ADFC: Radweg im Stadtpark ist nicht attraktiv
Rheinbach. Nicht jeder Geh-/Radweg ist im Alltagsverkehr ein tauglicher Radweg. Darauf weist der ADFC angesichts der anhaltenden Diskussion zu den Fahrradstraßen in Rheinbach hin. Immer wieder werde gesagt, es gebe doch einen breiten Radweg neben der Straße Stadtpark, wozu also die Fahrradstraße dort?
Der Radweg im Stadtpark, auf den verwiesen wird, war früher ein gemeinsamer Geh- und Radweg, den der Radverkehr benutzen musste, bevor die Benutzungspflicht nach Einrichtung der Fahrradstraße aufgehoben wurde. Heute ist er ein reiner Gehweg, den nur noch Kinder und sie begleitende Eltern mit dem Rad befahren dürfen. Radverkehr findet nun mit Vorrang vor dem Autoverkehr auf der Fahrbahn statt.
Der ADFC wendet sich gegen Bestrebungen, die Fahrradstraße dort wieder aufzuheben und den Radverkehr auf den früheren Geh-/Radweg zu verweisen. Denn auf einem gemeinsamen Geh-/Radweg hat der Fußverkehr Vorrang, der Radverkehr muss sich anpassen und wenn notwendig bremsen und Schrittgeschwindigkeit fahren. Umgekehrt erschrecken sich viele Fußgängerinnen und Fußgänger, wenn Radfahrer sie von hinten schnell und mit wenig Abstand oft überraschend überholen und empfinden dies als rücksichtslos. Gemeinsame Geh-/Radwege sind deshalb weder für den Fuß- noch für den Radverkehr im Alltagsverkehr attraktiv, wenn dort sowohl mit Fußgängern als auch mit Radfahrern zu rechnen ist.
Dies ist im Stadtpark der Fall, dort gehen viele Familien mit Kindern und Kinderwagen, Hundehalter mit ihren Hunden oder Walker nebeneinander entlang. Verständlich, denn der Stadtpark soll der Erholung und Freizeitgestaltung dienen, weshalb es auch keine Lösung ist, den Fußverkehr auf die andere Straßenseite zu verweisen, wie es teilweise vorgeschlagen wird.
„Die Fußgängerinnen und Fußgänger möchten sich ungestört vom Radverkehr im Stadtpark erholen und dort spazieren gehen und nicht auf einem Gehweg zwischen Zaun und Straße, damit der Autoverkehr die Straße ganz für sich hat“ bemerkt der Leiter der Verkehrsplanungsgruppe des ADFC, Dr. Georg Wilmers. Er hält es für die beste Lösung, den breiten Weg neben der Straße wie jetzt für den Fußverkehr vorzusehen und den Radverkehr mit Vorrang vor dem Autoverkehr auf der Straße zu führen.
„Übergreifendes Ziel im Sinne des Klimaschutzes und der Aufenthaltsqualität in Rheinbach ist es, mehr Leute als bisher dazu zu bewegen, kurze Strecken im Alltagsverkehr in Rheinbach zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen statt mit dem Auto“ begründet Dr. Wilmers die Notwendigkeit der Fahrradstraße im Stadtpark, „dazu bedarf es attraktiver Geh- und Radwege und nicht gemeinsamer Geh-/Radwege mit viel Fuß- und Radverkehr“.
Öffentliche Versammlung
Eine ganz andere Frage ist es, ob die Fahrradstraße im Stadtpark nicht generell für den Kfz-Verkehr freigegeben werden sollte, statt nur für „Anlieger“, von denen es im Stadtpark kaum welche gibt. Zu dieser Frage lädt der ADFC zu einer öffentlichen Versammlung am Freitag, 26. Januar um 19.30 Uhr im Ratssaal im Himmeroder Hof ein, wo der der ADFC mit Mitgliedern der Stadtratsfraktionen und am Thema interessierten Mitbürgern diskutieren will, ob die Fahrradstraßen in Rheinbach generell für den Autoverkehr freigegeben werden sollten, wie es z.B. in Bonn der Fall ist - ein entsprechender Antrag einer Ratsfraktion liegt dazu vor - und wie die Radverkehrspolitik in Rheinbach allgemein weitergehen soll.
Pressemitteilung des
ADFC Rheinbach
