Allgemeine Berichte | 13.09.2019

125 Jahre Kreishaus

Wir schreiben das Jahr 1891. Unter dem Vorsitz von Landrat Albert Heising beriet der Kreisausschuss damals erstmals über den Bau eines Kreishauses. In der folgenden Kreistagssitzung gab der Kreistag dann grünes Licht: Für 100.000 Mark sollte ein neues Kreishaus entstehen. Nur wenig später legte der Architekt Clemens Kroth aus Andernach erste Detailzeichnungen für die Ausführung vor. Das Baumaterial, seine Beschaffenheit und Verarbeitung wurden detailliert beschrieben. Zur Verblendung der Fassade war Weibener Tuffstein und Kyllburger Sandstein vorgesehen. Der Fußboden im Erdgeschoss sollte mit Sinziger Mosaikplatten bester Qualität verziert werden. Mit dem Bau wurde Ende 1891 begonnen. Anfang Juli 1893 war das Kreishaus fast bezugsfertig. Die feierliche Einweihung erfolgte in der 17. Kreistagssitzung am 27. Juni 1894. Anwesend war der Königliche Regierungspräsident Herr von Itzenplitz, der Königliche Oberregierungsrat Meyer sowie unter dem Vorsitz des Königlichen Landrats Heising die Mitglieder des Kreistages. Landrat Heising hob „die glückliche Wahl des Projektes“ und „die außerordentlich zweckmäßige und gediegene Ausführung“ desselben hervor. Heute steht das historische Gebäude unter Denkmalschutz und legte vor 125 Jahren den Grundstein für die Kreisverwaltung, wie wir sie heute kennen.

Die Kreisverwaltung im Wandel der Zeit

Im Laufe der Jahrzehnte entstanden zwei weitere Neubauten. Der Mitteltrakt wurde 1967 bezogen, die beiden großen Seitentrakte dann 1984 und 1985. Alle drei Gebäude sind architektonisch, technisch und organisatorisch verwoben und ebneten den Weg hin zur Selbstverwaltung. Der Begriff „kommunale Selbstverwaltung“ ist ganz entscheidend im Aufbau und der Organisation eines demokratischen Staates. Mehr Selbstverwaltung bedeutete mehr Aufgaben und das bedeutete: mehr Personal. Die gesamte Verwaltung des Gründungsjahres 1816 reichte schon lange nicht mehr aus. Zur Erinnerung: Am Anfang bestand die Verwaltung aus drei Personen: dem Landrat, dem Kreissekretär und dem Kreisboten.

Heute versteht sich die Kreisverwaltung als öffentlicher Dienstleister mit insgesamt 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf 400 Stellen im Kreishaus, dem Gesundheitsamt sowie in den 13 kreiseigenen Schulen und im Abfallwirtschaftsbetrieb.

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