135 Jahre Westerwald-Verein
135 (oder mehr) neue Bäume für Selters
Westerwaldkreis. In seiner letzten Vorstandssitzung hat sich der Westerwald-Verein Selters dafür ausgesprochen, dass er in diesem Jahr, aus Anlass des 135. Gründungsjahres, zusätzlich etwas für den Erhalt der heimischen Natur tut. Und was kann man am besten tun, um die Wäller Heimat wieder lebenswert zu machen: man pflanzt Laubbäume in Selters.
Aus der alten Literatur ist zu entnehmen, dass der Westerwald schon immer eine Region war, in dem die Laubbäume vorherrschten. Als erste Waldbäume wanderten die Birke aus dem Rhonetal und die Kiefer aus Ungarn ein. Vor 10000 Jahren, als es erheblich wärmer in unserer Region wurde, fand der Haselstrauch hier eine Heimat und ein anspruchsvoller Eichenmischwald mit Ulme, Linde, Ahorn und Esche folgten. Erst nach einer Klimaverschlechterung vor rd. 2500 Jahren löste die Buche und die Tanne den Eichenmischwald ab und beide Baumarten wurden hier vorherrschend.
Wirtschaftlicher Forstbetrieb haben die einstigen Urwälder abgelöst. Die vermehrte Anpflanzung von Fichten hat den Charakter unserer heimischen Wälder grundlegend verändert. Heute vernichten die anhaltenden Trockenperioden und der Borkenkäfer die Fichtenwälder und man pflanzt wieder Laubbäume, obwohl deren Ertrag erst spätere Generationen einfahren werden. Aber jeder Baum ist für die Luftreinhaltung und ein besseres Klima unabdingbar notwendig. Daher will man als Westerwald-Verein Selters einen Beitrag für eine gesunde Zukunft leisten, damit die Menschen in den Wäldern wieder durchatmen und sich bei kleinen Spaziergängen oder ausgedehnten Wanderungen erholen können. Doch nicht nur in den Wäldern sind Nachpflanzungen wichtig. Jeder Baum in jedem Garten, auf einem Stückchen Land, in einem Park, am Ufer eines Baches oder am Wegesrand ist auch für zahlreiche Lebewesen wichtig. Daher denkt der Verein z.B. auch an Streuobstwiesen, deren Blüten im Frühjahr den Wild- und Honigbienen, der Hummel und anderen Insekten Lebensgrundlage sind. Aber auch die Vogelwelt braucht zum Leben Bäume, in den sie Nahrung und Lebensraum finden. Der Baum ist wichtig für den Kreislauf der Natur. Dies alles sollten wir uns vor Augen halten.
Mittels eines Spendenaufrufes wendet man sich an die Bevölkerung und bittet um eine Baumspende, um am Ende ausreichende Mittel für 135 neue Laubbäume zur Verfügung zu haben; also einen Baum für jedes wiederkehrende Gründungsjahr des Westerwald-Vereins. Natürlich pflanzt man gerne mehr Bäume, wenn das Geld ausreicht. Wo die Bäume am Ende der Aktion einen Platz finden, wird man dann mit der Stadt absprechen. Natürlich sind sie auch für Vorschläge zugänglich, die man ihnen zuleiten kann (wwv.selters-ww@online.de). Der Verein würde sich freuen, wenn eine ausreichende Summe für das gesteckte Ziel zur Verfügung steht. Spenden können auf das Konto des Westerwald-Vereins bei der Westerwald-Bank (DE73 5739 1800 0020 5799 19) mit dem „Kennwort: Baumspende“ – überwiesen werden. Zusätzlich kann man bei den Veranstaltungen schon einige kleine Eichen-Setzlinge erwerben und eine Spendenbox für diese Aktion steht bereit.
Das Motto ist: nicht kleben im Namen des Umweltschutzes – sondern bewegen für eine gesunde Umwelt!
Mit dieser Aktion wirbt man natürlich gleichsam um neue Mitglieder. Wir wollen zeigen, dass der Westerwald-Verein nicht nur als „Wanderverein“ aktiv ist, sondern, dass die Aufgaben und Ziele sehr viel breitgefächerter sind. Neben dem Natur-, Arten- und Landschaftsschutz halten sie auch die Heimatgeschichte der Stadt Selters und des ganzen Westerwaldes wach. Die Kulturarbeit ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Daher laden sie alle Mitbürgerinnen und Mitbürger ein, sich aktiv an der Vereinsarbeit zu beteiligen. Im neuen Faltblatt, das man in Prospektständern an der Oberwald-Hütte, an Wanderwegen, in einigen Geschäften, im Stadthaus und im Tourismusbüro der Verbandsgemeindeverwaltung ausliegt, kann man sich informieren und danach eine Beitrittserklärung gleich ausfüllen.
