Allgemeine Berichte | 17.01.2018

Monika Gass, Leiterin des Keramikmuseums Westerwald wird verabschiedet

17 Jahre war sie Herz, Motor und Seele des Keramikmuseums

Monika Gass verhalf dem Keramikmuseum zu überregionaler Beachtung und internationaler Vernetzung

Landrat Achim Schwickert und Geschäftsführerin Helga Gerhardus danken Monika Gass (Mitte) für Engagement und geleistete Arbeit.Pressestelle der Kreisverrwaltung des Westerwaldkreises

Höhr-Grenzhausen. Nach 17 Jahren in Diensten der Museen im Westerwald GmbH als Leiterin des Keramikmuseums Westerwald in Höhr-Grenzhausen tritt Monika Gass mit Ablauf des Monats Januar 2018 in den wohlverdienten Ruhestand.

Landrat Achim Schwickert und Geschäftsführerin Helga Gerhardus würdigten die Verdienste von Monika Gass im Rahmen einer kleinen Feierstunde. „Ein Museum zu halten ist eins, aber ein Museum weiterzuentwickeln, ist die eigentliche Herausforderung, die Sie, liebe Frau Gass, mit Bravour gemeistert haben. Wenn man wie Sie mit Haut und Haaren ein Museum leitet, setzt man auch eigene Schwerpunkte. Mit dieser Linie und Ihrem überdurchschnittlichen Engagement haben Sie das Keramikmuseum weit über die Grenzen des Westerwaldes bekannt gemacht – dafür gebührt Ihnen mein ganz persönlicher Dank, aber auch der Dank aller Westerwälderinnen und Westerwälder, den ich Ihnen hiermit gerne ausspreche“, so Landrat Schwickert.

Auch Geschäftsführerin Helga Gerhardus schloss sich diesen Worten gerne an, „Sie waren Herz, Motor und Seele des Keramikmuseums, das Sie in den letzten 17 Jahren in außergewöhnlichem Maße nach vorne gebracht haben!“

Die Vita einer Macherin

Monika Gass, gebürtige Schwäbin aus Ellwangen/Jagst machte ihr Abitur am altsprachlichen Herzog Wolfgang Gymnasium in Zweibrücken und studierte zunächst Erziehungswissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Freiburg/Breisgau (1972-1974) bevor sie dann ihr Studium der Freien Künste/Diplomkeramik an der Universität Kassel, Hochschule für Bildende Künste aufnahm. Monika Gass schloss ihr Keramikdiplomstudium 1981 mit summa cum laude ab. Sie eröffnete ein eigenes Keramik-Studio in Mannheim, das sie sehr erfolgreich betrieb (1982 -2001). Daneben vermittelte sie von 1983 bis 1987 im Rahmen einer Lehrtätigkeit an der Rudolf-Steiner-Schule den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klasse Grundlagen des Arbeitens mit Keramik, Glasurkunde, Glasiertechniken, Brenntechniken, Drehen an der Töpferscheibe und mehr.

Das nach dem Abitur begonnene Studium der Erziehungswissenschaft und Kunstgeschichte beendete sie 1994 an der Ruprechts-Karls-Universität, Heidelberg. Im gleichen Jahr meldete sie auch den Titel ihrer Doktorarbeit zum Thema „Erforschung und Rekonstruktion Islamischer Pasten Lüster“ an.

Errungenschaften für das Keramikmuseum Westerwald

Im September 2001 übernahm Frau Gass die Leitung des Keramikmuseums Westerwald in Höhr-Grenzhausen.

Als Diplom-Keramikerin gelang es ihr, Profil und Bedeutung des Museums von einer vornehmlich historisch-regional orientierten Sammlung zu einem überregional beachteten Museum mit internationaler Vernetzung zu erweitern. Das Museum ist als Zentrum für Keramik etabliert, sowohl für historische, technische, und schwerpunktmäßig für zeitgenössische, künstlerische internationale Keramik. Kennzeichnend hierfür ist unter anderem die Durchführung von großen Wettbewerben. Monika Gass hat während ihrer Amtszeit den inzwischen europäisch ausgerichteten „WESTERWALDPREIS – Keramik Europas“, dreimal organisiert und Folgeausstellungen im In- und Ausland etabliert. Auch der Förderpreis der Nassauischen Sparkasse, der international ausgeschrieben und im Keramikmuseum im Rahmen einer Sonderausstellung vergeben wird, wurde von ihr viermal durchgeführt. Im Jahre 2017 kam erstmalig die Organisation des Südwestdeutschen Keramikpreises hinzu. Auch der „Ehrenpreis Deutsche Keramik“ konnte unter ihrer Federführung zweimal verliehen werden.

Mit Fachvorträgen, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und China sowie mit Sonderausstellungen der Arbeiten hochkarätiger Künstlerinnen und Künstler hat sie die Bedeutung des Standortes „Kannenbäckerland“ und des Keramikmuseums als Teil des europaweit einmaligen Bildungs-und Forschungszentrums (BFZK) hervorgehoben.

Mit der Teilnahme an dem bundesweiten Projekt „museum digital“ in Kooperation mit dem Museumsverband Rheinland-Pfalz konnte ebenfalls der Bekanntheitsgrad des Museums gesteigert werden.

Daneben hat Frau Gass den Aufbau einer informativen, bildungsorientierten, thematischen Museumspädagogik als auch den Aufbau und die Etablierung des Museumsshops betrieben.

Durch die Forcierung einer Depoterweiterung hat sie sich dem Erhalt und Ausbau der Sammlungen angenommen und Depot-Sonderführungen eingeführt. Monika Gass gelang es darüber hinaus, ein neues Sammlerklientel zu erschließen.

Das Thema Barrierefreiheit stellte ebenfalls ein großes Anliegen von Monika Gass dar. So führte sie beispielsweise PC-gestützte dreisprachige Multimedia-Guides für sehbehinderte und blinde Menschen ein.

Unter ihrer Egide gelang letztendlich auch die Aufnahme der „Töpferei Westerwälder Art“ in das bundesweite Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe.

Seit 2002 ist Frau Gass Gründungsmitglied im Rotary Club Montabaur, seit 2005 Persönliches Mitglied der AIC/IAC – Genf, seit 2015 Mitglied in „Material & Form“, Gesellschaft zur Förderung der Künste e.V. und seit 2016 Vorstandsmitglied-Vertreterin Deutsche Gruppierung in der AIC/IAC Darüber hinaus ist sie als Kuratorin und Jurorin national und international gefragt.

Für ihre Verdienste um das Keramikmuseum Westerwald und die künstlerische Keramik erhielt Monika Gass im Dezember 2016 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.

Pressemitteilung

der Kreisverwaltung

des Westerwaldkreises und der

Museen im Westerwald GmbH

Landrat Achim Schwickert und Geschäftsführerin Helga Gerhardus danken Monika Gass (Mitte) für Engagement und geleistete Arbeit.Foto: Pressestelle der Kreisverrwaltung des Westerwaldkreises

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