Zertifikate zum „Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung“
16 Ju-Jutsuka absolvierten erfolgreich ihre Prüfung
Mendig/Oberhaching. Am vergangenen Wochenende konnten 16 Ju-Jutsuka ihre Zertifikate zum „Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung“ aus den Händen der Präsidentin des JJVB, Eva Straub, und des Gewaltpräventionsbeauftragten des Verbandes, Fritz Schweibold, entgegennehmen. Die Prüfung fand in den Räumen der Sportschule in Oberhaching bei München statt.
Im Oktober und November 2017 fanden im Sportcamp „Inzell“ die deutschlandweit einmaligen Qualifizierungsmodule zur Seminarreihe statt. Der Ju-Jutsu-Verband Bayern hatte unter Leitung von Fritz Schweibold, Referent für Gewaltprävention im Verband, Walter Knör, langjähriger Lehrreferent im JJVB, und einem Kompetenzteam eine entsprechende Ausbildung erarbeitet. Initiiert und angestoßen wurde das Projekt durch die Präsidentin des JJVB.
Die Ausbildung, wurde von 16 Sportlerinnen und Sportlern, aus ganz Bayern, und einem Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz (Klaus-Ulrich Feldmeier) besucht. Sie ist Teil eines Gesamtkonzepts mit praktischen und theoretischen Lerneinheiten. Die Zertifizierung zum „Fachwirt für Konfliktmanagement und Selbstverteidigung“ setzt eine fachübergreifende Ausbildung von mindestens 500 Unterrichtseinheiten sowie eine bestandene Abschlussprüfung voraus.
Ausbildung schafft neue Möglichkeiten
Mit der Ausbildung soll qualifizierten Sportlerinnen und Sportlern, der Selbstverteidigungssportart Ju-Jutsu, die Möglichkeit geschaffen werden, institutionsübergreifend Seminare und Workshops zur Thematik „Gewaltprävention an Arbeitsplätzen“ anzubieten und durchzuführen. Außerdem sollen die Urteils- und Handlungssicherheit ausgebaut und unterstützt werden. Die Teilnehmer sind nach der Qualifizierung in der Lage, selbständig Workshops, Seminare, Informationsveranstaltungen und Beratungen durchzuführen und themenbezogene Vorträge zu halten. Der Fokus liegt dabei nicht primär auf der Anwendung von Selbstverteidigungstechniken, vielmehr sollen nach Durchführung einer Gefährdungsanalyse kommunikative Konfliktlösungen und Deeskalationsstrategien zum Einsatz kommen. Selbstverständlich ist als „ultima ratio“ auch die Erfahrung als Selbstverteidigungssportler gefragt und entsprechende Techniken, kommen nach Abwägung verschiedener Gesichtspunkte, zum Tragen. Im medizinischen und pflegerischen Bereich sind dies beispielsweise patientenschonende Ausweich-, Abwehr-, Flucht- und Interventionstechniken.
Der Ju-Jutsu Verband Deutschland setzt konkret auf eine grundlegende Qualifizierung und Vernetzung der Fachkräfte beziehungsweise Fachwirte. Neben der Vermittlung von Kenntnissen über aktuelle Strategien und Erkenntnissen zur Thematik „Gewaltprävention an Arbeitsplätzen“, zählen zusätzlich eine praxisorientierte Unterstützung sowie das Angebot von Aufbau- bzw. Intensivierungsseminaren dazu.
Inhalte der Schulungen waren schwerpunktmäßig Methodenvermittlung, rechtliche Aspekte, sowie Grundlagen für Konfliktmanagement, Deeskalation und Gesprächsführung. Neben einer schriftlichen Prüfung war auch ein Praxisprojekt, das bis zum Prüfungstermin ausgearbeitet und umgesetzt sein sollte, prüfungsrelevant. Inhalte daraus wurden der Prüfungskommission und den Teilnehmern präsentiert sowie praktische Inhalte daraus vorgeführt. Die Prüfungskommission zeigte sich mit den Ergebnissen der Präsentation und der schriftlichen Abfrage sehr zufrieden.
Zielgruppen für das Seminarangebot der ausgebildeten Fachwirte sind Rettungsdienst und Feuerwehr, Sicherheits- und Bewachungsdienste, Pflegekräfte und Mitarbeiter von Kliniken und Krankenhäusern, Schulen und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Verkehrsbetriebe und öffentliche Einrichtungen, Ämter und Behörden sowie Unternehmen.
