Große Jubiläumsfeier im Regenborgen-Kindergarten
40 Jahre Mäuse, Bären und Riesen
Swisttal-Buschhoven. „Time-Busters - Wir jagen durch die Zeit“, sangen die Kinder zum Abschluss ihrer Vorführungen, die sie ihren Eltern, größeren und kleineren Geschwistern, vielen Großeltern und den Gästen der Jubiläumsfeier „ihres“ Kindergartens in einer von den Erzieherinnen über Wochen eingeübten Show boten.
Das Lied hätte auch als Motto über der Begrüßungsrede von Ulf Heyder, 1. Vorsitzender des Regenbogen-Kindergartens im Birkeneg, stehen können. In einem kurzen Rückblick ließ Heyder die Gründungsphase und die vier Jahrzehnte des Kindergartens Revue passieren.
Notstand Kindergartenplätze
Die Regierungshauptstadt Bonn war kräftig gewachsen, die Ministerien wurden ausgebaut und viele der neuen Mitarbeiter zogen mit ihren Familien in das Umland, auch nach Buschhoven. „Hier in Buschhoven herrschte vor 1973 ein wahrer Kindergartennotstand“, so Heyder, „nach damaliger Planung der Gemeinde soll für die folgenden 20 Jahre kein Kindergarten geplant gewesen sein.“
Daher gründeten im Frühjahr 1973 engagierte Bürger Buschhovens die erste Kindergarten-Elterninitiative im ganzen Rhein-Sieg-Kreis. „Die Gründungsmitglieder unter ihrem ersten Vorstand der Herren Krahforst, Dr. Bopp, Drescher, Styra und Gaertner sahen sich einer Reihe verwaltungstechnischer und vor allem finanzieller Hürden gegenüber,“ schilderte der erste Vorsitzende die schwierige Gründungsphase seiner Vorgänger vor 40 Jahren. Aber der Kraftakt gelang. Für knapp 500 Tausend DM, finanziert aus Bundes-, Landes- und Gemeindemitteln und auch durch von Eltern gesammelten Spenden wurde dann 1974 innerhalb von sechs Monaten ein Gebäude aus Fertigteilen errichtet. Das Grundstück am Birkenweg hatte die Katholische Kirchengemeinde in Erbpacht bereitgestellt. Im November 1974 konnte die Einweihung mit zwei Gruppen für anfänglich 60 Kinder gefeiert werden. Aber schon im kommenden Frühjahr wurde Platz für eine dritte Gruppe geschaffen, 75 Kinder konnten nun den Kindergarten besuchen. Der große Notstand war damit überwunden, auch wenn es auf Jahre hinaus noch eine Warteliste gab.
84 ehrenamtliche Vorstandsmitglieder
Für 40 Jahrgänge Buschhovener Kinder war der Kindergarten im Birkenweg, später in „Regenbogen-Kindergarten“ umbenannt, eine ganz wichtige Erfahrung in ihrer Entwicklung. Und auch Generationen von Eltern haben sich in und für den Kindergarten engagiert, der bis heute als Elterninitiative geführt wird. „84 ehrenamtliche Vorstandsmitglieder haben in den 40 Jahren unseren Kindergarten durch Höhen und Tiefen geführt, dies war nicht immer ein Zuckerschlecken und zunehmend keine Selbstverständlichkeit“, würdigte Heyder die Arbeit seiner Vorgänger im Vorstand der Elterninitiative.
Sanierung und U-3 Ausbau
Eine Herkulesaufgabe kam in den Jahren 2007-2008 durch dringend notwendige Sanierungsarbeiten an dem nun über 30 Jahre alten Gebäude auf den Vorstand zu. Gleichzeitig kamen aus Politik und Gesellschaft die Forderungen, U3-Plätze zu schaffen. Da der Vorstand zu der Überzeugung kam, ohne U3-Plätze wäre die Zukunft der Einrichtung gefährdet, wurde beides in Angriff genommen. Aus Mitteln des Konjunkturpakets 2 und Gemeindezuschüssen wurde die Sanierung des Altbaus angepackt, parallel wurde mit Hochdruck die Erweiterung des Gebäudes geplant, aus dem Sonderprogramm des Landes NRW zur Investitionskostenförderung wurde ein Teil der Mittel bereitgestellt, aber auch die Gemeinde und die Elterninitiative selbst trugen zur Finanzierung bei. Rd. 890 000 Euro wurden in diesen Jahren am Birkenweg investiert.
Start mit U3-Kindern
Bereits in sechs Wochen werden mit dem neuen Kindergartenjahr 18 U3-Kinder einen Platz im Regenbogen-Kindergarten haben. Insgesamt werden 77 Kinder in vier Gruppen in der Einrichtung betreut.
Der besondere Dank des Vorstandes galt neben der Gemeinde Swisttal, an der Spitze Bürgermeister Eckhard Maack und Ortsvorsteherin Christel Eichmanns, dem Betreuerteam mit der Kindergartenleiterin Andrea Breuer.
„Die Erzieherinnen haben unter teils unzumutbaren Arbeitsbedingungen den Betrieb aufrecht erhalten, ohne ihr Engagement wäre der Umbau so wohl nicht möglich gewesen“, so Ulf Heyder, „aber auch die Dorfgemeinschaft hat mitgezogen, sowohl die katholische Kirche mit Räumen im Pfarrheim als auch die Sportvereine Hertha Buschhoven und der Tennisclub Kottenforst haben kostenlos Räumlichkeiten während der Bauzeiten zur Verfügung gestellt.
Ein Fest mit Gesang, Tanz und Modenschau
Als die Fest- und Dankesreden gehalten waren, standen dann die Kinder im Mittelpunkt. Es wurde getanzt und gesungen, mit einer Modenschau durch die vier Jahrzehnte zeigten die kleinen „Models“ Mode der 70er, 80er, 90er Jahre und des neuen Jahrtausends.
In einem „Café“ gab es viele leckere selbst gebackene Kuchen, im Garten duftete es vom Grill, und die Kinder taten nach dem offiziellen Teil das, was wohl alle Kinder am liebsten tun: Sie nahmen Klettergerüst, Rutsche und die anderen Geräte in Beschlag und zeigten, dass sie sich in „ihrem“ Kindergarten zuhause fühlen.
Nach dem offiziellen Teil eroberten die Kids ’ihren Kindergarten‘.
