Allgemeine Berichte | 30.06.2025

300 Jahre Gemeinschaft leben - Neuendorf zeigt sich im Kern

Gemeinsamkeit stärkt - V. Richard (li.), O. Seis, G. Hardies, W. Gabrich (re.). Fotos: P. Lötschert

Neuendorf. St. Peter Neuendorf. Ein Kunstprojekt präsentiert die dualen Kräfte des Wassers, des Rheins, unserer Heimat. Auftrieb, Bedrohung, Veränderung, Herausforderung zeigt einer der längsten Flüsse Europas bei Niedrig- wie Hochwasser. Auch das Leben stellt uns immer wieder vor diese Kräfte.

Die Herausforderung Leben am Fluss wird in der Kirche St. Peter derzeit in Neuendorf von Künstlern wie Kindern dargestellt. Gemeinschaftsarbeiten sind entstanden. Auch nach der Fest-Woche sind diese Kunstwerke zu bestaunen, die diese Kirche mit Licht und Leben füllen.

Diesen Lichtblick an den Ufern des Rheins, in Koblenz-Neuendorf haben wir dem Team Violetta Richard (Künstlerin), Oliver Seis (Pfarrer), Giulia Hardieß (Gemeindereferentin) und Willi Gabrich (Orts-Chronist) zu verdanken. 300 Jahre Petrus-Patronat. Dieses besondere Fest kredenzt den Gästen mit den Themen des Flusses einen Jubiläumswein (Schieferboden trocken), samt Jubiläumsweinglas. Kalle Grundmann, selbst gebürtiger Neuendorfer hatte zu Wein und Ortschaft einiges liebevoll zu berichten.

Nicht zu vergessen Neuendorf und Lützel stellten den Berufsstand der Flößer. Der dafür sorgte, dass die besten Rebsorten, Pflanzen, Samen, Tiergattungen besonders zu dieser Stelle des Rheins fanden. Zu dem Patronatsfest wurde der einladende neue, helle Vorplatz mit Blumenbeeten umsäumt. St. Peter wird damit zu einer Einladung an alle. Mit einer Grillstation vor den Kirchentoren und einem Gäste-Cafe nahe des Altarraumes wurde das ehrwürdige und oft von Hochwasser heimgesuchte Gebäude festlich wie liebevoll eröffnet.

Patronatsfest und besondere Heiligtümer

Im 17. Jahrhundert nach der Zerstörung ihrer Kirche sind Lützeler nach Neuendorf eingereist, sie brachten sozusagen ihre eigene Kirche samt Vermögen mit: die St. Peterkirche aus dem 13. Jahrhundert. Neuendorf stieg im Ansehen, es kannte nur die kleine Jobstkapelle sein eigen.

Viel Zeit verging. Endlich, fast 50 Jahre später, 1724 begann in Neuendorf der Bau einer St. Peterkirche aus Bruchstein, schlicht verputzt. Jedes Jahr um Peter und Paul herum am letzten Sonntag im Juni steigt hier das Patronatsfest. 2025 ist ein Grund zur Feier – 300 Jahre St. Peter auf dem Heimatboden der großen Koblenzer Flößergmeinde. Kurzfristig wurde das schlichte Gebäude immer wieder verschönert, damit es nicht wie ein größeres Backhaus anmuten sollte. Vorrübergehend wurde diese Stätte zum Grabgelage Anna. M. Milz, Ehefrau von Johann Bubenheim fand hier 1637 ihre letzte Ruhestädte. Beide Familiennamen sind immer noch in Neuendorf und Lützel zu finden.

Die Lützeler hatten 1688 ihr Kirchenvermögen wie Glocken mitgebracht. 1804 besorgte Pfarrer Gregor Lang die erste Orgel aus Wallersheim. Mit der französischen Auflösung von kirchlichem Eigentum waren die Wallersheimer nicht einverstanden. 1807 erhielt die Kirche in Neuendorf eine Turmuhr, aus dem Schloss Schönbornlust sollte sie herstammen. Langsam wuchs das Gotteshaus zu einer Kirche mit allem Drum und Dran heran.

Moderne Steinarbeiten zeigen in St. Peter die Hochzeit von Maria und Joseph, ein einmaliges Sujet am Mittelrhein. Ebenso Arbeiten von Januarius Zick (1730- 1797) und prominenter Schüler sind in den Gemeinden am Rhein zu finden. Vielleicht eine neue Route für den Rhein-Tourismus?

Für notwendige Restaurierungen von Kirchenheiligen aus Holz werden derzeit in den Gemeinden Spender gesucht. Schön, wenn die regionalen Medien sich mit einem Spendenaufruf mit einschalten könnten.

