Verband beschließt Verkehrspolitisches Programm für die Region
ADFC mit neuem Vorstand
Rasantes Mitgliederwachstum
Bonn. Mit einer neuen Führung, ehrgeizigen Wachstumszielen und einem Verkehrspolitischen Programm für die Region geht der ADFC Bonn/Rhein-Sieg die nächsten Jahre an. „Spätestens in zwei Jahren wollen wir die Marke von 5000 Mitgliedern überspringen“, sagte die ADFC-Vorsitzende Annette Quaedvlieg auf der Mitgliederversammlung des Vereins im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bonn. „Und 2025 soll der Radverkehr in der gesamten Region endlich die Rolle spielen, die ihm gebührt.“
Verkehrskonzept 2025 beschlossen
In dem ADFC-Verkehrskonzept werden die kommunalen Verwaltungen und Politiker aufgerufen, endlich ernst zu machen mit der Radverkehrsförderung. „Wir haben in mehr als einem Jahr einen Leitfaden entwickelt, wie wir in der Region vorankommen können und die Radverkehrsförderung nicht an Stadtgrenzen endet“, so ADFC-Verkehrsplanungssprecher Werner Böttcher auf der Mitgliederversammlung. Wenn Radverkehr eine stärkere Rolle spielen soll, um die Städte von Verkehr, Lärm und Emissionen zu entlasten, dann müsse Radfahren einfacher, sicherer und schneller werden. „Das geht, und wir zeigen, wie es geht“, so Böttcher. Das Programm wurde von den 70 Mitgliedern auf der Versammlung einstimmig beschlossen. Die Vision 2025 wird im Sommer gedruckt vorliegen und soll in eigenen Veranstaltungen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis vorgestellt werden.
Neuwahl des Vorstands
Umfangreich waren auch die Wahlen zu einem neuen Vorstand. Der ADFC hat dem Vorstand eine neue Struktur gegeben und wichtige Themen- und Arbeitsbereiche zusammengefasst. „Unsere Aufgaben und Schwerpunkte sind in den vergangenen Jahren so stark gewachsen, dass eine Anpassung notwendig war“, so die einstimmig wiedergewählte Vorsitzende Annette Quaedvlieg. Neu im Amt ist ihr Stellvertreter Herbert Dauben. Der gebürtige Bonner war IT-Forensiker bei der Steuerfahndung und kann sich jetzt als Pensionär stärker seiner Leidenschaft widmen, dem Radfahren. Bestätigt wurden Schatzmeister Jürgen Pabst, Schriftführerin Anke Pabst, Planungssprecher Werner Böttcher, Tourenreferent Winfried Lingnau, Pressesprecher Axel Mörer-Funk und der Referent für Menschen mit Behinderung, Thomas Krause, für das Referat Inklusion. Neu in den Vorstand gewählt wurden Referenten für weitere wichtige Arbeitsbereiche. Den Bereich Rückenwind/Neue Medien verantwortet Claudia Riepe. Die Radfahrschule wird von Paul Kreutz im Vorstand vertreten, die Radreisemesse von Hans Peter Müller, der Bereich Schule und Betrieb von Gabriele Heix, das Thema Fahrradtechnik von Jürgen Dörr.
Mitgliederzahl auf 4580 gestiegen
Überaus positiv war die Jahresbilanz des ADFC-Kreisverbandes, der die Stadt Bonn und die Kreise Rhein-Sieg und Euskirchen abdeckt. Aktuell zählt der ADFC-Kreisverband 4580 Mitglieder. Das sind rund 330 Mitglieder mehr als im März 2015. Damit ist der ADFC Bonn/Rhein-Sieg nach dem ADFC München der zweitgrößte Kreisverband in Deutschland und die größte Gruppierung in Nordrhein-Westfalen. Das Haushaltsjahr schloss der ADFC mit einem Überschuss ab, obwohl der Kreisverband auch neue Aufgaben in Angriff nahm. Dazu zählte beispielsweise die Flüchtlingshilfe. ADFC-Mitglieder haben in nur sechs Monaten ehrenamtlich mehr als 150 Räder repariert und an Flüchtlinge übergeben. In acht Wochenendkursen erlernten 78 Erwachsene das Radfahren.
Zwei neue Ortsgruppen in Hennef und Beuel
Im vergangenen Jahr wurden im Kreisverband zudem zwei weitere Ortsgruppen in Hennef und in Beuel gegründet. Inzwischen verfügt der ADFC in der Region über 17 Ortsgruppen, drei in Bonn, 13 im Rhein-Sieg-Kreis und eine Gruppe in Euskirchen. Neu eingeführt hat der ADFC im vergangenen Jahr einen Newsletter, der inzwischen über 1800 Abonnenten hat, einen Facebook- und einen Twitter-Auftritt.
Fast 500 Touren angeboten
Das Tourenprogramm war 2015 erneut das größte in Nordrhein-Westfalen mit fast 500 angebotenen Touren. Die Palette reicht von gemütlichen Feierabendtouren über längere Ganztagestouren bis hin zu sportlichen Fahrten mit dem Mountainbike und Rennrad.
Starkes Engagement in der Verkehrspolitik
Im Bereich der Verkehrspolitik waren die wichtigsten Schwerpunkte die Erarbeitung des Verkehrspolitischen Programms für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis, der Einsatz für eine Seilbahnverbindung zwischen Venusberg und Ennert, die Umsetzung des Fahrradstraßenkonzeptes in Bonn, der Einsatz gegen Poller auf Radwegen und die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht auf Radwegen, die nicht den gesetzlichen Standards entsprechen und deshalb laut StVO gar nicht erst als Radweg ausgeschildert werden durften.
Weitere Großereignisse in Vorbereitung
Im laufenden Jahr stehen noch mehrere Großereignisse auf dem Programm: Am 1. Mai startet gemeinsam mit AOK und der Stadt Bonn die neue Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Die Teilnahme Bonns an der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“ wird dank der Initiative das ADFC entgegen ursprünglicher Ankündigungen nicht ausfallen, sondern auch dieses Jahr vom 1. Mai bis 30. September stattfinden. Am 21. Mai wird zum zweiten Mal die Bonner Bike-Night stattfinden und um eine Bike-Night für Kinder erweitert. Der Fähr-Rad-Tag 2016 ist für den 7. August vorgesehen.
