„Grünes“ Schlachtfest beim SV Raubach
100 Besucher freuten sich über Wellfleisch und Grillhaxe
Traditions-Veranstaltung zum ersten Mal im Angesicht des neuen Rasenplatzes - Weihnachtsbäume werden verbrannt
Raubach. „Wer hat’s erfunden?“ fragt in einem Fernseh-Werbespot ein Alpenländer. Ähnlich könnte die Frage beim Raubacher Schlachtfest lauten: Wer hat hierzulande das Schlachtfest als kleines Volksfest erfunden? „Als wir vor 30 Jahren damit angefangen haben, gab es das noch nicht so verbreitet wie heute. Unsere Veranstaltung ist sozusagen das Original“,
sagt Clemens Adams, 1. Vorsitzender des Sportvereins Raubach, der das Schlachtfest im Clubheim des Vereins traditionell ausrichtet. Früher wurde noch vom Metzger vor Ort in der großen Wanne geschlachtet. Das wird aber schon lange nicht mehr so gemacht.
Diesmal war noch aus einem anderen Grund alles anders, als all die Jahre vorher: Vor den Augen der Schlachtfest-Besucher breitete sich in saftigem Grün der neue Rasen-Fußballplatz des Vereins aus, der voriges Jahr angelegt und bisher noch kein einziges Mal mit Fußballschuhen betreten wurde. Das soll bei der Premiere am 24. bis 26. Mai beim großen Sportfest des SV Raubach geschehen. Es wird das letzte Saisonspiel der ersten Mannschaft der Spielgemeinschaft Puderbach sein und gleichzeitig das erste auf dem neuen Rasenplatz. Bis dahin finden die Heimspiele noch in Puderbach und Urbach statt. Im Mittelfeld der Kreisliga A bewegt sich das Team der SG Puderbach. „Eine enge Geschichte“, sagt Vorsitzender Clemens Adams. Zwei verlorene Spiele bedeuten Abstieg, zwei Siege können schon die Tabellenführung bedeuten.
Eine zweite, eine dritte und drei
Seniorenmannschaften hat der Sportverein Puderbach. Außerdem gibt es eine große Jugendspielgemeinschaft mit Lautzert und Thalhausen. Das nächste Projekt wurde schon anvisiert: Aus dem alten Tennisplatz neben dem Fußballstadion soll ein „Multiplatz“ gemacht werden, wo auch schon mal die Bambinis trainieren können, damit der Rasen geschont werden kann.
„Wir haben hier immer volles Haus“, freut sich Clemens Adams. Tatsächlich war es im Clubhaus gemütlich eng. Sogar davor standen die Aktiven des Vereins und die Besucher. Einige Raubacher holten sich ihren Mittagsschmaus eingepackt nach Hause mit. Besonders beliebt waren das Wellfleisch und die Grillhaxen. Alles Fleisch hatte Metzger Bodo Bein geliefert. Damit es noch besser schmeckt, spielten und sangen „Die Steiner“, Volksmusikanten aus dem Westerwaldort Steinebach, bekannte und zünftige Lieder. Selbstverständlich unterstützen alle Raubacher Vereine die Sportfreunde vom SV, entweder als Helfer oder als verzehrfreudige Gäste. Der Schützenverein war gekommen, der Rentnerverein und die Feuerwehr. Auf über 100 Besucher schätzt SV-Vorsitzender Adams die Besucherzahl. „Das Fest wird hundertprozentig angenommen. Was die Essensmenge angeht, mussten wir sogar aufstocken. Obwohl wir eigentlich erst um zwölf Uhr anfangen, stehen die ersten Gäste schon um elf Uhr vor der Türe und freuen sich auf das Wellfleisch, das es so ja normalerweise nicht so oft zu kaufen gibt.“
Ein weiterer Bonuspunkt des Raubacher Schlachtfests ist der Brauch, dass man dort den Weihnachts-Tannenbaum abgeben kann. Die ausgedienten Feiertags-Symbole werden vor dem Clubheim in einer großen Feuerschale verbrannt. Gegen 20 Uhr am Abend ist Zapfenstreich und die übrig gebliebenen Gäste verteilen sich auf die bekannten Raubacher gastronomischen Betriebe.
Vereinsvorsitzender Clemens Adams (2. von links) ist stolz auf seine fleißigen Helfer und das leckere Angebot an herzhaften Speisen.
Schon mehr als nur ein „Clubheim“: Hier findet fast jedes Wochenende eine Feier statt. Das Haus am Sportplatz wird auch für private Veranstaltungen vermietet.
