Allgemeine Berichte | 27.04.2018, 10:46 Uhr

Pfarrer Jörg Meyrer aus Ahrweiler nimmt an einem karitativen Halbmarathon in Ostafrika teil

21 Kilometer für mehr Gerechtigkeit in Tansania

Noch befindet sich Pfarrer Jörg Meyrer in seiner Heimat - die Laufschuhe sind aber schon geschnürt. ROB
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Ahrweiler. Jörg Meyrer ist es als Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler, gewohnt, seinen Mitmenschen zu helfen und für sie einzutreten. Nun wagte Meyrer einen besonderen Schritt: Nicht nur „eintreten“, sondern auch „antreten“ ist sein Ziel- und zwar bei einem ganz besonderen Halbmarathon. Ab 11. Mai geht es für ihn nach Tansania und er beteiligt sich dort an einem Sportevent, dass sich „Muskathlon“ nennt. Organisiert wird dieses von dem international tätigen christlichen Hilfswerk „Compassion International“.

Beim „Muskathlon“, eine Zusammensetzung der Wörter „Musketier“ und „Triathlon“, können die Starter in den entsprechenden Triathlon-Disziplinen Langlauf, Schwimmen oder Radfahren an den Start gehen. Meyrer entschied sich für die 21- Kilometer-Variante im Langlauf. „Auf das Projekt wurde ich im September letzten Jahres aufmerksam“, erklärt der 55-jährige gegenüber BLICK aktuell. „

Und ich war sofort begeistert.“ Nun sammelt er fleißig Spendengelder für sein ehrgeiziges Projekt.

Für Meyrer besonders wichtig: Er kann sich davon überzeugen, wo das Geld eingesetzt wird. Denn neben dem eigentlichen Sportevent wird sich Meyrer auch ein Bild von der sozialen Lage in dem ostafrikanischen Staat machen können. So stehen große Rundfahrten und Besuche in christlichen Gemeinden, Schulen, aber auch Slums an. Und Tansania hat diese Zuwendungen aus privatem Engagement bitter nötig: Die dortigen Kinder leiden wie in so vielen afrikanischen Ländern an Unterernährung, mangelnder Hygiene und schlechter schulischer Ausbildung. Für Meyrer war es schon immer ein Traum, Afrika zu besuchen. Ein reiner Touristen-Urlaub hätte ihn aber nicht begeistert. „Safari ist nichts für mich- so kann ich die Welt in Afrika „von unten“ entdecken“, erläutert Meyrer. Außerdem habe ihn der Gedanke hinter dem Hilfswerk begeistert. Mehr Bildung und mehr Gerechtigkeit für Kinder lautet das Credo von „Compassion International“. „Ich bin mir sicher, dass es sehr intensive Erlebnisse geben wird“, so der Pfarrer aus Ahrweiler. Außerdem reize ihn die sportliche Herausforderung. „Einen derartigen Lauf in einem völlig fremden Land zu absolvieren und das auch noch für einen karitativen Zweck - das ist einfach spannend“, erläutert Meyrer seine Motivation.

Ein Sportfest für den guten Zweck

Den Triathlon, an dem auch viele Einheimische teilnehmen, kann man sich wie ein großes afrikanisches Fest vorstellen. Es wird ein Rahmenprogramm geben und die Spendenläufer haben Gelegenheit, mit den Menschen Tansanias zu feiern und sie und ihre Probleme kennenlernen. Aber nicht nur der Lauf an sich ist eine Hürde – auch der Weg dorthin. „Strengt euch an und bringt Geld mit“, fasst Meyrer das Motto des Laufes lachend zusammen. Denn die Streckenkilometer sollen als Herausforderung ebenso motivieren wie ein möglichst hoher Spendenbetrag. Der Ehrgeiz ist also gleich doppelt geweckt. Große sportliche Erfahrung hat Jörg Meyrer nicht. Er bewältigte zwar mehrfach den Jakobsweg und den „Ahrathon“, einen Langlauf durch die Ahrweiler Weinberge, aber mit einem Halbmarathon hat er noch keine Erfahrungen. Nun tauscht er den malerischen Ausblick auf die Hügel des Ahrtals mit dem Blick auf den Kilimandscharo. Leichtfertig hat er seine Reise nach Tansania jedoch nicht geplant und nun befindet sich Meyrer mitten in den letzten Vorbereitungen zum „Muskathlon“. Nach einem vorhergegangenen „Durchchecken“ beim Hausarzt trainiert Meyrer zweimal wöchentlich und absolviert ein Sportprogramm im Fitnessstudio.

Seit elf Wochen bereit er sich auf diesen Lauf für den guten Zweck vor. Wohlwissend, dass ihn in Tansania völlig andere, klimatische Verhältnisse erwarten werden.

Untergebracht wird Meyrer in einem klassischen „Safari-Hotel“ und er weiß jetzt schon, dass dies einen eklatanten Unterschied zum Alltag in Tansania darstellen wird, den er tagsüber erleben wird. Für die Veranstalter von „Compassion International“ sei es jedoch wichtig, den Läufern, Schwimmern und Radfahrern eine sichere Beherbergung zu bieten. Meyrer freut sich nun auf eine beeindruckende Zeit voll neuer Impressionen.

Und er erhofft sich auch, potentielle Nachahmer zu finden. Dabei muss es natürlich nicht die Teilnahme am „Muskathlon“ in Tansania sein. Auch vor Ort könne vieles bewegt werden. Denn in vielen Kirchengemeinden arbeiten Ehrenamtler für Hilfsprojekte in entfernten oder auch ganz nahen Regionen. In der Pfarreiengemeinschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler werden zum Beispiel Hilfsprojekte in Bolivien oder Sierra Leone unterstützt. Natürlich hofft Meyrer, dass auch die Unterstützung der Bevölkerung für derartiges Engagement zunimmt und vielleicht durch seinen Lauf in Tansania auch lokale Projekte in Deutschland profitieren können Die christliche Hilfsorganisation „Compassion International“ ist evangelikal geprägt und bietet vor allem Kindern in Entwicklungsländern eine Perspektive. Durch die Übernahme von Patenschaften von Kindern aus 25 Ländern können Interessierte aus Industrienationen sicherstellen, dass ihr Patenkind eine fundierte schulische Ausbildung sowie medizinische Versorgung erfährt. Außerdem veranstaltet „Compassion International“ die „Muskathlons“ in vielen Ländern wie den Philippinen, Uganda oder Indonesien. Jörg Meyrer ist einer der Teilnehmer beim „Muskathlon Tansania 2018“ und er sammelt noch Spendengelder, die in den Schulen und christlichen Gemeinden Tansanias eingesetzt werden können.

Spenden kann man online:

Unter www.muskathlon.com klickt man auf den Button „Teilnehmer“ und es öffnet sich links oben ein Suchfeld. Gibt man dort das Stichwort „Jörg Meyrer“ ein, gelangt man auf seine persönliche Seite. Über den Button „Unterstütze Jörg“ kann man Meyrers Projekt mit Geldspenden unterstützen. . ROB

Noch befindet sich Pfarrer Jörg Meyrer in seiner Heimat - die Laufschuhe sind aber schon geschnürt. ROB

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