Allgemeine Berichte | 08.06.2017

DVG - Expedition auf Ischia

35 Wanderer erkundeten die Natur Italiens

Mit dem Diplom Geologen Aniello Di lorio erkundeten die 35 Reisenden die Natur. privat

Ischia. Ziel der diesjährigen Exkursion war Ischia, la bella isola vulcanica, - aber nicht zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen, sondern um mit dem vor Ort ansässigen Diplom-Geologen Aniello Di lorio die vielfältigen vulkanischen Erscheinungen der Insel im Golf von Neapel zu erkunden. Nach einer Zwischenlandung in München und Ankunft auf dem Flughafen von Neapel bekamen die 35 Teilnehmer sehr schnell einen Eindruck vom italienischen dolce vita, nach dem Motto: Wenn nichts mehr geht, dann geht doch noch was. Nach mühevoller Fahrt durch den Verkehr in Neapel stellte man am Hafen fest, dass die Fähre besetzt war, also zwängte sich der Bus wieder durch den Verkehr aus dem Hafen heraus, um nach Pozzuoli zu fahren. Dabei wurden das Rot der Ampel als Grün und die Stoppschilder als Vorfahrtsschilder interpretiert. In Pozzuoli konnten die Reisenden endlich auf der Fähre einschiffen, die verlorene Zeit wurde durch die angeblich schnellere Fährverbindung wettgemacht. Aber was bedeutet schon Zeit in Italien? Die Teilnehmer lernten schnell, deutsche Minuten in italienische Minuten umzurechnen. Die nächsten fünf Tage waren ausgefüllt mit Wanderungen in die Natur der Insel, wobei die vulkanische Ausprägung der Insel von Aniello mit vielen Abbildungen und Materialien eindrucksvoll vermittelt wurde. Erstaunt erfuhr man, dass der 787 m hohe Epomeo kein Vulkan, sondern eine aus dem Meeresgrund herausgehobene Scholle aus trachytischem grünlichem Tuff, abgelagert in einer vom Meer verschluckten Caldera ist. Die Grünfärbung beweist die Chloritisierung des Gesteins durch das Meerwasser. Da es in der Nacht heftig geregnet hatte, erklomm man den Gipfel am Morgen in recht dichtem Nebel, was der Unternehmungslust keinen Abbruch tat. Leider blieben die schönen Ausblicke auf die Küste rar, nur selten öffnete sich ein Wolkenloch und gab den Blick frei. Imposante Tafoniverwitterungen erlebte man im Zauberwald, das Epomeomassiv zerbrach bei der Heraushebung und es stürzten riesige Blöcke ins Vorland. Diese verwitterten durch den Einfluss von Wasser, Salz, Sonne und Wind zauberhaft in die denkbar merkwürdigsten und skurrilsten Formen. Im Mittelalter suchten die Inselbewohner Schutz vor den Piraten und höhlten diese Blöcke zu Steinhäusern aus. Zur Wasserversorgung und Speicherung ritzten die Einwohner Rillen in die Blöcke, die ins ausgehöhlte Innere führten. So wurde das auf die Oberfläche fallende Regenwasser im Innern wie in einer Zisterne gespeichert. Teilweise funktioniert dieses System auch heute noch.

Das Programm

Jeder Tag bot ein anderes Wanderprogramm durch die zahlreichen Krater, Calderen und Maare, die teilweise mit ihren Fumarolen und heißen Quellen die vulkanische Aktivität im Untergrund der Insel bezeugten. Die Teilnehmer durchquerten auf geheimen Pfaden die zahlreichen Gärten und Weinberge, die infolge des fruchtbaren vulkanischen Bodens mit einer Fülle von mediterranen Früchten bestückt waren. Ein Teil der Teilnehmer besuchte Pozzuoli auf dem Festland mit den sehenswerten Ausgrabungen der römischen Stadt und den nach Schwefeldämpfen riechenden Solfataren. An der römischen Markthalle konnten die Reisenden anschaulich die Hebung und Senkung des Landes im Laufe der Jahrhunderte anhand der Markierungen durch Bohrmuscheln erkennen. Auch rezent finden Hebungen und Senkungen noch statt. Vor etwa 30 Jahren wurde Pozzuoli um circa drei Meter angehoben, schön zu sehen an der ehemaligen Kaimauer, deren Poller heute drei Meter über dem Meeresspiegel liegen. Das Ende der Wanderungen führte die Teilnehmer immer wieder in eine der in den Weinbergen gelegenen Trattorias, wo die Reisenden bei gutem Wein und italienischen Tapas die wunderschönen Ausblicke über die Insel und den Golf von Neapel mit dem Vesuv genießen konnten. Manchmal recht erschöpft trafen die Wanderer dann im Hotel Il Gattapordo in Forio ein, um sich recht schnell die ermatteten Muskeln und Sehnen im Thermalwasser zu regenerieren. Hotel und Service boten zwar manchen Grund zur Beanstandung, aber an der Bar fand der Abend dann doch noch einen vergnüglichen Abschluss. Auch die italienisch-deutsche Freundschaft kam nicht zu kurz. Mit Mario, einem italienischen Gastarbeiter, der lange Jahre in Reutlingen als Maurer gearbeitet hatte, feierte die Teilnehmer dessen achtzigsten Geburtstag mit seiner Familie bis spät in die Nacht. Mit vulkanischen Informationen und Eindrücken voll beladen traten die Wanderer dann die Heimreise an, wobei die Insel Ischia mit dem Epomeo und auch der Vesuv bei Neapel mit einem „Ciao“ den Abflug bei guter Sicht begleiteten. Ein großer Dank geht an den von Gerrit Hesse vermittelten Geologen Aniello Di lorio, der mit seiner lockeren Art die Geologie der Insel vermittelte und so manchen Teilnehmer zum „Magma cum laude“ führte.

Mit dem Diplom Geologen Aniello Di lorio erkundeten die 35 Reisenden die Natur. Foto: privat

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