Feuerwehr LZ Miesenheim
Abschlussübung der „Missemer Wehr“
Miesenheim. Immer eine Woche nach der Kirmes heulen im Stadtteil Miesenheim die Sirenen. Anlässlich der jährlichen Abschlussübung lud die „Missemer“ Feuerwehr alle Bürger am Samstag, 29. Oktober 2023 um 15 Uhr zum Übungsobjekt „Anwesen von A. Masberg“, An der Trassmühle ein, um gem. dem Motto „wo andere rausrennen, rennen wir rein“ die vielfältigen Aufgaben und Spektrum der Einsatzkräfte hautnah zu zeigen.
Das anspruchsvolle Szenario: Eine Schulklasse besuchte im Rahmen einer praktischen Biologiestunde die „Scheune des alten Bauer Harms“, um sich dort die Hühner anzusehen. Während der Besichtigung bemerkte der „Landwirt Harms“, dass Rauch aus seiner Scheune drang und Heuballen in Flammen standen. In der Halle befanden sich sein „unehelicher Sohn“ und seine „Frau aus 2. Ehe“. Die Schulklasse geriet in Panik und floh vor dem Rauch und den Flammen. Bevor ein Notruf per Handy abgesetzt wurde, erfragte der aufgeregte Bauer Harms die Notrufnummer der Rettung bei den zuschauenden Kindern, die unisono ihm laut die 112 zuriefen. Über die Leitstelle wurde mittels Funkmeldeempfänger die Miesenheimer Feuerwehr alarmiert. Der einige Minuten später eintreffende Gruppenführer Markus Stendtke erkannte nach der ersten Erkundung und Lagebeurteilung, dass die vorhandenen Kräfte nicht ausreichen und ließ Sirenenalarm auslösen. Zur Menschrettung wurde unverzüglich der Atemschutztrupp eingesetzt. Der eintreffende Zugführer Frank Müller forderte zur Unterstützung direkt die Drehleiter aus der Kernstadt, das HLF von Plaidt, das TLF aus Saffig, die First Responder und den DRK Ortsverein Andernach an.
Die spannende Übung mit einem komplexen Zusammenspiel der einzelnen Rettungsorganisationen wurde durch die Brandmeister (BM) A. Masberg und T. Steinberger ausgearbeitet. Um die Situation realistisch darzustellen, wurde die Scheune vernebelt. Die eingesetzten Atemschutzgeräteträger (AGT) führten einen Löschangriff ins Innere und retteten zügig die eingeschlossenen 2 Personen. 4 Jugendliche der Jugendfeuerwehr mimten die in Panik geratene kleine Schulklasse, die kurze Zeit später von den Rettungskräften gefunden und alle dem DRK sicher übergegeben werden konnten. Die zahlreichen Anwesenden und teilnehmenden Einheiten waren sehr zufrieden über die gute Zusammenarbeit und freuten sich über die gelungene Übung, die allen Beteiligten und Zuschauern Spaß gemacht hat. Die Wehrleitung unterstrich die Professionalität des Ablaufs bei der abschließenden Manöverkritik im Gerätehaus. Es ließen sich einige Gäste nicht nehmen, zur anschließenden traditionellen Löschnacht 112 (Bericht folgt), Bier zum Löschen des „eigenen“ Brands zu spendieren. Für BM Thomas Steinberger war es seine letzte Feuerwehrübung, der nach Übernahme in die „Altersriege“ und Umzug zu seiner Liebsten aus dem Kreis der „Aktiven“ Ende November ausscheiden wird. Mit „Standing Ovation“ wurde er von seinen Feuerwehrkamerad*innen verabschiedet, was ihn sichtlich emotional sehr berührte. Die vielen Erinnerungen an jahrzehntelangen Feuerwehrdienst unter dem verpflichtenden Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ werden ihm bleiben.
Bauer Harms“ erklärt den First Respondern den Unfallhergang und macht sich Sorgen um seine Schulklasse, die in Panik das Gelände fluchtartig verließ. Foto: DRK Andernach
Der „uneheliche“ Sohn wurde gerettet. Foto: HBM Oliver Becker
Alle Teilnehmer*innen der Übung beim gemeinsamen Gruppenfoto. Foto: HBM Oliver Becker
