Allgemeine Berichte | 15.04.2016, 08:00 Uhr

Engagement und Tatkraft jähren sich

30 Jahre Heimatverein Pech

Bürgermeisterin hält Laudatio für langjährigen Vorsitzenden Günter Wagner

Oliver Neft übernimmt das Amt des Vorsitzenden von Günter Wagner.
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Wachtberg-Pech. Am 8. April um 19 Uhr begrüßte Christa von Düsterlho als stellvertretende Vorsitzende die Vereinsmitglieder zu einer besonderen Mitgliederversammlung. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens hatte sie in die alte Schule in Pech eingeladen. Die Ankündigung in der Einladung für die Vereinsmitglieder hielt, was sie versprochen hatte: Im Anschluss an die offiziellen und formal notwendigen Tagesordnungspunkte fand ein gelungener Festakt besonders zu Ehren von Günter Wagner statt, der als Vorsitzender den Verein 30 Jahre lang erfolgreich geführt hatte. Im Vorfeld dieses besonderen Abends hatten sich drei Monate lang viele kreative Hände um die Organisation und Vorbereitung der Feierlichkeiten bemüht. Es wurde eine Hymne gedichtet, eine Urkunde gestaltet und ein Bild von Pech eigens für Günter Wagner gemalt. Bevor man zum kulturell anspruchsvollen Teil des Abends schreiten konnte, mussten die turnusmäßigen Wahlen durchgeführt werden. Der Vorsitzende Günter Wagner übergab seine Aufgaben an den neuen Vorsitzenden, Herrn Oliver Neft. Als neuer stellvertretender Vorsitzender löste Herr Friedrich Oettler Frau von Düsterlho in ihrem Amt ab. Konrad Bauer und Hanno Budde reichten als ehemalige Beisitzer den Stab an die neuen Aufgabenträger weiter. Gewählt wurden hierzu Herr Michael Mertes und Frau von Düsterlho. Danach führten die Vereinsmitglieder Oliver Neft und Michael Mertes durch das Festprogramm. Frau Barbara Mertes und Clemens Mertes boten ein gelungenes Duett an der Querflöte und dem Kontrabass.

Vielfache Aktivitäten zur Brauchtumspflege und Ortsverschönerung

Dieser ersten von drei musikalischen Darbietungen folgte die Laudatio zu Ehren des ehemaligen langjährigen Vereinsvorsitzenden. Die Bürgermeisterin Renate Offergeld lobte Günter Wagner für seinen außerordentlich engagierten Einsatz in dem kleinen Ortsteil und die Verdienste des ungewöhnlich aktiven und über die Grenzen von Pech hinaus bekannten Vereins. Unter der Leitung von Günter Wagner haben die Vereinsmitglieder im Laufe der Jahre mit vielfachen Aktivitäten zur Brauchtumspflege und Verschönerung des Ortes beigetragen. In dem 1985 gegründeten Verein helfen in diesem Jahr 148 tatkräftige Hände bei der Gestaltung des Dorflebens. Gemessen an den 2633 Gesamteinwohnern in Pech belegt dies das besondere Interesse der Bevölkerung an der Mitwirkung. Der Verein sorgte beispielsweise für die Neubepflanzung des Kapellenvorplatzes in Pech. Die Pflanzung der beiden Linden, die am Grünen Weg und auf dem Feuerwehrplatz stehen, gehen ebenfalls auf das Bemühen des Heimatvereins zurück. Einen besonders augenfälligen Erfolg gab es 2005 zu verzeichnen. In diesem Jahr konnte die alte Brunnenanlage an der Seibachstraße aufwendig renoviert werden. 2007 folgte die Übergabe einer neuen Glocke für die Kapelle, die noch am Tag der Übergabe geweiht wurde. An der alten Brunnenanlage wurde man 2013 erneut tätig. Der Verein ließ das Pflaster auf dem Brunnenplatz reinigen und aufwendig verfugen. Auch ein neu geschaffenes Beet erfreut seit diesem Zeitpunkt die Besucher der Brunnenanlage. Der Waldorfkindergarten in Pech war im letzten Jahr Nutznießer der Vereinsaktivitäten. Der Heimatverein Pech beteiligte sich an der Förderung eines neuen Spielgerätes für die Kleinen. Besondere Initiative zeigte der Verein unter der Leitung von Günter Wagner bei den alljährlich wiederkehrenden Festen und kulturellen Veranstaltungen. Von 1986 an organisierte der Heimatverein zwanzig Jahre lang das Dorffest in Pech. Seit der Neugestaltung und Renovierung des Brunnens im Jahr 2005 bereichert zusätzlich alljährlich im September das Brunnenfest das rege Dorfleben. Auch die Initiative für die Martinszüge entsprang dem erfolgreichen Streben der fleißigen Helfer, wie auch die Organisation der seit 1990 regelmäßig stattfindenden Karnevalsumzüge mit anschließender Disco. Geführte Ausflüge mit Informationen zu historischen Hintergründen und Vorträgen rundeten das gelungene Angebot in den letzten Jahren ab. Ziele waren unter anderem die Kreuzbergkapelle, der Alte Friedhof in Bonn, die Edelobstbrennerei in Meckenheim, die Wahnbachtalsperre und eine Benediktinerabtei.

