Katholische Kirchengemeinde Sankt Martin Rheinbach
Abschied nach 15 Monaten als Pfarrverweser
Dechant Zeyen hauchte der Kirchengemeinde wieder Leben ein
Rheinbach. „Die Bezeichnung Pfarrverweser trifft auf Sie ganz und gar nicht zu. Sie haben die Gemeinde nicht nur verwest, sondern ihr in einer schwierigen Situation wieder Leben eingehaucht.“ Mit diesen Worten lobte Joachim Schneider, Vorsitzender des Kirchenvorstands der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Martin Rheinbach, Dechant Hermann Josef Zeyen. Der wurde nach 15 Monaten als Interimschef der Rheinbacher Katholiken verabschiedet, ab sofort ist Bernhard Dobelke neuer Pfarrer in Rheinbach. Dobelke, der bislang Stadtdechant in Solingen war und in Bad Godesberg geboren wurde, soll am Sonntag, 13. März, um 15 Uhr offiziell in sein Amt eingeführt werden. Derzeit befindet er sich noch im Exerzitien zur Vorbereitung auf das neue Amt.
Eine ganze Menge auf den Weg gebracht
In den 15 Monaten als Pfarrverweser habe Zeyen eine ganze Menge auf den Weg gebracht, so Schneider. Dazu habe nicht zuletzt dessen offene und pragmatische Herangehensweise beigetragen. Zeyen sei von Anfang an von allen Seiten akzeptiert worden, besitze hohe Sympathiewerte und eine ausgeprägte Kommunikationskompetenz. So sei es ihm gelungen, die emotional aufgeladene Pfarrgemeinde wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen. Das bestätigte auch Rainer Perschel, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, beim Empfang im Pfarrheim am Lindenplatz. Dabei habe es sich Zeyen nicht leicht gemacht, denn nach der Abberufung des Deutschen Ordens habe es großen Gesprächsbedarf in der Pfarrgemeinde gegeben, um wieder zueinander zu finden und eine gemeinsame Zukunft gestalten zu können. Dass dies mittlerweile gelungen sei, sei vor allem Zeyen zu verdanken, der dabei aber auch bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit gegangen sei und sogar einmal notärztlich im Rheinbacher Pfarrbüro habe behandelt werden müssen. Dennoch sei es ein längerer Prozess, als Pfarrgemeinde wieder zu einer Einheit zurückzufinden. Auch in den nächsten Monaten gelte es noch, gemeinsame Wege für die Zukunft zu suchen – wenn nötig auch mit professioneller Hilfe, so Perschel.
Mit dem Wahlspruch „Alles wird gut“ erfolgreich
„Ihre Aufgabe hier war eigentlich eine ‚Mission Impossible‘“, wusste Bürgermeister Stefan Raetz. „Aber gemäß Ihrem Wahlspruch ‚Alles wird gut‘, ist es Ihnen gelungen, diese Mission erfolgreich zu erfüllen.“ Zeyen zeichne die Fähigkeit aus, gut zuzuhören und an der richtigen Stelle etwas Richtiges zu sagen. So habe er auch als Mediator und Ratgeber vieles in der Pfarrei bewirkt. Pfarrerin Gudrun Schlösser von der evangelischen Kirchengemeinde Rheinbach lobte darüber hinaus Zeyens Bereitschaft, das ökumenische Miteinander im Städtchen wieder gemeinsam auf einen guten Weg zu bringen. „Denn wir gehören hier zusammen und leben bereits die Ökumene – damit sollten wir auch künftig weitermachen“, wünschte sie sich.
