Allgemeine Berichte | 27.02.2024

„Meckenheim hilft e.V.“ holt Fahrzeugwrack aus Irpin nach Meckenheim

Abenteuerliche Rückreise endet erfolgreich

Bei der Mahnwache in Berlin erweckte die Installation sehr viel Aufsehen.  Foto: Meckenheim hilft e.V.

Meckenheim. Kürzlich machten sich der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Meckenheim hilft e.V.“, Stefan Pohl, und sein Mitfahrer Daniel Südhof erneut auf den Weg in die Ukraine. Dieses Mal mit einer ganz besonderen Mission. Denn bislang brachte der Verein stets Rettungsfahrzeuge, Feuerwehrmaterial und Hilfsgüter in die Ukraine. Nun stand ein Transport in entgegengesetzter Richtung an. „Schon seit einem Jahr habe ich mit viel Unterstützung meines Netzwerkes daran gearbeitet, ein von den russischen Invasoren zu Beginn des Krieges bei Irpin im Raum Kyiv zerschossenes Zivilfahrzeug für die Ausfuhr nach Deutschland vorbereitet zu bekommen“, schildert Pohl die Ausgangssituation. „Viele Telefonate, Briefe und Emails später ereilte mich dann wenige Tage vor der geplanten Abfahrt das finale OK.“

Pohl und Südhof fuhren mit dem vereinseigenen Bus die 2.000 km bis Kyiv. Dort verluden sie schon am Dienstag das Fahrzeug mit Hilfe eines Kranwagens auf den mitgebrachten Anhänger und fuhren ein erstes Teilstück zurück durch die ukrainische Abenddämmerung. Auf den rudimentär ausgeleuchteten Straßen voller Schlaglöcher kein einfaches Unterfangen. Aber bis zum geplanten Zwischenstopp lief alles nach Plan, so dass die beiden Fahrer in einer ukrainischen Kleinstadt 200 km vor der polnischen Grenze neue Kraft sammeln konnten.

Mittwochs sollte dann der Grenzübertritt erfolgen. Gegen 12 Uhr deutscher Zeit erreichte das Gespann die Grenzanlage, wo auf ukrainischer Seite eine schnelle Abfertigung erfolgte. Dann ging es für Pohl und Südhof in den polnischen Teil der Grenze. Nach langer Warterei schien die Reise zu Ende: Der polnische Zoll wollte das Fahrzeug aus Irpin als „Müll“ einstufen. Und dessen Einfuhr in die EU sei verboten. Es folgten lange Diskussionen und Prüfungen. Um 21 Uhr war es dann aber endlich so weit: Es gab die Papiere zurück und die Schranke öffnete sich. Überglücklich steuerten Pohl und Südhof das Gespann wieder in die EU und weiter bis nach Krakau, wo die nächste Übernachtung geplant war.

Von Krakau ging es dann am frühen Morgen weiter auf die 600 km lange Rest-Reise nach Berlin, wo das mitgebrachte Fahrzeug Hauptbestandteil einer Mahnwache sein sollte. 400 km lang war es eine ereignisarme Reise durch Polen. Dann aber, kurz nach einem Tankstop rund 200 km vor Berlin, gab es technische Probleme. „Erst schien es, als sei nur der 5. Gang defekt und wir könnten mit den verbleibenden vier Gängen über Berlin bis nach Meckenheim fahren“, schildert Südhof den Schreckmoment, als das Getriebe unter lautstarker Geräuschentwicklung nicht mehr sauber arbeitete. Doch es kam noch schlimmer. Denn schnell wird klar: Alle Gänge bis auf den 4. sind defekt. „Im vierten Gang haben wir uns bis Berlin und dort bis vor unser Hotel geschleppt. Teils mit Warnblinker und schleifender Kupplung auf der Busspur, nur um nicht anhalten zu müssen.“

Den beiden Fahrern ist klar: Mit dem Bus kommen sie keinen Meter mehr weiter. Also wird ein Leihwagen mit Anhängerkupplung besorgt und der Abschlepper holt den defekten Bus ab.

Freitagmorgen dann stand die Mahnwache in Berlin an: Zusammen mit dem Künstler Volker Trieb platzierten Pohl und Südhof das Fahrzeug auf dem Anhänger vor dem Mahnmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, unweit des Brandenburger Tores. Dort erweckte die Installation sehr viel Aufsehen und interessierte Nachfragen, ehe es im Mittag weiter nach Meckenheim ging.

Dort stand für das zerschossene Fahrzeug dann am Samstag, 24. Februar, und somit genau am zweiten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine, noch eine weitere Mahnwache an. Dieses Mal vor dem russischen Generalkonsulat in Bad Godesberg.

„Es war eine lange, kräfte- und ressourcenzehrende Tour. Aber auch diese war, und das alleine zählt, am Ende erfolgreich“, zieht Pohl Resümee. „Zudem bin ich zu tiefst beeindruckt, welchen Zuspruch und welche Spendenbereitschaft wir erfahren haben, nachdem wir auf Social Media von unserem Getriebeschaden berichtet haben. Danke an alle, die uns hier unterstützt haben und noch werden.“

Der gemeinnützige Verein „Meckenheim hilft e.V.“ benötigt weiterhin finanzielle Unterstützung zur Durchführung der Hilfstransporte. Wer die Arbeit des Vereins unterstützen möchten, kontaktiert „Meckenheim hilft“ per Nachricht an mail@meckenheim-hilft.org oder unterstützt den Verein mit einer Zuwendung auf das Spendenkonto des gemeinnützigen Vereins: DE05 3705 0299 0072 0053 63. Spendenquittungen können ausgestellt werden.

Bei der Mahnwache in Berlin erweckte die Installation sehr viel Aufsehen. Foto: Meckenheim hilft e.V.

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