Wehrer Pfarrgarten
258 unschuldige Opfer, zwei kleine Kinder und eine mutige Frau
Lesung mit Mirveta Durben am 20. Juli - Lebensgeschichte niedergeschrieben
Wehr. Mirveta Mrkalj-Durben überlebte 1992 ein brutales Massaker in ihrem Heimatdorf Bišcani in Bosnien und Herzegowina und wurde gewaltsam mit ihren Kindern vertrieben. Nach 22 Jahren schrieb sie ihre Lebensgeschichte in einem Buch nieder.
Ein trauriges Meer aus weißen Grabsteinen erstreckt sich auf dem kleinen Hügel in Bišcani. 258 Gedenktafel mit den immer gleichen Namen: Duratovic, Mrkalj, Kadiric. Die Gravuren im weißen Marmor erinnern an die vielen unschuldigen Opfer, die ausgelöschten Familien und ermordeten Kinder, die 1992 innerhalb weniger Stunden brutal getötet wurden. Auch Mirveta Mrkalj-Durben verlor an diesem schwarzen Tag Ehemann, Vater, Schwiegervater, Schwager, Onkel und viele weitere ihrer Verwandten, Nachbarn und Freunde.
Heute ist Bosnien und Herzegowina ein Land ohne Krieg, aber auch ohne Frieden. Ein Land, in dem Opfer und Kriegsverbrecher Nachbarn sind. Ein Land, an das mit Wehmut gedacht wird, aber niemand ganz zurückkehrt.
Denn das Gesicht dieses Landes ist heute gezeichnet von tiefen Narben. Und so ließ auch Mirveta Mrkalj-Durben im August 1992 ihre Heimat zurück und floh mit ihren beiden kleinen Kindern nach Deutschland. Heute lebt sie seit über 20 Jahren in Wehr und hat Jahrzehnte nach den tragischen Erlebnissen ihre Geschichte in einem Buch niedergeschrieben („Mama, hier gibt es Licht“).
Am 20. Juli, dem 24. Jahrestag des Massakers von Bišcani, findet eine Lesung mit Mirveta Mrkalj-Durben im Wehrer Pfarrgarten statt. Im Anschluss an die Lesung wird ein Film von Judith Paland gezeigt, die Mirveta Mrkalj-Durben in Wehr sowie in Bosnien und Herzegowina mit der Kamera begleitete. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in die Wehrer Schützenhalle verlegt.
