30 Jahre Kroatienhilfe Bell
30-jähriges Bestehen wird gefeiert
Dankgottesdienst mit anschließendem Empfang am 23. Juli 2023
Bell. Im Herbst 1992 wurden u.a. auch in Bell Familien gesucht, die Kinder aus dem Kriegsgebiet Kroatien während der Ferienzeit aufnehmen wollen. Bäckermeister Wolfgang Schlich und seine Ehefrau nahmen spontan zwei Kinder auf und von da an stand für sie fest, dass hier unbedingt noch mehr geholfen werden müsse. Als die Kinder nach den Ferien dann wieder nach Hause fuhren, wurde der Bus mit allen nur denkbaren Hilfsmitteln, die in Kroatien dringend gebraucht wurden, bis unters Dach vollgepackt. Kurz darauf beschloss Wolfgang Schlich spontan, sich einen Bus zu mieten, diesen mit Hilfsgütern vollzuladen und zu den Kindern nach Kroatien zu bringen. Da er damals keinen konkreten Ansprechpartner hatte, wandte er sich an die Kirche, die ihn an die Caritas in Kroatien vermittelte. So entstand 1993 unter seiner Leitung die Kroatienhilfe Bell. Für sein vorbildliches Engagement wurde Wolfgang Schlich 1996 zum Ehrenbürger von Vukovar ernannt, während Peter und Erika Wölwer im Jahr 2013 in Salzburg anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Kroatienhilfe von Pater Zlatko in seiner Eigenschaft als ehemaliger „Kronprinz von Kroatien“ (Joannes Aurelius de Zapolya) in den Adelsstand erhoben wurden.
Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens lädt die Kroatienhilfe Bell am Sonntag, dem 23.07.2023 um 9.30 Uhr zu einem Dankgottesdienst in die St. Florinus Pfarrkirche ein. Im Anschluss findet auf dem Platz neben der Kirche ein kleiner Empfang statt.
Peter Wölwer, der den heute 88-jährigen Wolfgang Schlich bereits bei seinem zweiten Hilfstransport 1993 begleitet hatte und 2008 die Leitung der Aktion übernahm, führte inzwischen bereits 98 Hilfstransporte für die Beller Kroatienhilfe durch, wobei er fast immer von seiner Frau Erika begleitet wurde. „Wir sind ein perfekt aufeinander eingestimmtes Team und ich werde ganz sicher auch in Zukunft am liebsten mit meiner Frau fahren“, so Peter Wölwer. Auf die Frage nach seinem schönsten Erlebnis sagt er: „In den ersten Jahren haben wir unsere Hilfsgüter in den aus Hütten oder Zelten bestehenden Lagern direkt aus dem LKW heraus verteilt. Die glücklichen Gesichter der Kinder, als wir ihnen Schokolade schenkten, werde ich niemals vergessen!“ Weiter erinnert er sich: „Damals haben wir von der Caritas noch eine Liste mit der Anzahl der bedürftigen Familien bekommen und dementsprechend haben wir die Pakete gepackt.
Nachdem Peter und Erika Wölwer von der Kroatienhilfe Bell“ im Jahr 2019 ihren 93. Hilfstransport nach Mostar in BosnienHerzegowina realisieren konnten, herrschte 2020 wegen der Corona-Pandemie absolute Funkstille.
Am 23. September 2021 war es jedoch endlich wieder so weit, dass die engagierten Eheleute ihre bisher eingegangen Spenden, die sich in ihrem Gartenhäuschen mittlerweile bis unter die Decke gestapelt hatten, wieder in einen Transit plus Anhänger verladen konnten, der dankenswerterweise seit 2008 von der Beller Firma Wierlemann unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird.
Da wir in den ersten Jahren mit Spenden überhäuft wurden, sind wir anfangs fast jeden Monat mit 2 – 3 voll beladenen LKW und einmal sogar mit fünf Fahrzeugen (4 x 7 ½ Tonner und ein Transit) gefahren.
Dass die Hilfsgüter inzwischen nicht mehr in die Caritas-Zentrale Mostar, sondern zur Caritas in Vukovar / Kroatien transportiert werden, änderte nichts an den umfangreichen Vorbereitungen für die vom 23. – 25. September 2021 währende 94. Reise. Ebenso wie in Mostar kümmert sich auch die Caritas in Vukovar um bedürftige Kinder und Erwachsene. Während zu Beginn der Beller Aktion das Passieren der Grenze von Slowenien nach Kroatien durch viele bürokratische Hürden vom Zoll erschwert wurde, geht es dort heute relativ unkompliziert zu. „Auch wenn die Situation sich auf den ersten Blick in den Dörfern und Städten verbessert hat, ist die Lage immer noch ernst. Es ist wirklich bewundernswert, dass die Menschen dort alles tun, um ihr Elend vor Ort in den Griff zu bekommen“, so Peter Wölwer, der den Grundgedanken seines Engagements noch einmal deutlich macht: „Die Hilfslieferungen sind bestimmt für Hilfebedürftige - egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion!“
Den nächsten Hilfstransport nach Vukovar planen die Eheleute Wölwer für die Zeit vom 16. Bis 18. November. „Da im nächsten Jahr meinen 70. Geburtstag feiern werde, habe ich beschlossen meine Transportfahrten Ende 2024 einzustellen.
Außer über Sachspenden freut die Beller Kroatienhilfe sich ganz besonders über finanzielle Spenden, da vor Ort mitunter dringende Neuanschaffungen sowie frische Lebensmittel eingekauft werden müssen. Außerdem werden an reinen Fahrtkosten (Benzin, Maut, etc.) für jeden Transport von Bell nach Vukovar und zurück ca. 600,-- Euro benötigt.
Spendenkonto: Peter Wölwer, KSK Mayen, IBAN: DE98 576 500 100 198 2653 32, Betr.: Kroatienhilfe Bell.
FRE
Peter und Erika Wölwer aus Bell werden schon bald wieder einen Hilfstransport nach Kroatien durchführen.