Neuendorf – Tore auf

10. Mai 2025 Stadtteilfest, 23.-29. Juni Kirchenfest St. Peter. Neuendorf zeigt Mut, die Kirche ist wieder ein Ort echter Begegnung. Tore auf! Das große Stück Treibholz vor dem Altar, eingewickelt in ein Tuch steht auch für die Menschen, die gerade vertrieben wurden, das Tuch für Aufnahme und Sicherheit, Umsorgung. Alles christliche Tugenden. Für den 23. Mai 2025 hatten die Kinder der Stadttele Lützel sich Gedanken um Marira und ihren Umhang gemacht und selbst eine helfende Maria mit Mantel entworfen – aktiv Schutz geben.

Sommergarten-Gottesdienste im Pfarrhausgarten oder der Gottesdienst bei den Nachbarn nebenan – das Pfarrbüro wartet auf unseren Anruf 0261-81384. Aktiv Glauben, Gemeinschaft leben. Was alt und vergessen klingt, wird wieder lebendig, modern. Eintritt frei. Das Neuendorfer Feste gestalten können zeigen uns Hafen- wie Höfefeste.

Was Lützel und Neuendorf vereint

Gemeinsam feiern. Mit einem Dinner in Blue. Alle bringen etwas Leckeres zu trinken und zu essen mit, dann wird geteilt. Auch die Lebensfreude. Am 30. 4. 2025 haben in der Maria Hilf-Kapelle in Lützel viele den Wallfahrts-Monat Mai mit der Rauminstallation der iranischen Künstlerin Maryam Aghaalikani gefeiert.

Lützel als strategischer Punkt vor den Toren von Koblenz war von Kriegen besonders betroffen und stand immer wieder auf, durch die Römer wurde es zu einem wichtigen Hafen, später war die Flößerei von Bedeutung. Diese Gegend war als vermögend bekannt. Durch die Zerstörung französischer Truppen wurde Lützel zu einem reinen Obst-, wie Weinbaugebiet. Frische, große Koblenzer-Kirchen bekommt man heute noch auf der Ehrenstraße im Sommer in Köln zu kaufen. Die Preussen bauten den Ort, die Gemeinde wieder auf, der erste Koblenzer Güterbahhof entstand 1858. Selbst die letzte Werft der Klöckner Werke Duisburg befand sich in Lützel.

Zwei Ortsteile im Austausch

Haben die Neuendorfer schon vor einigen hundert Jahren den Lützelern ihren Petrus „entführt“, so haben die Lützeler seit einigen Jahren wegen Brauchtumsrückgang die Neuendorfer Kirmes übernommen. Lützel feiert übrigens seit 1138 das Kirmesfest, und das seit 1910 mit dem Veranstalter und Bürgerverein „Bombenfeste“. Na bitte. Hier steigt die Party, Lützel tanzt bis nach Mitternacht. Haben die Neuendorfer keinen Kirmesbaum mehr, geht es nach Lützel. Beide Ortsteile ergänzen sich im Angebot.

Hier darf jeder mitmachen: Diskussionen im „Ideenforum“ gehen online per Anmeldung. „Urlaub ohne Koffer „startet in Neuendorf mit Spielnachmittagen bis hin zu Ausflügen. Urlaub zuhause – der erste Termin ist der 22. Juli 2025. Anmeldung unter: 0160-99827685. Von wegen Langeweile.

Zwei Ortsteile von Koblenz zeigen Mut im Glauben, Selbstvertrauen und Aufbau einer Gemeinschaft – beide schreiten stark wie stärkend voran. Werte sind wieder gesucht. Dieses große geschichtliche Hin und Her hat beide Gemeinden zusammengeschweißt. Derzeit befinden sich beide Koblenzer Ortsteile im Aufschwung.

Neu. Stadtradeln

Vom 1. bis 21. September Start vor St. Peter in Neuendorf – das Konzept will die Autoanzahl in der Stadt verringern. Am ersten Tag wird das Vorhaben gesegnet, Nach einem gemeinsamen Gottesdienst geht es 11.15 Uhr zu einer 20km langen Stadtkennlerntour. Danach soll jeder Städter das Rad seinem Auto vorziehen. Koblenz, Neuendorf, Wallersheim, Kesselheim und Lützel sind flach gelegene Dorfgemeinden entlang des Rheins. Anmeldung bei: sebastian.maehlmann@bgv-trier.de. Einfach mitmachen!

Pressemitteilung des Kultursalon Koblenz

Spuren des Hochwassers in St. Peter.

Spuren des Hochwassers in St. Peter.

Gemeinsamkeit stärkt - V. Richard (li.), O. Seis, G. Hardies, W. Gabrich (re.). Fotos: P. Lötschert

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