Historische Wanderung in Rheinbreitbach
„80 Jahre Kriegsende – 80 Jahre Frieden“
Rheinbreitbach. Um die 60 Mitglieder und interessierte Gäste des Heimatverein und des St. Josephs-Bürgerverein Rheinbreitbach trafen sich kürzlich zur jährlichen historischen Wanderung, um bei sonnigem Frühlingswetter etwas zum militärhistorischen und örtlichen Geschehen der März-Tage 1945 zu erfahren. Der Militärhistoriker Volker Kozok aus Meckenheim und der örtliche Heimatforscher Jürgen Fuchs führten durch sowie um den Ort und erläuterten an den jeweiligen Stellen die Ereignisse.
Amerikanische Truppen hatten damals überraschend die Remagener Brücke überqueren können und rückten schnell in die nahen rechtsrheinischen Ortschaften vor. Auf den Anhöhen von Westerwald und Siebengebirge entwickelten sich jedoch verlustreiche Kämpfe mit der deutschen Wehrmacht. Die Rheinbreitbacher Bevölkerung suchte Schutz in Hauskellern, Unterständen im Wald und ehemaligen Bergwerksstollen. Aus dem Heimatheft von 2005 wurden einzelne Zeitzeugenberichte zu den Geschehnissen im Ort vorgelesen. In einer US-amerikanischen Publikation über das 51. Feldlazarett tauchten kürzlich historische Fotos der damaligen Krankenschwestern und auch ein Luftbild der Gemarkung „im Brüchen“ auf, worauf der man die genaue Lage des Lazaretts mit 10 großen und weiteren kleinen Zelten sowie die Piste des Feldflughafens gut erkennen konnte.
Volker Kozok erläuterte die Geschichte des US-amerikanische Feldflughafens mit dem Lazarett und erwähnte dass Rheinbreitbach damals der Ort der ersten alliierten Luftlandung östlich des Rheins war. Im Lazarett wurden vom 13. – 20. März im Gesamten 211 Verletzte behandelt, 27 Patienten verstarben hier. Am 22. März wurden die letzten 24 Verwundeten mit zwei von Zugflugzeugen abgeschleppten Lastenseglern in einem speziell entwickeltem Verfahren ausgeflogen.
Die gut 3-stündige Tour führte weiter über Korfs-Wiese, Sportplatz und Weinbergsweg wo es damals verlustreiche Gefechte gab. Die Teilnehmer kehrten abschießend in den Hof des Heimatmuseums ein wo Inge Morsbach vom Heimatverein-Vorstand eine Stärkung mit Siedewürstchen und Getränken vom Bürgervereins vorbereitet hatte.
