landleben in Schottland, erhielten sie einen nachhaltigen Einblick. Im anschließenden Besuch der dem Museum angeschlossenen Farm wurden die Unterschiede zu unserer Heimat deutlich erkennbar. Am späten Nachmittag erreichten wir dann die durch Handel und Industrie geprägte „Arbeiterstadt“ Glasgow und jeder nutzte seine freie Zeit nach Belieben. Am vierten Tag nahmen wir Abschied von den Lowlands, einer durch Bergketten bis circa 700 Meter Höhe durchzogenen und weitreichenden landwirtschaftlichen Anbauflächen und grünen Wiesen geprägte Landschaft. Das Ziel war Fort William in den Highlands, in naher Entfernung zu Ben Nevis, dem mit 1344 Metern höchsten Berg Großbritanniens. Unterwegs statteten sie der Ledard Farm, einer Ausbildungsstätte für schottische Schäferhunde, einen Besuch ab. Am Loch Lomond, dem größten See Schottlands, konnte eine Lachsräucherung und eine Ausstellung im Besucherzentrum in Augenschein genommen werden und auch für geschmackliche Erinnerung sorgen. Der fünfte Tag startete in Richtung Inverness, an der östlichen Seite der Highlands gelegen, an der Mündung des Flusses Ness. Bei Fort Augustus, am südlichen Ende von Loch Ness, besuchten wir eine Highland- und Rare Breeds Croft. Dieser kleine landwirtschaftliche Betrieb hatte sich auf die Zucht des Highland-Rinds mit seinen majestätischen Hörnern und dem langen dicken Fell spezialisiert. Auf der Weiterfahrt entlang Loch Ness beeindruckte das Landschaftsbild der Highlands. Grün- und Heidekrautflächen wechselten sich mit Mischwald aus Kiefern, Eichen, Weißbirken und Weiden ab, bis der Blick auf die Ruinen von Urquhart Castle am Westufer von Loch Ness fällt. Diese mittelalterliche Verteidigungsanlage war in ihrer wechselvollen Geschichte auch Residenz für mehrere schottische Clans. Die Rückreise führte die Reisenden am sechsten Tag nach Aviemore. Auf einer 1500 Hektar großen Schaffarm wurden uns die Fähigkeiten der Hütehunde sowie das Scheren von Schafen eindrucksvoll demonstriert. Waisenlämmer wurden mit einer Flasche gefüttert. Apropos Flasche. Etwas fehlte noch, das bei einer Schottlandreise nicht fehlen darf.
Kräftige Kostprobe
Die um 1825 ursprünglich für den Eigenbedarf der Bauern gegründete Destillerie „Edradour“ empfängt jährlich 100.000 Besucher und überzeugt mit einem Single Malt-Whiskey mit kräftiger Note mit leicht süßlichem Beigeschmack, der von den vorher mit Portwein oder anderen Weinen gefüllten Lagerfässern kommt. Nach der Führung freuten sich die Teilnehmer bereits auf die Kostprobe. Am letzten Tag der Rückfahrt nach Edinburgh erkundeten sie das auf dem Moot Hill gelegene Schloss „Scone Palace“. Das im neogotischen Stil errichtete und mit einem Zinnenkranz umrandete Gebäude beeindruckte durch seine mit reichem Stuckwerk und Holzelementen verzierten Innenräume. Die anschließende Besichtigung des ehemaligen Sitzes des Bischofs und Erzbischofs von Schottland, St. Andrews Castle, an der Ostküste und die Besichtigung der Cathedral von St. Andrews in der gleichnamigen Küstenstadt – die vielen auch als Heimatstadt des Golfsports bekannt ist - rundeten den kulturell geprägten Tagesablauf ab. Nach der letzten Übernachtung in Edinburg wurde die Reise bei einem Bummel durch die Einkaufsstraßen ausklingen gelassen. Auf dem Heimflug tauschten die Teilnehmer wechselseitig ihre gewonnenen Eindrücke aus dem wunderbaren Schottland mit seiner Bevölkerung mit keltischem, angelsächsischem und skandinavischem Ursprung kurzweilig aus und fragten begeistert die Initiatorin Christel Zimmermann: „Und wohin geht es im nächsten Jahr?“
Pressemitteilung des Landfrauenverbands Mayen-Koblenz
