„Neues von der Abtei Sayn“
Abschluss der Renovierung und Restaurierung
Sayn. Diesmal hatte der Förderkreis Abtei Sayn nicht zu einer Busfahrt zu auswärtigen Kulturstätten eingeladen, sondern aus Anlass der Renovierung und Restaurierung zu einem Treffen, bei dem vor Ort „Neues von der Abtei“ zu erfahren war. Ein Vortrag mit Lichtbildern und Führungen mit Jürgen Mosen und Dietrich Schabow ließen die zahlreichen Besucher nacherleben, wie alles mit den Außenmalereien begann, die an manchen Stellen abblätterten. Bei genauerer Untersuchung vom Gerüst aus wurde festgestellt, dass die Nordwand der Kirche sich vorneigte. Die Gründe dafür konnten im Dachraum ausgemacht. Balken mussten erneuert und Maueranker gesetzt werden, die die Außenwände zusammenhalten und damit den Bau sichern. Die Deckunterlage und die Schieferdeckung des Kirchdaches und des Turms wurden erneuert. Der Westgiebel musste gesichert werden, weil zwischen einigen Tuffsteinen der Mauerbekrönung der Mörtel zerbröselt war. Alle Steine wurden abgenommen und in ein neues Bett aus Mörtel gelegt. An der Außenwand waren viele Stellen schadhaft, hohle Stellen wurden entdeckt. Diese wurde mit flüssigem Beton gefüllt und schließlich die ganze Wand, wie es bis 1925 der Fall gewesen war, verputzt. Dies ermöglichte, eine farbliche Fassung aufzutragen, die weitgehend dem Originalzustand in der Erbauungszeit entspricht. Die ebenfalls restaurierten Außenmalereien wirken nun besonders schön. Sie zählen wie der bunt gemalte Kreuzgang zu den besonderen Schätzen der Abteikirche.
Eine neue Madonna aus Keramik
An der Nordwand musste vor etwa 40 Jahren eine aus Keramik bestehende Madonna (von 1737) abgenommen und zu ihrer Sicherung im Innenraum untergebracht werden. Eine moderne Madonna, ebenfalls aus Keramik, konnte mit Mitteln des Förderkreises Abtei Sayn aus der profanierten Kreuzkirche in Ehrenbreitstein erworben und an der Stelle der alten angebracht werden. Nicht zu vergessen sei, dass die Fenster an der Nordwand renoviert wurden und dass die Kirchenuhr ein neues Zifferblatt erhielt.
Der Verlauf dieser Arbeiten konnte im Vortrag nachvollzogen, ihre Ergebnisse in Führungen nacherlebt werden. Eine besondere Erfahrung vermittelte der Besuch in dem Raum unter dem Kirchendach und in der ehemaligen „Schatzkammer“ über der Sakramentskapelle des Kirchenschiffes. Dort erlaubt eine Mauernische den Durchblick in die Kirche. Die Öffnung ist gerade so groß, dass der Simonschrein dort untergebracht werden konnte und vom Altarraum aus sichtbar war.
Die baufällige, kleine Kapelle auf dem Friedhof
Die sehr baufällig gewordene kleine Kapelle auf dem Friedhof beschäftigte die Gremien der Pfarrei seit langem. Die dafür erforderlichen Mittel waren so hoch, dass die Pfarrei und der Förderkreis davon überfordert gewesen wären. Dann stellte sich heraus, dass die Kapelle – wie die Kirche – unter dem Patronat des Landes Rheinland-Pfalz steht. Das Finanzministerium bestätigte dies und ermöglichte die inzwischen erfolgte Renovierung, die von einer Fachfirma in solch qualitätvoller Handarbeit durchgeführt wurde, dass die Besucher von einem Schmuckstück sprechen. Die Veranstaltung schloss – wie beim Förderkreis üblich – mit einem gemeinsamen Abendessen, diesmal im ehemaligen Konventsgebäude, das nach der Auflösung der Abtei von 1824 bis 1980 Schulgebäude war. Eine Reihe von Gästen freute sich, nach vielen Jahren noch einmal in der „gruß‘ Schull“ zu sein, wo sie einige Jahre ihrer Schulzeit verbracht hatten.