Katholische Familienbildungsstätte Linz
15 Jahre Offener Lesetreff
Das Bruchhausener Lesetheater gratuliert
Linz. Was ist schöner als ein gutes Buch mit einer guten Geschichte? Eine Geschichte, die man mit jemandem teilen kann! Am besten natürlich mit einer Gruppe von Lesebegeisterten, die ihre Ansichten gerne austauschen. Genau dafür gibt es den „Offenen Lesetreff“ der Familienbildungsstätte Linz (FBS) und das nun schon seit 15 Jahren! „Es handelt sich um eine offene Gruppe, wobei sich natürlich über die Jahre ein Stamm gebildet hat, der regelmäßig kommt. Gerne darf man auch sporadisch teilnehmen, wenn es zeitlich gut einzurichten ist - oder aus welchen Gründen auch immer. Zu den Abenden sind alle, die Freude am Lesen und am Gespräch darüber haben, herzlich eingeladen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“, berichtet Ute Gilles-Adenauer, pädagogische Leitung der FBS in Linz.
Im Offenen Lesetreff pflegen lesefreudige Frauen und Männer den gemeinsamen Gedankenaustausch über Bücher, die die Gruppenmitglieder gemeinsam auswählen und zu Hause lesen oder über Bücher, die sie begeistert gelesen haben und darüber den anderen Buchfreunden berichten möchten. „Manchmal erweisen sich unbekannte Bücher auch sogar als „gelungener Fehlgriff“, denn genau diese Irritationen führen oft zu einer angeregten und spannenden Diskussion“, weiß Ursula Herrig von den Treffen zu berichten. Die Buchhändlerin begleitet den Lesekreis seit sechs Jahren und bereichert die Treffen durch ihr Fachwissen. Wichtig ist ihr, dass niemand Scheu vor dem Lesetreff hat. Zum einen sei es keine Pflicht, immer alle Bücher gelesen zu haben und es muss auch niemand Sorge haben, dass die Gespräche zu anspruchsvoll seien. Alles orientiert sich an den Wünschen und Interessen der Personen, die kommen.
Lesung am 27. April
Das Bruchhausener Lesetheater ist der Geburtstagseinladung gefolgt und wird am Donnerstag, 27. April, um 19:30 Uhr in der FBS im Historischen Rathaus in Linz gastieren. Gemeinsam mit den anwesenden Gästen wird in verteilten Rollen das auch für Erwachsene geeignete Jugendstück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“, dramatisiert nach einem Roman von Eric-Emmanuel Schmitt aus dem Jahr 1999, gelesen. Die Geschichte spielt in den Sechzigerjahren in Paris, schon damals eine multikulturelle, geschäftige Stadt, in der man clever und mutig sein muss, wenn man als Junge ohne intakte Familie nicht unter die Räder kommen will. Der 13-jährige jüdische Junge Momo lebt mit seinem unerbittlich strengen, einsamen Vater in einer düsteren Wohnung in der Rue Bleue und geht auf der Suche nach Zuwendung Wege, die andere in seinem Alter kaum einschlagen würden. Er freundet sich mit dem alten arabischen Lebensmittelhändler Monsieur Ibrahim aus der Nachbarschaft an und lernt bei ihm orientalische Kultur und Lebensklugheit kennen und schätzen. Wir lernen in der sich mit zurückhaltendem Humor entwickelnden Parabel, dass nicht alles so ist, wie es scheint: die Rue Bleue ist nicht blau, Momo kein notorischer Dieb und Monsieur Ibrahim weder undurchsichtig noch Araber. Verständnis und Vertrauen können unabhängig von Religion und Alter entstehen, wenn die Beteiligten sich geduldig einander zuwenden.
Information und Anmeldung bei der Kath. Familienbildungsstätte Linz, Historisches Rathaus, Am Markt 14, 53545 Linz/Rhein, Tel. (0 26 44) 41 63, E-Mail sekretariat@fbs-linz.de, www.fbs-linz.de.