Hans-Dietrich Genscher war Ehrenpräsident

Einen besonderen Höhepunkt der Vereinstätigkeit stellte die Verleihung der Ehrenpräsidentschaft des Heimatvereins für den kürzlich verstorbenen Dr. Hans-Dietrich Genscher durch Günter Wagner im Oktober 2012 während einer Feierstunde dar. Im Rahmen dieses Anlasses wurde die neue Ortsfahne mit dem Motto „Zum Glück gibt‘s Pech“ vorgestellt. Von 1985-2015 erschien regelmäßig die von Vereinsmitgliedern gestaltete Publikation „Dorfporträt“. In den 23 Ausgaben finden die Leser interessante Texte und Informationen zu aktuellen sowie geschichtlichen Themen des Ortes Pech. Zwei aktuelle Dorfporträts, „Wachtberger Bäche“ und „Pecher Michaeliskapelle“ wurden dem Ehrenvorsitzenden Dr. Hans-Dietrich Genscher gewidmet. Die Porträts sollen nach den aktuellen Planungen in etwa zwei Monaten auf der neu entstehenden Homepage des Vereins unter der Internetadresse www.heimatverein-pech.de nachzulesen sein. Die aktiven Mitglieder machten in der Vergangenheit nicht lediglich durch Verschönerungsaktionen und Jahresfeste in Pech von sich reden. Überregional beliebt war und ist die Winterakademie, die alljährlich seit 2010 für Unterhaltung und konstruktive Diskussionen sorgt. In diesem Jahr referierten zu brandaktuellen Themen wie „Die Flüchtlingsfrage – Ursachen und Konsequenzen“ , „Für Gott töten, für Gott sterben?“ bekannte Referenten wie Dr. Stephan Eisel und P. Klaus Mertes SJ. Über die vielgestaltigen Bilder von Ärzten in der Gesellschaft und ihr Schaffen vom Schamanen bis zum Spezialisten wusste Dr. med. Klaus Sandführ einen wertvollen Beitrag zu leisten. Zur Überraschung des Ehrenträgers sangen nach der Laudatio die Mitglieder und Freunde die eigens für diesen Abend gedichtete und komponierte Pech-Hymne. Oliver Neft überreichte Günter Wagner für seine außerordentlichen Verdienste zusätzlich eine Urkunde und ein von dem Künstler Michael Frechen handgemaltes Bild von Pech. Blumensträuße erhielten Frau Offergeld und Frau Wagner. Im Anschluss ergriff Günter Wagner das Wort, bedankte sich bei den Mitgliedern für ihre Tatkraft und bei der Gemeinde, vertreten durch die Bürgermeisterin, für die gedeihliche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig wünschte er dem Verein für die Zukunft weiterhin Erfolg auf dem gemeinsam geschaffenen Fundament. Für einen harmonischen Ausklang des Abends sorgte ein reichhaltiges Buffet, das anschließend durch den neuen Vorsitzenden Oliver Neft eröffnet wurde.

Günter Wagner nahm die Ehrungen anlässlich seines 30-jährigen Engagements entgegen.

Günter Wagner nahm die Ehrungen anlässlich seines 30-jährigen Engagements entgegen.

Bürgermeisterin Renate Offergeld hält die Laudatio zu Ehren des scheidenden Vorsitzenden.privat

Bürgermeisterin Renate Offergeld hält die Laudatio zu Ehren des scheidenden Vorsitzenden.Fotos: privat

Oliver Neft übernimmt das Amt des Vorsitzenden von Günter Wagner.

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