Der Kirchenchor „Cäcilia“ 1841 Rhens feierte sein Jubiläum
175 Jahre - was für eine Zahl!
Festveranstaltung in der Pfarrkirche Sankt Theresia
Rhens. „Es ist mir eine große Freude, zu unserem besonderen Jubiläum so viele Gäste begrüßen zu dürfen“, sprach die Vorsitzende des Kirchenchors „Cäcilia“, Franziska Speich zu Beginn der Festveranstaltung und blickte dabei auf vollbesetzte Kirchenbänke. „Sie zeigen uns mit Ihrer zahlreichen Anwesenheit Ihre Verbundenheit mit dem Kirchenchor und mit der wunderschönen Tradition des kirchlichen Chorgesangs.“
Es war ein Konzert zum 175 - jährigen Bestehen des Kirchenchores, das großen Zuspruch in der Rhenser Bevölkerung und bei den Ehrengästen fand. Sie genossen das zweistündige Programm, welches mit dem musikalischen „Cäcilianergruß“ begann und von Benedikt Röhn moderiert wurde. Franziska Speich ließ die Konzertbesucher am Vereinsgeschehen der vergangenen Jahre teilhaben: „Lassen sie uns einen kurzen Blick auf das Gründungsjahr zurückwerfen!“ 175 Jahre = was für eine Zahl, da reichte ein kurzer Blick nicht aus: Man schrieb das Jahr 1841, in Rhens lebten zu dieser Zeit knapp 1500 Menschen. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie sich überwiegend mit Landwirtschaft und Weinbau. Rhens lag im Königreich Preußen, regiert von König Friedrich Wilhelm IV.. In diesem Jahr schrieb Hoffmann von Fallersleben das „Lied der Deutschen“ und drückte damit seine Sehnsucht nach nationaler Einheit aus. Unterlegt mit der Melodie der Kaiserhymne von Josef Haydn, wurde das Lied 1922 zur deutschen Nationalhymne. Ein Stück deutscher Geschichte, wie auch die Gründung des Männerchors in Rhens. Es war der Lehrer Johann Friedrich Hofmann, dem der Chorgesang in der Kirche ein Anliegen war, deshalb gründete er den Chor und führte ihn zum Erfolg. Schon drei Jahre später gelangte sein guter Ruf bis zu König Friedrich Wilhelm IV., der auf Schloss Stolzenfels weilte. Er lud die Sänger ein, ihm einige Lieder vor zu tragen. Er belohnte die stimmgewaltigen Sänger mit je einem Taler und einem zünftigen Umtrunk aus dem Keller des Schlosses.
Ein Blick in die Geschichte
Der Chor, der zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt geworden war, wurde immer erfolgreicher. Der erste Weltkrieg unterbrach den Aufwärtstrend. Bis 1922 war es ein reiner Männerchor, den der damalige Chorleiter Josef Mohr in einen gemischten Chor umwandeln wollte.
Grund war die stagnierende Mitgliederzahl. Das führte aber zur Spaltung und hatte zur Folge, dass es fortan zwei Chöre gab: den gemischten Chor Cäcilia 1841 und den MGV Cäcilia 1841. Intensive jahrelange Bemühungen zur Wiedervereinigung fruchteten erst 1936, ein Jahr später am 17. Januar 1937 wurde dies mit einem Festakt gefeiert. Wieder störte ein Krieg das Vereinsleben, das erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges seinen normalen Verlauf nehmen konnte. Bis zum heutigen Tag verschönert und bereichert der Kirchenchor Cäcilia 1841 Gottesdienste und örtliche Veranstaltungen mit seinem Gesang. Für ihre Leistungen erhielten die Sänger und Sängerinnen im Jahr 1973 die „Zelter-Plakette“, eine Auszeichnung, die Chören verliehen wird, die sich um die Chormusik und das Liedgut verdient gemacht haben. Die Verleihung der „Palestrina Medaille“ war ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Es ist eine Ehrung für kirchenmusikalisches Engagement von mindestens einhundert Jahren. Der Kirchenchor „Cäcilia“ 1841 Rhens nahm dies zum Anlass, beim Cäcilienfest 2003 gemeinsam mit dem Staatsorchester der Rheinischen Philharmonie die „Spatenmesse“ Missa brevis in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart auf zu führen. „Dieser kleine Exkurs in die eindrucksvolle Vergangenheit unseres Kirchenchors zeigt Ihnen, dass wir die Herausforderung eines aktiven Vereinslebens getreu der Losung „Zur Ehre Gottes und zur Erbauung und Freude der Menschen“ immer angenommen und sehr gut bewältigt haben.“ Mit diesen Worten und dem Hinweis auf das folgende, anspruchsvolle Programm, beendete Franziska Speich ihre Ansprache. Für das Programm waren die beiden Chorleiter verantwortlich. Seit 2013 liegt die musikalische Leitung des Chores in den Händen von Tobias und Peter Siebenborn, ein junges Team mit Schwung und großartigen Ideen. Während eines Jahres stehen zahlreiche Veranstaltungstermine an, für deren Gelingen intensive Vorbereitungen und Proben erforderlich sind. Dazu gehören alle kirchlichen Hochfeste, Goldene Hochzeiten und weltliche Veranstaltungen in der Verbandsgemeinde, aber auch Familienfeste und die karnevalistische Gesangsstunde. An ihrem besonderen Jubiläum beeindruckte der Chor unter anderem mit Werken von G.F. Händel, Friedrich Silcher, Josef Rheinberger, John Rutter und W.Ahlén, begleitet von einem Bläserquartett. Unterstützung bekamen sie von den Kirchenchören aus Brey und Spay, dem Männerchor Rhens und dem Mandolinenclub Hirundo Rhens. Alle drei Chöre sangen gemeinsam ein Lied von Edgar Elgar „Klänge der Freude“. Lichtilluminationen begleiteten das Konzert in und außerhalb der Kirche. Dafür war die Firma CPS-Eventservice aus Koblenz-Stolzenfels verantwortlich. Nach der großartigen Veranstaltung, hatten die Konzertbesucher und Konzertgestalter die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zum Entspannen.
Zwei Tage gefeiert
Denn das Feiern nahm auf dem Festplatz seinen weiteren Verlauf, wo Speisen und Getränke warteten und der Musikverein Concordia für musikalische Stimmung sorgte. Auch der Sonntag stand im Zeichen des 175 - jährigen Jubiläums. Er begann mit einem Festhochamt, das der Kirchenchor Rhens gestaltet hatte und zu Ehren der Schutzpatronin der Musik, der Heiligen Cäcilia, veranstaltet wurde. Anschließend unterhielt der Fanfarenzug Rhens die Besucher auf dem Festplatz. Der Kirchenchor „Cäcilia“ 1841 Rhens ist der älteste Verein in der Stadt Rhens und bis heute ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens. Die Freude am Gesang und an der Musik, teilte der Chor mit seinen Gästen und zeigte sie bei der zweitägigen Jubiläumsveranstaltung auf sehr eindrucksvolle Weise.
EP
Zu den Ehrengästen, die sich dieses eindrucksvolle Konzert nicht entgehen lassen wollten, gehörten auch Ortsbürgermeister Raimund Bogler und Landrat Dr. Alexander Saftig.
Einen Rückblick auf 175 Jahre Vereinsgeschehen gab Franziska Speich, die Vorsitzende des Kirchenchores.
Im Anschluss an das großartige Konzert, verweilten Konzertbesucher und Konzertgestalter auf dem Festplatz, wo der Musikverein Concordia für Stimmung sorgte.
