LAG in Rheinland-Pfalz feiert Doppeljubiläum
100 Jahre Frauenwahlrecht und 30 Jahre LAG
Koblenz. Mit 23 kommunalen Frauenbeauftragten fing 1988 alles an: sie trafen sich im September vor 30 Jahren in Neuwied zur Gründung einer eigenen Landesarbeitsgemeinschaft, um sich auch auf Landesebene Gehör verschaffen zu können und Einfluss zu nehmen. Heute ist die LAG der Zusammenschluss der 43 hauptamtlichen kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Rheinland-Pfalz. 30 Jahre LAG, das sind 30 Jahre frauenpolitische Kompetenz, 30 Jahre gemeinsame frauenpolitische Arbeit und 30 Jahre frauenpolitische Mitsprache auf Landesebene. Damals wie heute aber ist die LAG eines: eigenständig und selbstorganisiert. Grund genug für die LAG zu feiern, aber auch Grund genug, das eigene Jubiläum mit der Erinnerung an die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren zu verbinden und mit einer Festveranstaltung zu würdigen.
„Gipfeltreffen“ der kommunalen Frauenpolitik
Auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Koblenz, trafen zahlreiche Mitglieder der LAG aus ganz Rheinland-Pfalz zum „Gipfeltreffen“ auf der Festung Ehrenbreitstein. Unter den Gästen und Rednerinnen der Veranstaltung waren neben dem Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, auch die Staatssekretärin im Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, Dr. Christiane Rohleder und die ehe-malige Präsidentin der Hochschule Koblenz, Prof. Ingeborg Henzler.
Begrüßt werden konnten auch Vertreterinnen von rheinland-pfälzischen Frauenorganisationen, unter anderem Gisela Bill als Vorsitzende des Landesfrauenbeirates und die stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenrates Rheinland-Pfalz, Margret Hilken. Den musikalischen Rahmen boten Kammersängerin Claudia Felke und der Pianist Karsten Huschke vom Theater Koblenz.
LAG-Broschüre „Wahlkämpfe“ zum Doppeljubiläum
Im Mittelpunkt der Festveranstaltung stand nicht nur die eigene Geschichte der LAG, sondern auch der lange Kampf ums Frauenwahlrecht und politische Mitsprache auf kommunaler, regionaler oder nationaler Ebene. Mit der eigens für das Doppeljubiläum erstellten Broschüre mit dem Titel „Wahlkämpfe“ erinnert die LAG an den nicht minder langen Kampf der ersten Frauenbewegung um (kommunal-)politische Partizipation auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Ab März ist die Broschüre kostenfrei bei den örtlichen Frauen- und Gleichstellungsbüros erhältlich. In Kürze steht die Veröffentlichung auch auf der Internetseite www.frauenbeauftragte-rlp.de bereit.
Zur Arbeit der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und der LAG
Seit die ersten Frauenbeauftragten in Rheinland-Pfalz 1986 ihre Arbeit aufgenommen haben und zwei Jahre später die Gründung der LAG erfolgte, gehört eine Vielzahl von Themen zum ständigen Repertoire: Förderung von Frauen im Öffentlichen Dienst, Frauen in der Kommunalpolitik, Gewalt an Frauen, Frauen auf dem Arbeitsmarkt, Lohnungleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Finanzierung von Frauenberatungsstellen, Frauengesundheit, Frauenrenten, Sexismus und Frauenfeindlichkeit und viele mehr.
Geändert hat sich in den 30 Jahren der Status der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. „Heute arbeiten wir auf der Basis gesetzlicher Grundlagen, wie der Gemeindeordnung oder der Landkreisordnung Rheinland-Pfalz und des Landesgleichstellungsgesetzes. Gleichstellung ist nicht mehr eine freiwillige Aufgabe der Kommunen, sondern zur Pflichtaufgabe geworden“, so die Sprecherinnen der LAG der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Rheinland-Pfalz.
Ein großer Fortschritt - aufregend bleibt das Gebiet der Gleichstellungsbeauftragten dennoch, dafür stehen vielerorts Aufgabenerweiterungen wie beispielsweise Gender Mainstreaming oder Diversity Management.
Für Kontinuität in der Arbeit aber sorgt, dass eine Reihe von LAG-Mitgliedern bereits seit vielen Jahren tätig sind, einige wenige sogar fast von Anfang an dabei sind und auch lange Jahre als Sprecherinnen der LAG fungierten.
Pressemitteilung der
Stadt Koblenz
