Allgemeine Berichte | 22.06.2017

Kita Platz Chateau Renault

„Afrika oder Yeti“ Maulwurfkinder bestimmen mit!

Demokratie begreifen – Partizipation praktizieren im Rahmen der Vorschulkinder- Projektwochen

Im Sitzkreis durfte jedes Kind ein Thema vorschlagen. Privat

Mühlheim-Kärlich. Interessen und Bedürfnisse äußern, eigene Ideen einbringen und sich aktiv an Diskussionen beteiligen, um am Ende eine gemeinsame Entscheidung zu treffen – Fünf- und Sechsjährige lernen und begreifen die Grundlagen der Demokratie - Die 27 Vorschulkinder der „Maulwurfgruppe“ der städtischen Kita in Mülheim Chateau Renault erlebten zum Ende ihrer Kindergartenzeit noch intensiver wie spannend und konstruktiv Partizipation (Mitbestimmung) als Grundlage der Demokratie für das Zusammenleben ist und wie aktive Beteiligung das Selbstbewusstsein stärkt. Mitbestimmung bei der Festlegung und Durchführung der Projektarbeitswochen zum Ende der Kindergartenzeit standen nun ganz speziell auf der Tagesordnung der angehenden Schulkinder. Erster Schritt: es wurde ein Plenum für die Diskussion gebraucht. Dazu wurde der tägliche Morgenkreis umorganisiert. Eigentlich ein Ort für gemeinsames Spielen und Singen, Begrüßen und Verabschieden wurde der Morgenkreis nun speziell zum Ort für angeregte und zum Teil sehr lebhaft geführte Diskussionen. Zuvor wurden gemeinsam die Gesprächsregeln beschlossen und verkündet: „Jeder, der etwas sagen möchte, meldet sich zu Wort und alle anderen hören bitte aufmerksam zu!“ Zunächst wurden alle Vorschläge für die Projektwoche gesammelt. Zunächst wurden alle Vorschläge für die Projektwoche gesammelt: „Wie wäre es mit einem Yeti-Projekt?“ oder „Könnten wir auch etwas über Afrika machen“, „Feuerwehr wäre doch toll!“. Die Projektideen wurden durch die vorschlagenden Kinder eingehend und mit all ihren Vorzügen und viel Leidenschaft vorgestellt. Lautstarke Beifallsbekundungen wie spontane Ablehnungen flankierten den lebendigen Prozess. Am Ende war die Spanne der Themen riesig.

Geheime Wahl

So fand eine erste Abstimmung für die in die engere Auswahl kommenden Projektwochenthemen in Form einer geheimen Wahl statt. Dazu wurden die vorgeschlagenen Projekte mit Symbolen versehen, auf ein Blatt Papier gemalt und auf den Fußboden gelegt. Jedes Kind erhielt zwei Glassteine und konnte damit zwei der Projekte auswählen. Damit jeder Wähler/ jede Wählerin unabhängig und unbeeinflusst von Freund oder Freundin das Votum abgab und die Wahl geheim blieb, hielten alle die Augen geschlossen, während ein Kind jeweils seine Wahlsteine abgab. Nachdem die Stimmabgabe abgeschlossen war, wurde die Gültigkeit der Wahl festgestellt: alle Kinder hatten ihre Augen fest geschlossen, die Anzahl der verteilten Glassteine stimmte mit der Anzahl der abgelegten Glassteine exakt überein. Die Wahl war gültig! Erwartungsvoll schauten die Kinder nun auf das Ergebnis. Nachdem die vier Themen für die Projektwoche benannt waren, galt es, in einem weiteren Schritt festzulegen, wer am jeweiligen Projekt teilnehmen kann. Mithilfe eines Wahlzettels kreuzten die Kinder ihre Wünsche in der Priorität eins bis vier an. Auf Grundlage einer weitestgehend gleichmäßigen Verteilung aller Wünsche auf die vier Projekte, konnte nahezu jedem Kind sein Erstwunsch, in Einzelfällen und im Einvernehmen „ nur“ der Zweitwunsch ermöglicht werden. Übrigens konnten die Projekte „Forschen“, „Tiere“, „Afrika“ und „Theater“ am meisten überzeugen und gewannen schließlich die Wahl für die anstehende Projektwoche. Das sah letzten Endes auch der kleine „Yeti-Vertreter“ etwas traurig ein. Im besten Sinn eines demokratischen Grundverständnisses konnte er sich dann aber doch mit dem Ergebnis arrangieren und freute sich auf das Projekt „Forschen“.

Im Sitzkreis durfte jedes Kind ein Thema vorschlagen. Foto: Privat

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