Allgemeine Berichte | 14.04.2022, 12:44 Uhr

Ferien- und Freizeitangebote stehen geflüchteten Kindern offen

Ablenkung und ein bisschen Normalität

Valwig/Sohren/Boppard. Sie müssen ihre vertraute Umgebung, ihren Alltag, ihre Freunde und eventuell Familienangehörige bei der Flucht aus der Ukraine zurücklassen - laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF sind 1,8 Millionen Kinder aus der Ukraine in Nachbarländer geflohen. Um ihnen das Ankommen im fremden Deutschland zu erleichtern bieten auch kirchliche Einrichtungen verschiedene Ferien- und Freizeitangebote an; oft in enger Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen und kommunalen Vertreterinnen und Vertretern.

Viele Initiativen haben Geflüchtete mit Kindern im Blick. Ein Beispiel dazu gibt es in Valwig: Dort findet am 23. April in Kooperation mit der örtlichen Bürgermeisterin Angela Balensiefen und Ehrenamtlichen aus der katholischen Kirchengemeinde ein Osterbrotbacken mit ukrainischen und Familien aus Valwig im Gemeindehaus statt.

Bereits vor den Osterfeiertagen und den Ferien fanden Treffen und Begegnungsmöglichkeiten statt, um geflüchtete Familien willkommen zu heißen wie auf Initiative der Jugendpastoral des Dekanats St. Goar und unter Mitarbeit der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Bad Kreuznach sowie der JugendBegegnungsStätte (JBS) St. Michael Boppard in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde St. Severus. Die Begegnungsstätte besuchten 15 ukrainische Kinder und Jugendliche, die zurzeit auf dem Jakobsbergerhof untergebracht sind. Die Organisatoren stellten viele Indoor- und Outdoor-Spielmöglichkeiten, und das Backen von Pizza und das gemeinsame Essen boten zusätzliche Gelegenheiten, mit den jungen Menschen auf Englisch ins Gespräch zu kommen. „Das Treffen war ein erster Aufschlag, um die Jugendlichen kennenzulernen und zu schauen, was sie brauchen oder sich wünschen“, erklärt Tobias Petry, Pastoralreferent im Dekanat St. Goar. Darauf aufbauend werden nun weitere Veranstaltungen und Angebote geplant werden. Konkret steht eine Osterferienaktion (19. bis 22. April) an, die das Dekanat in enger Zusammenarbeit mit der Bischöflichen Realschule Marienberg in Boppard veranstaltet und die durch Mittel der Landesferienbetreuung unterstützt wird.

Jugendliche langfristig begleiten

Angebote für Jugendliche seien aus unterschiedlichen Gründen sehr wichtig, lautet die Einschätzung von Petry, der unter anderem für die Jugendarbeit auf Dekanatsebene zuständig ist. „Die Jugendlichen auf ihrem Lebensweg zu begleiten, sie zu fordern, zu fördern und ihnen die die spürbare Zusage zu geben: ‚Es ist gut, dass du da bist‘, sind dabei wichtige Marker.“ Die Atmosphäre beim ersten Kennenlernen sei sehr gut gewesen, und die Veranstalter hätten eine große Dankbarkeit gespürt, auch wenn die Kommunikation etwas holprig lief. Doch auch hier sieht der Pastoralreferent positive Aspekte: „Indem die Jugendlichen, die Englisch sprechen, zu Übersetzern für ihre Gruppe werden, erleben sie sich selbst als bereichernd.“

Generell seien die Veranstaltungen für alle jungen Menschen offen, unabhängig von Konfession und Herkunft. „Angebote mit Jugendlichen, die in Deutschland geboren sind und Jugendlichen, die nicht in Deutschland geboren sind, halte ich für sinnvoll, da so Integration erfahren und ein gegenseitiges Lernen gelebt wird - und das gilt für alle!“, betont Petry. Um auch weiterhin unterschiedliche Projekte durchführen zu können, sind die Verantwortlichen auf finanzielle Spenden angewiesen, um zum Beispiel Tagesausflüge zu organisieren. Auch wenn derzeit viele Fördermittel in dem Bereich zur Verfügung stünden, sind andere Kosten wie Benzin teurer geworden. Zudem brauche es kontinuierliche und verlässliche Angebote für die anstehenden Monate und vielleicht auch Jahre. „Übersetzer wären zudem sehr hilfreich“, sagt Petry, obwohl es bislang gut mit Englisch und „Händen und Füßen“ funktionieren würde, wäre dies sicherlich eine Erleichterung.

Weitere Informationen zu Aktionen für junge Geflüchtete und die geplante Ferienaktion gibt es bei Tobias Petry per E-Mail an tobias.petry@bistum-trier.de. Bei der Ferienbetreuung der JBS im Auftrag der Stadt Boppard können ukrainische Kinder bis zwölf Jahren teilnehmen. Weitere Infos hierzu jbs-boppard@rz-online.de.

Auch das Jugendzentrum (JUZ) Sohren in Trägerschaft des Bistums setzt auf gemeinsame Veranstaltungen und integriert geflüchtete Kinder in das bestehende Programm. „Wir haben den Flyer unseres kreativen Kindertreffs übersetzen lassen“, berichtet Christine Evers. Ein paar Kinder aus der Ukraine haben daraufhin schon an dem Angebot teilgenommen. Eine Mitarbeiterin spricht russisch und unterstützt bei Sprachproblemen.

Weitere Informationen zur Ukraine-Hilfe im Bistum Trier gibt es auf www.bistum-trier.de/ukraine.

Pressemitteilung

Bischöfliche Pressestelle Trier

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